Bürgermeister Thomas Fehling will einen selbstfahrenden Shuttle-Transport erproben

Smarte Busse für den Hessentag

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Smarte Ideen: MIT-Kreisvorsitzender Andreas Rey (CDU) mit Bürgermeister Thomas Fehling, der über seine Pläne referierte.

Bad Hersfeld. Geht es nach dem Willen von Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling, dann könnte der Hessentag im Jahr 2019 eine ganz konkrete Bewährungsprobe für seine Vision einer „Smart City“ – der klugen Stadt – werden.

Fehling plant den Bus-Shuttle-Verkehr für die täglich rund 100 000 Besucher des Hessentags mit autonomen, also selbstfahrenden, Bussen zu organisieren. Die könnte der Stadt viel Geld sparen.

Das erklärte der Bürgermeister am Mittwochabend bei einem Treffen der CDU-Mittelstandsvereinigung MIT im Krumme-Turm in Bad Hersfeld. „Drei Firmen aus Rom, Paris und aus dem kalifornischen Silicon-Valley sind an dem Projekt interessiert“, berichtete Fehling. Man habe bereits einen so genannten Letter of Intent, eine Art Vorvertrag, abgeschlossen.

Fehling nutze seinen Vortrag um vor Wirtschaftsvertretern aus der Region für seine Idee einer klugen Stadt zu werben. „Wir sollten jetzt die Chance ergreifen, unsere Zukunft zu gestalten“, sagte Fehling. Er warnte davor, den selben Fehler wie zu Zeiten von Konrad Zuse zu machen. Dieser hatte zwar hier den Computer erfunden, doch Geld werde damit den USA und in Fernost verdient. Inzwischen gebe es greifbare Fortschritte beim Projekt Smart City, für das Fehling immer wieder belächelt wird. So haben Studenten der Techniker-Schule eine Handy-App entwickelt, mit der Amazon-Mitarbeiter beim nächtlichen Schichtwechsel selbst die Straßenbeleuchtung am Eichhof einstellen können. Das spare enorm viel Energiekosten, weil das Licht nur dann brennt, wenn es auch wirklich benötigt werde. In der kommenden Woche wird diese App offiziell bei Amazon vorgestellt.

Auch beim Stadtmarketing, der Energieüberwachung oder dem Lärmschutz sieht Fehling einen konkreten Bürgernutzen. Wichtig sei es, alle verfügbaren Informationen früh zu digitalisieren und auf entsprechenden Datenplattformen für Service-Anwendungen zur Verfügung zu stellen.

Im Rahmen des Hessentags möchte Fehling auf dem Gelände des Gewerbeparks Bad Hersfeld-Ludwigsau (Mecklar-Meckbach) ein Smart-City-Lab installieren, um dort entsprechende Anwendungen zu entwickeln. Die tägliche Erprobung könnte von einem „Living-Lab“ im ehemaligen Telekomhaus an der Breitenstraße gesteuert werden. „Wir müssen den Wandel aktiv gestalten, anstatt ihm hinterherzulaufen“, mahnte Fehling.

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