Polizei sieht sich gut gerüstet

Sicherheit steht beim Hessentag in Bad Hersfeld an erster Stelle

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Polizeidirektion Hersfeld-RotenburgStabsstelle Hessentag von links: Sascha Köhler, Manfred Knoch, Martin Nickl, Peter Lippert, Ralph Bingel und Jan Henkel. 

Sicherheit, Verkehr und Veranstaltungen: Das sind die Aufgaben, mit denen sich die Polizeidirektion Hersfeld-Rotenburg mit Blick auf den Hessentag in Bad Hersfeld beschäftigt.

Knapp vier Wochen vor Beginn des zehntägigen Landesfestes sieht Direktionsleiter Martin Nickl die örtliche Polizei gut vorbereitet und hofft mit seinen Kollegen darauf, dass möglichst viele Besucher den Weg zum Hessentag nach Bad Hersfeld finden.

Nickl erwartet ein „friedliches Volkfest“ und ist überzeugt davon, dass die Stadt ein positives Bild abgeben wird. Die gute Stimmung werde dann auch auf die Skeptiker überschwappen. Er verhehlte jedoch nicht, dass Einwohner und Gäste die eine oder andere Einschränkung in Kauf nehmen müssten.

Sicherheit hat für die Polizei beim Hessentag oberste Priorität. Nickl verweist in diesem Zusammenhang auf die Katastrophe bei der Duisburger Love Parade und auf den Umstand, dass Bad Hersfeld zehn Tage lang „die heimliche Hauptstadt“ Hessens und damit Gegenstand einer „besonderen Gefährdungslage“ sein wird.

„Wo viele Menschen sind und viel Prominenz, da ist die Polizei besonders gefordert“, sagt er. Die örtlichen Kräfte können dabei jedoch auf Unterstützung aus dem Bereich des Präsidiums und der Bereitschaftspolizei zählen.

Polizei zum Hessentags-Programm: "Kein Krawallpotenzial"

„Ich bin mit der Konzertauswahl sehr zufrieden“, sagt Martin Nickl, Leiter der Polizeidirektion Bad Hersfeld mit Blick auf das Veranstaltungsprogramm während des Hessentags in der Sparkassen-Arena. Nickl ist jedoch weder Fan der Kelly Family noch ein ausgewiesener Liebhaber der Songs von Rea Garvey oder der Schlager von Roland Kaiser. 

Vielmehr sieht er das Programm rein fachlich. „Kein Krawallpotenzial“, stellt er gemeinsam mit seinen Kollegen von der Stabsstelle fest, die sich mit zunehmender Intensität schon seit zwei Jahren auf das Landesfest vorbereitet. 

Eine zentrale Aufgabe hat dabei Polizeihauptkommissar Peter Lippert vom Revierverkehrsdienst übernommen. Zum einen muss während der Festtage der Besucherstrom von schätzungsweise 700.000 Personen in die Stadt und wieder hinaus geleitet werden. Und zum anderen gilt es, den Durchgangsverkehr an der komplett gesperrten Innenstadt vorbei zu schleusen. Das funktioniert zum Teil nur auf verschlungenen Wegen und natürlich nur, wenn der Schwerverkehr außen vor bleibt. 

Verkehrsbelastung beim Hessentag wird eine Herausforderung

Lippert, der hierfür auf Verkehrsbelastungskarten von Hessen mobil zurückgreifen konnte, spricht lächelnd von einer „Herausforderung“ und hofft mit dem gesamten Stab, dass die Brückenbaustellen auf der Bundesstraße 62 über Bahngleise und Haune noch rechtzeitig abgeräumt werden.

Klar ist jedenfalls, dass der Stadtring wegen der Hessentagsstraße an zwei Stellen unterbrochen ist. Klar ist deshalb auch, dass der Durchgangsverkehr über Vlämenweg und Lambertstraße als Einbahnstraßen führen wird. 

Videoüberwachung zum Schutz der Hessentags-Besucher

Ein großes Thema, das die Polizei ganz offen kommuniziert, ist die Videoüberwachung. Sie diene alleine dem Veranstaltungsschutz, erläutert Martin Nickl, und sei selbstverständlich mit dem Datenschutzbeauftragten abgestimmt. 

Überwacht werden lediglich öffentliche Bereiche wie etwa die Hessentagsstraße, die Sparkassen-Arena, der Schilde-Park und das Weindorf im Stift. Die Polizei setzt größtenteils eigene Kameras ein, greift jedoch an der Stiftsruine auf die jüngst installierten Kameras der Stadt Bad Hersfeld zurück. Die Aufnahmen werden nach sieben Tagen wieder gelöscht, versichert Nickl. Vom Gesetz her sei eine Speicherung von bis zu zwei Monaten möglich. 

In allen diesen Bereichen ist die Hersfelder Polizei nicht alleine unterwegs, sondern arbeitet eng mit anderen Dienststellen, Behörden, der Stadt und dem Kreis zusammen. Der Kriminalhauptkommissar Ralph Bingel ist dabei als Leiter des Vorbereitungsstabes erster Ansprechpartner. 

Aktuell gibt es zwar noch bei einigen Punkten letzten Klärungsbedarf, doch ansonsten werden die Aufgabenbereiche mit regelmäßigen Statusmeldungen abgearbeitet. Ob der Hessentag aus polizeilicher Sicht schon morgen beginnen kann? Martin Nickl lächelt und antwortet diplomatisch: „Am Horizont kann man ihn schon sehen.“ 

Und wenn es erst so weit ist, dann wird die Polizei auch wieder mitten in der Stadt präsent sein: Wie beim Lullusfest wird am Markt extra für das Fest eine Wache eingerichtet.

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