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SPD-Bürgermeisterkandidat Vollmar setzt auf Nahwärmenetze

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SPD-Bürgermeisterkandidat Karsten Vollmar mit Lothar Seitz (rechts), Gerhard Finke und Dirk Siebert (von links).
Will Energiequartiere einrichten: SPD-Bürgermeisterkandidat Karsten Vollmar mit Lothar Seitz (rechts), Gerhard Finke und Dirk Siebert (von links). © Ulrich Wolf

Alternative Formen der Energiegewinnung spielen auch im Bürgermeisterwahlkampf in Bad Hersfeld eine Rolle.

Bad Hersfeld – Vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden Energiekrise plädiert der SPD-Bürgermeisterkandidat Karsten Vollmar dafür, schnellstmöglich ein sogenanntes „Energiequartier“ auf dem Wever-Gelände zu etablieren. Dort könnte Energie vor Ort gewonnen werden, um damit die lokale und regionale Wertschöpfung zu stärken.

„Wärmepumpen und Nahwärmenetze werden bis 2050 den Markt beherrschen“, glaubt der SPD-Bürgermeisterkandidat und schlägt deshalb vor, auf dem Gelände der ehemaligen Wever-Fabrik den Grundstein für eine solche Energieanlagenkonzeption zu setzen. In der Regel würden diese Anlagen mit Erdwärme und Wärmepumpen oder auch mittels Solarthermie und PV-Anlagen betrieben werden und könnten die Energie an mehrere Abnehmer in der Stadt abgeben.

„Der Einsatz von Erdwärme ist hier im Kontext des Heilquellenschutzgebietes definitiv zu prüfen, die anderen Energiesysteme sind grundsätzlich jedoch einsetzbar und bereits heute marktfähig“, heißt es dazu in einer Mitteilung von Vollmar.

So könnte in Bad Hersfeld ein flächendeckendes und umweltschonendes Energiequartier aufgebaut werden. Die Chance auf die Einbindung und Versorgung privater Haushalte, aber auch öffentlicher Gebäude, wie etwa des Klinikums, der Sparkasse, des Amtsgerichts, des Landratsamtes oder anderer Eigentümer in der Kernstadt sei dabei möglich.

Vollmar glaubt, dass sich daraus in Form einer Genossenschaft sogar ein Geschäftsmodell entwickeln könnte, bei dem öffentliche Träger, aber auch private Haushalte Teil einer klimaschonenden Energieversorgung würden. „Der Vorteil liegt auf der Hand: Die Preisentwicklung wird unabhängiger vom Öl- und/oder Gasmarkt. Wir erzielen eine höhere Versorgungssicherheit, die Heizkosten sind kalkulierbar und die Förderung durch den Bund ist derzeit exzellent“, erklärt der SPD-Politiker und verweist auf entsprechende Förderprogramme.

„Zudem hätten wir mit den Stadtwerken eventuell einen versierten Partner vor Ort, von dem auch die Stadt profitieren kann“, sagt Vollmar. Diese Idee sei auch in den Stadtteilen umsetzbar - unter anderem im Zusammenhang mit gemeinschaftlich genutzten Biogasanlagen. Vollmar verweist auf das Beispiel der Nachbargemeinde Hauneck, wo sich in Oberhaun eine entsprechende Energiegenossenschaft formiert hat (HZ berichtete). Der Landesbetrieb Landwirtschaft auf dem Eichhof könnte mit seiner Expertise als Berater fungieren, glaubt Vollmar.

„Diese Vorschläge sind sicherlich nicht über Nacht umsetzbar – sie stellen aber eine energiepolitische Strategie dar, die es in Bad Hersfeld umzusetzen gilt“, heißt es in der Mitteilung von Vollmar.

Angesichts stetig steigender Energiepreise müsse Bad Hersfeld vorbereitet sein: „Allein schon für den kommenden Winter werden wir Entscheidungen treffen müssen in puncto Bäderwärme, Wärmehallen für Obdachlose oder auch Netzausfallplanung“, mahnt der SPD-Bürgermeisterkandidat.  ( red/kai)

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