Mit Herzblut bei der Sache

Sozialarbeiterin Ilona Yauno arbeitet mit Jugendlichen in Bad Hersfeld

Lässt sich auch mal zum Kicker-Spielen auffordern, weiß aber, dass Jugendarbeit weit mehr ist, als das: Ilona Yauno, die im Jugendhaus Bad Hersfeld sozusagen Urgestein Helgo Schmidt ersetzt. Auf der Pinnwand im Hintergrund sind Wünsche der Kinder und Jugendlichen notiert, die Yauno und ihre Kollegen gern aufgreifen.
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Lässt sich auch mal zum Kicker-Spielen auffordern, weiß aber, dass Jugendarbeit weit mehr ist, als das: Ilona Yauno, die im Jugendhaus Bad Hersfeld sozusagen Urgestein Helgo Schmidt ersetzt. Auf der Pinnwand im Hintergrund sind Wünsche der Kinder und Jugendlichen notiert, die Yauno und ihre Kollegen gern aufgreifen.

Ilona Yauno weiß, wie wichtig ihre Arbeit für Kinder und Jugendliche ist. Sie ist bei der Stadtjugendpflege in Bad Hersfeld tätig.

Bad Hersfeld – Ungewöhnlich ruhig ist es derzeit im Bad Hersfelder Jugendhaus, denn auch dort sind coronabedingt alle Vor-Ort-Angebote erst mal ausgesetzt. Ein Umstand, mit dem die Sozialarbeiterin Ilona Yauno nicht wirklich glücklich ist, entmutigen und demotivieren lässt sich die 28-Jährige aber nicht.

Sie und ihre Kollegen sind telefonisch und digital für die „Kids und Jugendlichen“ zu erreichen, und dabei, neue Ideen und alternative Online-Angebote zu entwickeln. Gut angekommen seien etwa der digitale Adventskalender oder auch die Tanztutorials – digitale statt offene Jugendarbeit sozusagen. Ersetzen können die digitalen Angebote den persönlichen Kontakt laut Yauno aber nicht. Sie hofft deshalb, dass niemand durchs Raster fällt und alle wiederkommen, sobald das Jugendhaus wieder öffnen kann.

Ilona Yauno ist die Nachfolgerin von Helgo Schmidt, der das Jugendhaus fast 40 Jahre geleitet hat. Einen Leiter oder eine Leiterin gibt es so allerdings nicht mehr. Die 28-Jährige ist gleichberechtigt mit Bady Buhle beschäftigt, ebenfalls zum Team gehören aktuell eine duale Studentin und eine studentische Praktikantin.

Yauno – der Name ihres Mannes, der aus dem Aramäischen übersetzt übrigens Taube bedeutet – kommt aus Rheda-Wiedenbrück in Ostwestfalen und hat in Bielefeld Soziale Arbeit studiert. Während des Studiums entdeckte sie auch die offene Jugendarbeit für sich, zuvor war sie vor allem an Migrationsarbeit interessiert. 2016 kam sie der Liebe wegen schließlich in den Kreis Hersfeld-Rotenburg, gemeinsam mit ihrem Mann lebt sie nun in Bebra-Weiterode.

Nach einem Anerkennungsjahr bei der Jugendförderung in Hessisch-Lichtenau, wechselte sie für eine kurze Zeit zur Berufs- und Jugendhilfe nach Bad Hersfeld, doch als sie in der Zeitung die Stellenausschreibung der Stadt Bad Hersfeld entdeckte, bewarb sie sich sofort. Seit August 2018 ist sie – inzwischen Vollzeit – bei der Stadtjugendpflege beschäftigt und fühlt sich sichtlich wohl – vielleicht auch deshalb, weil vor allem die Bad Hersfelder Altstadt ihrer Heimat ähnle.

„Ich hatte schon immer eine soziale Ader und habe mich ehrenamtlich engagiert“, erklärt sie ihre Berufswahl, die nicht immer auf Verständnis stößt. Die gängigen Klischees über Sozialarbeiter kennt die 28-Jährige zur Genüge. Beirren lässt sie sich davon aber nicht. „Ich weiß, was wir leisten, und das positive Feedback und die Dankbarkeit der Mädchen und Jungen sind mir wichtiger als viel Geld.“ Jugendarbeit sei weitaus mehr als Spielen und Kaffee trinken, hinter vielen Angeboten stecke ein großer Organisationsaufwand. Gerade hat die 28-Jährige das Konzept für ein Lernangebot gemeinsam mit interessierten Schulen geschrieben. An der vielfältigen Arbeit mit jungen Menschen reizen sie gleich mehrere Dinge. „Kinder und Jugendliche sind unsere Zukunft“, so Yauno. Eine gute Erziehung und Freizeitgestaltung könne sich positiv auf die Entwicklung auswirken. Und: „Sie sagen, wenn sie etwas blöd finden, aber auch, wenn sie dich mögen. Man weiß immer, woran man ist.“ Ihr Ziel für das Jugendhaus ist es, noch mehr Jugendliche in die Einrichtung zu holen und sie daran zu binden.

In ihrer Freizeit liest und schwimmt die Weiteröderin gern. „Das macht den Kopf frei.“ Der Lockdown habe sie außerdem zum Film- und Serienjunkie werden lassen. (Nadine Maaz)

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