Verdi und Standortleitung verneinen schlechtes Arbeitsklima

Bad Hersfeld: Streik bei Amazon spaltet die Belegschaft

Bad Hersfeld. Seit April 2013 währt in Bad Hersfeld der Arbeitskampf beim Internetversandhändler Amazon, und die Fronten scheinen sich immer mehr zu verhärten.

Während einige Amazonier, die sich nicht an den Streiks beteiligen, von einer Spaltung der Belegschaft und einem schlechten Arbeitsklima sprechen, weisen Gewerkschaftsvertreter Kritik am Umgang mit Nicht-Streikenden zurück.

Behauptungen, dass Mitarbeiter zur Mitgliedschaft in der Gewerkschaft gedrängt und von streikenden Kollegen beschimpft würden, tritt Verdi-Sekretärin Mechthild Middeke entschieden entgegen. „Es wird niemand unter Druck gesetzt, bei Verdi einzutreten“, so Middeke, die sogar von übler Nachrede spricht.

Auch den Behauptungen, dass bei öffentlichen Streikaktionen Nicht-Amazonier zur Unterstützung herangezogen würden und Streikende aus Unlust einfach zu Hause blieben, kontert Middeke. „Streik bedeutet, der Arbeit fernzubleiben“, erklärt sie. „Es gibt keine Vorschrift, sich vor der Tür des Arbeitgebers aufzuhalten. Hier wird versucht, die Streikenden zu diskreditieren und Unfrieden zu stiften.“

Wechselseitige Anfeindungen seien ihr bekannt, von einer „totalen Spaltung“ der Belegschaft könne man aber nicht reden. Für das Streikjahr 2014 zieht Middeke eine positive Bilanz, vor allem was die Beteiligung in ganz Deutschland betrifft. „Diesen Weg werden wir auch 2015 weiter gehen. Unser Fernziel bleibt ein Tarifvertrag und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen.“

Von einer Spaltung der Belegschaft oder einem schlechten Arbeitsklima möchte auch Robert G. Marhan, General Manager am Bad Hersfelder Standort Amazonstraße, nicht sprechen. „Es gibt Meinungsverschiedenheiten auf beiden Seiten, aber der Großteil hält sich raus. Wir fordern alle Mitarbeiten auf, respektvoll miteinander umzugehen.“ Er selbst stehe jederzeit als Vermittler zur Verfügung. (nm)

Welche Kritik die zufriedenen Amazonier äußern und warum sie mit ihrer Arbeit zufrieden sind, lesen Sie in der Dienstagsausgabe der Rotenburg-Bebraer Allgemeinen.

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