Summacom siedelt sich im Bad Hersfelder Schildepark an

Vertriebsleiter Marc Kirch über geplantes Callcenter: „Wir fühlen uns sehr willkommen“

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Platz für bis zu 250 neue Mitarbeiter: Marc Kirch in den neuen Geschäftsräumen am Bad Hersfelder Schilde-Park. 

Die Firma Summacom will bis zu 250 neue Arbeitsplätze am Schilde-Park in Bad Hersfeld schaffen. Mit dem Marketing- und Vertriebsleiter Marc Kirch sprach Kai A. Struthoff

Es ist die wohl größte Firmen-Neuansiedlung in den vergangenen Jahren in unserer Region. Die Firma Summacom will bis zu 250 neue Arbeitsplätze am Schilde-Park in Bad Hersfeld schaffen. Mit dem Marketing- und Vertriebsleiter Marc Kirch sprach Kai A. Struthoff

Was verbirgt sich hinter der Firma Summacom?

Wir sind multimedialer Kommunikationsdienstleister und bieten unseren Geschäftskunden Unterstützung in Kundenservice und Vertrieb über alle Kanäle an. Wir arbeiten inzwischen branchenübergreifend, obwohl wir 1997 in St. Ingbert im Saarland als Service-Center der Sparda-Bankengruppe angefangen haben. Inzwischen arbeiten über 400 Mitarbeiter auch für andere Banken, Versicherungen, Baumärkte, Gesundheits- und Industrieunternehmen. Zudem haben wir eine hauseigene Akademie, die unsere Mitarbeiter für alle Aufgaben schult und ihre Leistungen auch am Markt anbietet.

Summacom ist also ein Callcenter. Telefonieren kann man von überall, warum ist Ihnen daher eine Dependance in der Mitte von Deutschland so wichtig?

Unsere Kunden sind im ganzen Land vertreten. Wir sind bundesweit gut vernetzt, wollen neuen Kunden mit Bad Hersfeld auch einen zentralen Standort bieten, denn der direkte Kontakt ist sehr wichtig. Deshalb pflegen wir eine Kultur der offenen Tür. Ein entscheidender Faktor ist auch, dass wir uns in Bad Hersfeld sehr willkommen fühlen und die Gespräche mit allen Verantwortlichen von der Wirtschaftsförderung des Kreises und in der Stadtverwaltung sehr reibungslos verliefen. Deshalb haben wir hier bereits rund eine Million Euro investiert.

In unserer Region sind viele Logistiker ansässig, die Arbeitslosigkeit ist vergleichsweise gering. Finden Sie denn hier bei uns überhaupt noch ausreichend Personal?

Wir haben an unsere Mitarbeiter etwas andere Anforderungen als Logistiker. Alle neuen Mitarbeiter werden deshalb von uns umfassend geschult – wie aktuell die ersten 30 Mitarbeiter, welche wir bereits gefunden haben. Bis zu 250 Mitarbeiter stellen wir ein, 70 noch in diesem Jahr.

Wo sollen die herkommen? Alle Betriebe klagen über Fachkräftemangel.

Wir hoffen, dass wir in einem Radius bis 100 Kilometer rund um Bad Hersfeld unsere neuen Mitarbeiter finden. Wir suchen nach Menschen, die gern kommunizieren, sich dabei klar und deutlich ausdrücken können – gern auch mit Akzent. (Lacht) Ich selbst kann meine saarländische Herkunft ja auch nicht ganz verbergen. Insbesondere Quereinsteiger aller Altersgruppen sind herzlich willkommen. Wir bilden unsere Leute selbst aus, niemand wird ins kalte Wasser geschmissen.

Die Callcenterbranche hat keinen guten Ruf. Man hört von großem Druck und viel Kontrolle. Wie ist das bei Ihnen?

Natürlich müssen wir uns den Marktbedingungen anpassen, deshalb wird auch bei uns hart gearbeitet. Gleichzeitig wissen wir: Nur wer sich wohlfühlt, ist motiviert, bleibt langfristig und ist somit in der Lage Bestleistungen für Kunden zu erbringen. Wertschätzung, Vielfalt, Respekt und Zusammenhalt stehen im Zentrum unserer Unternehmensphilosophie.

Was zahlen Sie?

Wir zahlen deutlich über Mindestlohn, das ist eine klare Ansage. Die genaue Höhe

des Gehalts ist von der Qualifikation und von den jeweiligen Projekten abhängig. Eine langfristige, unbefristete Anstellung ist unser Ziel und wir bieten zum Beispiel auch 30 Tage Urlaub und zahlreiche andere „Goodies“.

Arbeiten Sie eigentlich im Schichtdienst?

Teilweise, weil wir für einige Banken als wesentliche Auslagerung tätig sind, unterliegen wir speziellen Regularien, weshalb wir auch rund um die Uhr an sieben Tagen der Woche im Einsatz sein dürfen.

Wo sollen Ihre Mitarbeiter aber parken? Rund um den Schilde-Park ist es immerhin jetzt schon ziemlich eng.

Ja, das habe ich auch schon gemerkt. Wir haben deshalb im ersten Schritt 80 Parkplätze in einem Parkhaus in der Nähe angemietet und werden bei Bedarf weitere Stellplätze in Standortnähe zur Verfügung stellen können.

Zur Person

Marc Kirch wurde in Saarbrücken geboren. Er ist Diplom- Betriebswirt (FH). 2016 kam Kirch als „Out-of-the-Box“-Denker zur Summacom und leitet heute den Bereich Marketing und Vertrieb. Zuvor war Kirch elf Jahre in der Lebensmittelbranche für führende Getränkemarken tätig, und blickt auch in dieser Branche auf nachhaltige Erfahrungen in vertrieblicher Schnittstellen-Funktion, Public Relations und Consumer Marketing zurück. Marc Kirch ist ledig, glücklich liiert und spielt als leidenschaftlicher Musik- und Astronomiefan auch sehr gerne Tennis und Beachvolleyball.

Viele Synergien zwischen Summacom und Bad Hersfeld

Die Firma Summacom wurde 1997 als Tochtergesellschaft der Sparda-Bank für den Telefonservice gegründet. Seit 2015 firmiert sie unter dem Namen Summacom als branchenübergreifende Dienstleistungsmarke mit Sitz in St. Ingbert bei Saarbrücken. Seit 2017 gibt es auch eine eigene Weiterbildungs-Akademie. Bad Hersfeld soll der zweite Standort von Summacom in der Bundesrepublik werden. Hier hat die Firma mit der Netcom aus Kassel bereits einen ersten großen neuen Kunden gewonnen. Die Ansiedlung von Summacom wertet Bernd Rudolph von der Wirtschaftsförderung des Kreises als einen der größten Erfolge seit Amazon und DHL. Rudolph sieht gemeinsam mit der Arbeitsagentur „durchaus noch Arbeitskräfte-Potenzial“ in jenem kaufmännischen Bereich, in dem die Summacom aktiv ist. Entscheidend für die Ansiedlung in Bad Hersfeld sei das „professionelle Gesamtpaket“ gewesen, das die Wirtschaftsförderung auch gemeinsam mit der Stadt Bad Hersfeld geschnürt habe. Dazu gehöre auch, dass das benachbarte „wortreich“ künftig für Schulungen der Summacom-Akademie genutzt werden könne.

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