Fäuste flogen bei Kirmes in Oberlengsfeld: Strafverfahren eingestellt

Bad Hersfeld. Ein 23-jähriger Mann aus Wildeck und ein 16 Jahre alter Heringer sind im September 2014 bei einer Kirmes in Oberlengsfeld aneinander geraten. Es kam zur Schlägerei. Jetzt fand die Gerichtsverhandlung statt. 

Betrunken waren damals zu früher Morgenstunde beide, so dass ohne konkreten Anlass erst ein paar „Freundlichkeiten“ hin- und herflogen und dann auch gleich die Fäuste.

Vor Strafrichterin Silvia Reidt hatten Angeklagter und Geschädigter gestern denn auch nur arg getrübte Erinnerungen an den nun schon längere Zeit zurückliegenden Vorfall. So war auch die Frage, ob nicht nur geschlagen, sondern auch getreten wurde - das hätte aus der einfachen Körperverletzung rechtlich eine „gefährliche“ gemacht - , nicht mehr zweifelsfrei zu beantworten.

Einen Schlag ins Gesicht räumte der 23-Jährige neben Geschubse und Geschiebe aber unumwunden ein.

Noch dazu hatte sich der Wildecker („Ich bin eigentlich kein Schläger“) kurze Zeit nach der Tat mit dem Heringer getroffen, um sich auszusprechen und zu entschuldigen. Der Versuch, das Geschehen mit Hilfe von Zeugen aufzuklären, blieb ebenfalls erfolglos. Auch die Begleiter auf beiden Seiten hatten nur noch Nebulöses im Gedächtnis.

Und der Eigentümer jenes Golf GTI, vor dessen Auto die Rangelei stattfand, sorgte sich bei seinem Hinzueilen mehr um Lack und Motorhaube als um den Schlagabtausch der Kampfhähne. Immerhin: dass nachher nur ein Plastikteil am Außenspiegel auf der Verlustliste stand, tat der Friedewalder im Zeugenstand mit einem großzügigen Schulterzucken ab.

Buße und Schmerzensgeld

Die magere Beweislagelegte die Einstellung des Verfahrens nahe, der nach kurzer Unterbrechung auch alle Beteiligten zustimmten. Ganz ungeschoren kam der Wildecker jedoch nicht davon: 600 Euro muss er als Schmerzensgeld bezahlen und noch einmal so viel an den Verein „Frauen helfen Frauen“. Hat er das Geld innerhalb der nächsten sechs Monate überwiesen, ist der Fall erledigt.

Von Karl Schönholtz

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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