Gute Stimmung trotz Corona

Senioren im Heim feiern Weihnachten mit Maske und Abstand

Weihnachten im Seniorenheim: (hinten) Monika Maischein (80) und Ellen Kaatz (84) vor dem mit Bildern der Bewohner geschmückten Tannenbaum.
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Weihnachten im Seniorenheim: (hinten) Monika Maischein (80) und Ellen Kaatz (84) vor dem mit Bildern der Bewohner geschmückten Tannenbaum.

Weihnachten im Seniorenheim und das in Zeiten von Corona - das ist eine besondere Herausforderung. Zwei alte Damen aus der Residenz Ambiente in Bad Hersfeld erzählen, warum sie trotzdem guter Dinge sind.

Bad Hersfeld – „Ich fühle mich sehr wohl hier“, sagt Ellen Kaatz. „Sauwohl“, ergänzt Monika Maischein. Die beiden Seniorinnen leben in der Residenz Ambiente und lassen sich ihre gute Laune von der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen nicht verderben. Wie sie den Alltag in der Krise erleben, und wie sie Weihnachten verbringen, haben sie bei einem Gespräch mit unserer Zeitung erzählt.

Mit Sack und Pack, Hund und Maske, ist Monika Maischein Anfang des Jahres im Seniorenheim Ambiente in Bad Hersfeld eingezogen – und damit direkt in den ersten Lockdown geraten. Sie kennt den Heimalltag also nur unter Corona-Bedingungen, weiß die Arbeit des Personals aber sehr zu schätzen.

Maischein lebt im betreuten Wohnen und hat ein eigenes Appartement in der Residenz. Bis zu ihrem Einzug im Februar hat sie mit Hund Struppi in ihrem Eigenheim in Darmstadt gewohnt, welches sie schweren Herzens verkauft hat. Bei einem Tag der offenen Tür hat sich die 80-Jährige sofort in die Residenz am Hersfelder Kurpark verliebt. Dass sie dort mit ihrem geliebten Struppi einziehen konnte, war der Hauptgrund für ihre Entscheidung.

Auch Ellen Kaatz freut sich immer sehr den Zwergschnauzer zu sehen. Die 84-Jährige wohnt im Pflegebereich des Heims und fühlt sich dort pudelwohl. Sie kommt aus Dresden und ist nach dem Tod ihres Mannes vor etwa drei Jahren in die Residenz gezogen. Nach Bad Hersfeld ist sie durch ihre Tochter gekommen. Diese wohnt in Nentershausen und wollte ihre Mutter in der Nähe haben, um sie so oft wie möglich besuchen zu können.

„Unser Sonnenschein“ sagt Maischein über die Frohnatur Kaatz, die immer ein Lächeln auf den Lippen hat. Generell sind beide Seniorinnen sehr lebensfroh und genießen ihren Heimalltag. Zwar geht die Corona-Krise nicht komplett an ihnen vorbei, das Personal setzt aber alles daran, es den Bewohnern so schön wie in diesen Zeiten nur möglich, zu gestalten. Wie dankbar sie dafür ist, betont Maischein mehr als nur einmal.

Das Miteinander kommt nicht zu kurz

Neben den üblichen Arbeiten müssen Heimleitung und Pflegekräfte noch zahlreiche Zusatzaufgaben bewältigen. Dabei muss die Pflege aber weiterhin an oberster Stelle stehen, sagt Kienel. Auch das Miteinander soll nicht zu kurz kommen und so gibt es trotz alledem regelmäßige Gymnastikkurse und Spielenachmittage – natürlich mit Abstand und Maske.

Etwas Abwechslung ist vor allem in diesen Zeiten, in denen nicht täglich Angehörige zu Besuch kommen können, wichtig. Um die Familien trotzdem am Geschehen teilhaben zu lassen, hat die Heimleitung eine Whatsappgruppe mit den Angehörigen organisiert, in der regelmäßig Fotos und Videos von den Senioren geteilt werden.

Bisher gab es in der Seniorenresidenz noch keinen Corona-Fall. „Wir sind dankbar für jeden Tag, an dem wir kein Corona im Haus haben“, sagt Residenzleiterin Arabella Kienel – Monika Maischein stimmt zu und klopft drei Mal auf den Tisch. Damit das auch so bleibt, ziehen alle an einem Strang und gehen sorgfältig miteinander und den Hygiene-Maßnahmen um.

Jetzt steht Weihnachten vor der Tür und auch die sonst so besinnliche Adventszeit unterliegt den strengen pandemiebedingten Hygiene-Maßnahmen: Der traditionelle Gottesdienst im Seniorenheim wird in drei Gruppen aufgeteilt, um die Abstände einhalten zu können und statt des gemeinsamen Weihnachtskonzerts zieht Residenzleiterin Arabella Kienel mit dem Klavier von Station zu Station und unterhält die Senioren mit weihnachtlicher Musik.

Trotzdem in Weihnachtsstimmung

In Weihnachtsstimmung sind die Senioren trotz der besonderen Umstände in diesem Jahr – Monika Maischein hat ihr Appartement weihnachtlich dekoriert und Ellen Kaatz stimmt mitten im Gespräch mit unserer Zeitung ein Weihnachtslied an. Natürlich mit Dresdner Dialekt. Den beherrscht Maischein auch und prompt sächseln beide miteinander.

Während die 80-jährige Maischein den Heiligen Abend bei ihrem Bruder verbringt, bleibt die 84-jährige Kaatz im Heim. Mit den Gottesdiensten, der musikalischen Unterhaltung und einem Überraschungsprogramm, so Kienel, wird es der Seniorin sicherlich nicht langweilig. „Ich wäre auch gerne hier“, sagt Maischein. Vergangene Weihnachten hat sie noch im eigenen Haus verbracht – „Das war das schönste Weihnachten“, sagt sie wehmütig. Etwas melancholisch sind wir sicherlich alle in diesen Zeiten. (Lea-Sophie Mollus)

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