Viel Arbeit trotz sinkender Infektionszahlen

Corona sorgt für Stress im Gesundheitsamt

Eine Hand hält einen Telefonhörer
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Symbolbild: Eine Hand hält einen Telefonhörer

Zwei Kinder der Grundschule Ronshausen sind am Wochenende positiv auf das Coronavirus getestet worden. Für die Mitarbeiter bedeutet das Stress. Hunderte Anrufe sind nötig, um alle betroffenen Familien zu informieren.

Hersfeld-Rotenburg – In Anbetracht des derzeit relativ geringen Infektionsgeschehens könne die Aufgabe, die Kontakte infizierter Personen nachzuverfolgen, von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gesundheitsamtes selbst erledigt werden, erklärt Kreissprecher Pelle Faust. Sollten die Infektionszahlen wieder steigen, könne zusätzliches Personal aus anderen Bereichen der Verwaltung kurzfristig rekrutiert werden. Auf jeden Fall, so bestätigt Faust, sei in verschiedenen Teilen der Kreisverwaltung ein „erhöhtes Arbeitsaufkommen feststellbar“ Wie viele Überstunden seit März tatsächlich aufgelaufen sind, kann er jedoch nicht genau beziffern.

Tausende von Zetteln haben Besucher von Restaurants, Cafés und Veranstaltungen in den vergangenen Monaten ausgefüllt. Die Daten sollen im Falle einer Infektion mit dem Coronavirus ermöglichen, Kontakte nachzuvollziehen und dann Infektionsketten zu unterbrechen.

Doch werden diese Informationen überhaupt benötigt? „Bisher noch nicht“, sagt Pelle Faust. Doch bei Bedarf werde man auf diese Listen, die Gastronomen und Veranstalter für vier Wochen aufbewahren müssen, zurückgreifen. Erfreulich ist jedoch: Die Kontaktbögen werden wohl im Landkreis Hersfeld-Rotenburg überwiegend korrekt ausgefüllt. Angaben wie „Superman“ oder „Mickey Mouse“ mit falschen Telefonnummern sind dem Gesundheitsamt bisher jedenfalls nicht bekannt geworden.

Zur Unterstützung wurde dem Team des Gesundheitsamtes mit Beginn der Pandemie ein sogenannter Containment-Scout vom Robert-Koch-Institut (RKI) als zusätzliche Arbeitskraft zur Seite gestellt. Rund 500 Containment-Scouts hat das Bundesverwaltungsamt im Auftrag des Robert-Koch-Instituts ab Frühjahr 2020 eingestellt, in der Regel Studierende der Medizin oder anderer Gesundheitswissenschaften. Sie wurden für ihre Aufgabe in den Gesundheitsämtern geschult und sollen dabei helfen, Kontaktpersonen schneller und effektiver nachzuverfolgen.

Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kreises erhalten regelmäßige Informationen über neue Entwicklungen des Infektionsgeschehens. Auch Erfahrungen werden weitergegeben. Medizinische Fachfragen werden weitergeleitet und von entsprechenden Fachleuten beantwortet. (Christine Zacharias)

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