Corona-Schnelltests von Soldaten

Stäbchen statt Eurofighter: Bundeswehr hilft in Altenheimen in Hersfeld-Rotenburg

Um die Alten- und Pflegeheime bei den Corona-Schnelltests zu entlasten, hat die Bundeswehr 24 Soldaten in den Landkreis Hersfeld-Rotenburg geschickt.  Andreas Fuhrmann, Zugführer des Hilfeleistungskontingents, testet auf unserem Foto Romina Bowien in der K & S-Seniorenresidenz in Bad Hersfeld.
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Um die Alten- und Pflegeheime bei den Corona-Schnelltests zu entlasten, hat die Bundeswehr 24 Soldaten in den Landkreis Hersfeld-Rotenburg geschickt. Andreas Fuhrmann, Zugführer des Hilfeleistungskontingents, testet auf unserem Foto Romina Bowien in der K & S-Seniorenresidenz in Bad Hersfeld.

Um die Alten- und Pflegeheime bei Corona-Schnelltests zu entlasten, hat die Bundeswehr 24 Soldaten in den Kreis geschickt. Sie testen Mitarbeiter und Besucher der Einrichtungen.

Hersfeld-Rotenburg – Normalerweise sitzen sie in Kampfflugzeugen und hantieren mit Lenkflugkörpern. Seit dieser Woche dreht sich bei 24 Soldaten des Taktischen Luftwaffengeschwaders 31 alles um wesentlich ungefährlichere Gegenstände: die Stäbchen der Corona-Schnelltests. Ohne negativen Coronatest darf derzeit kein Altenheim betreten werden. Pro Tag testen die Soldaten vom Eurofighter-Stützpunkt aus Nörvenich im Rheinland (Nordrhein-Westfalen), die Anfang der Woche von den DRK-Kreisverbänden Bad Hersfeld und Rotenburg geschult worden sind, daher rund 50 Menschen.

„Das ist natürlich zu Beginn erst mal ungewohnt“, sagt Michael Penzler, Oberstleutnant der Reserve vom Kreisverbindungskommando, der den Einsatz des sogenannten Hilfsleistungskontigents im Landkreis koordiniert. „Aber die Soldaten sind bestens durch die DRK-Kreisverbände Bad Hersfeld und Rotenburg im Umgang mit den Schnelltests geschult worden und haben sich mittlerweile daran gewöhnt“, so Penzler.

In den Heimen sind die ungewohnten Hilfskräfte willkommene Gäste. „Sie sind eine große Entlastung für unsere Mitarbeiter“, sagt etwa Andrea Kümmel, Einrichtungsleiterin der K & S-Seniorenresidenz in Bad Hersfeld. „Wir testen rund 250 Mitarbeiter und Besucher pro Woche. Das macht sich natürlich in unserem Alltag bemerkbar. Wir können uns jetzt wieder mehr auf unsere Aufgaben konzentrieren“, sagt Kümmel. Ein positiver Nebeneffekt sei, dass die Uniformträger auch für ein bisschen Abwechslung im Pandemiealltag sorgten.

Landkreis hatte um Amtshilfe gebeten - Soldaten sind „willkommene Gäste“

Vorerst für drei Wochen helfen die Angehörigen der Luftwaffe, die in zwei Hotels in Bad Hersfeld und Bebra untergebracht sind, im Kreisgebiet aus. Eine Option auf Verlängerung gibt es. Diese Entscheidung obliegt dem Landkreis, der zuvor um Amtshilfe bei der Bundeswehr gebeten hatte.

Antreten zum Schnelltesten: 24 Soldaten des Taktischen Luftwaffengeschwaders 31 vom Eurofighter-Sützpunkt im Rheinland unterstützen die Alten- und Pflegeheime im Landkreis im Kampf gegen das Coronavirus.

„Sie sind hier sehr willkommene Gäste, deren Hilfe an vielen Stellen mit großer Erleichterung erwartet wird. Auch wenn sich das Infektionsgeschehen auf Kreisebene mittlerweile wieder entspannt hat, ist bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie jede einzelne helfende Person von großer Bedeutung“, hatte Landrat Dr. Michael Koch, der während seiner Wehrdienstzeit in Koblenz selbst an Hilfseinsätzen gegen das Rheinhochwasser 1993 beteiligt war, bei der Begrüßung der Soldaten gesagt.

Bundesweit sind laut Oberstleutnant Penzler derzeit 20 000 Soldaten für die Corona-Unterstützung abgestellt. „Die Bundeswehr zieht aus ganz Deutschland Personal zusammen und setzt es dort ein, wo es gebraucht wird.“ So erkläre sich auch, warum Soldaten aus dem äußersten Westen der Republik in Waldhessen aushelfen. „Das ist Zufall“, sagt Penzler. (Sebastian Schaffner)

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