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Stadt- und Kreisarchiv in Bad Hersfeld: Magistrat favorisiert nun doch den Neubau

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Die Visualisierung zeigt, wie das VR-Parkhaus im ehemaligen Herkules-Center einmal aussehen soll mit Metall-Mesh-Fassade, bepflanzten Elementen und Lichteffekten.
Hier könnte das Stadtarchiv einziehen: Der umgebaute ehemalige Herkules-Markt und das VR-Parkhaus in einer Visualisierung des Architekturbüros Beier sind die Alternative zum Neubau. © Architekturbüro Beier

Der Magistrat von Bad Hersfeld favorisiert nun doch einen millionenschweren Neubau des Stadt- und Kreisarchivs nach den Plänen des Architektenwettbewerbs zum Hessentag.

Bad Hersfeld – Die Alternative zum Standort des Neubaus an der Antoniengasse – das Archiv zieht in ein Parkhaus des VR-Bankvereins – würde die Kreisstadt langfristig fast zwei Millionen Euro mehr kosten. Das berichtete Bürgermeister Thomas Fehling am Mittwochabend im Ausschuss für Bildung und Kultur. Das letzte Wort hat die Stadtverordnetenversammlung am 15. September.

Die Politik muss zwischen zwei Varianten entscheiden. So könnte das Stadtarchiv wie ursprünglich geplant von der Stadt gebaut werden. Dafür gibt es Geld aus Städtebaufördermitteln. Teile des Neubaus sollten dann an den Kreis vermietet werden. Diskutiert wird aber auch weiterhin, ob der VR-Bankverein sein Parkhaus im ehemaligen Herkules-Komplex herrichtet und die Räume dauerhaft an Stadt und Kreis vermietet.

VR-Bankverein hofft auf schnelle Entscheidung

Der VR-Bankverein Bad Hersfeld-Rotenburg äußert sich auf Anfrage unsere Zeitung noch zurückhaltend zu der Beschlussempfehlung des Magistrats. Es lägen aktuell noch keine Informationen zu einer Entscheidung über die Beschlussvorlage vor, sagt Vorstandsmitglied Thomas Balk. Die Bank würde es jedoch begrüßen, wenn die Kreisstadt eine Entscheidung trifft, „die eine kurzfristige Entwicklung der Flächen in der Antoniengasse ermöglicht“.

Der Beschlussempfehlung des Magistrats liegt eine Gegenüberstellung aller Kosten sowie eine Bewertung der Auswirkungen auf das Klima und des Hochwasserrisikos zugrunde. Demzufolge würden die Kosten für die Stadt auf 30 Jahre gerechnet für einen Neubau bei 4,78 Millionen Euro, bei der Mietvarianten im VR-Parkhaus allerdings bei 6, 56 Millionen Euro liegen.

Stadt- und Kreisarchiv: Verfahren dümpelt seit Monaten vor sich hin

Insgesamt wird mit Baukosten von 10,14 Millionen Euro kalkuliert, wovon über die Hälfte gefördert werde. „Das ist eine ordentliche Summe, aber es könnte endlich weitergehen, wenn auch mit Unwägbarkeiten“, sagte Fehling mit Blick auf die Inflation und die stark steigenden Baukosten. Deshalb sei in dem Baukostenvoranschlag auch ein Risiko-Puffer von etwa 20 Prozent eingeplant.

Trotz der Empfehlung des Magistrats ist die Entscheidung weiter offen. Dem Vernehmen nach geht es jetzt vor allem darum, das seit Monaten vor sich hindümpelnde Verfahren mit belastbaren Zahlen wieder in Gang zu bringen und eine Diskussion anzustoßen. Die Bürgermeisterkandidaten hatten sich skeptisch gezeigt, ob die Stadt einen Archivneubau errichten sollte. (Kai A. Struthoff)

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