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Es muss weiter gespart werden: Synode des Kirchenkreises Hersfeld-Rotenburg beschließt Doppelhaushalt

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Wieder digital: Die Frühjahrssynode des Kirchenkreises Hersfeld-Rotenburg musste zum zweiten Mal als Videokonferenz stattfinden – hier Dekan Dr. Frank Hofmann.
Wieder digital: Die Frühjahrssynode des Kirchenkreises Hersfeld-Rotenburg musste zum zweiten Mal als Videokonferenz stattfinden – hier Dekan Dr. Frank Hofmann. © Screenshot Wilfried Apel

Internet statt Festhalle: Auch die Frühjahrssynode des Kirchenkreises Hersfeld-Rotenburg musste digital stattfinden. Beschlossen wurde der Doppelhaushalt für 2022/2023.

Hersfeld-Rotenburg – Die Verabschiedung des Doppelhaushalts 2022/2023 und der Bericht von Dekan Dr. Frank Hofmann waren die beiden wichtigsten Tagesordnungspunkte der Frühjahrssynode des Kirchenkreises Hersfeld-Rotenburg, die nun zum zweiten Mal in digitaler Form und damit als Videokonferenz veranstaltet wurde.

Eigentlich sollten die weit über 100 gewählten sowie qua Amt gesetzten Delegierten der Kirchengemeinden in der Festhalle in Friedewald tagen, aber die noch immer virulente Corona-Pandemie machte allen einen Strich durch die Rechnung, erläuterte der Vorsitzende der Kreissynode, Präses Reinhard Kerst, bei der Begrüßung der 105 per Zoom und der drei ganz real in der Heringer Stadtkirche teilnehmenden Kirchenparlamentarier.

Dafür, dass sich sowohl in diesem als auch im nächsten Jahr finanziell alles gut fügt, will und muss das Kirchenkreisamt auf der Grundlage eines Doppelhaushalts sorgen. Dessen neue Chefin Rahel Krause brachte das Zahlenwerk erstmals ein und erklärte, inwieweit Einnahmen und Zuweisungen für Produkte und Budgets zur Verfügung stehen und welche Ausgaben über die Einzelpläne für den Kirchenkreis, das Kirchenkreisamt und das regionale Diakonische Werk getätigt werden sollen. Kennzeichnend für alle Planungen ist, dass die Landeskirche im Rahmen des laufenden Reformprozesses Aufgaben und Verantwortung von oben nach unten delegiert hat – vor allem im Bereich des Baumanagements – und den Kirchenkreisen entsprechend dem neuen Finanzzuweisungssystem insoweit auch mehr Geld zur Verfügung stellt.

Das gilt jedoch nicht für alle Bereiche, beispielsweise die Gemeindehäuser, für die es jetzt keine Grundzuweisung mehr gibt. Grundsätzlich muss deshalb vor Ort weiter gespart werden, auch wenn hauptamtliche Kirchenmusiker jetzt direkt von der Landeskirche bezahlt werden.

Nach dem fast einstimmig verabschiedeten Haushaltsplan beläuft sich in den Ergebnishaushalten der Gesamtbetrag der Aufwendungen in beiden Jahren für den Kirchenkreis auf rund 4,5 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag 2022: 110 950 Euro, 2023: 16 920 Euro), für das Kirchenkreisamt auf knapp 1,7 Millionen (Jahresfehlbetrag 2022: 148 230 Euro, 2023: 151 830 Euro) und für das regionale Diakonische Werk im Jahr 2022 auf gut 2,5 Millionen und 2023 auf gut 2,4 Millionen (Jahresfehlbetrag 2022: 291 710 Euro, 2023: 164 750 Euro). Soweit erforderlich, wird auf Rücklagen zurückgegriffen. Darlehensaufnahmen sind nicht vorgesehen, Kassenkredite sind bis zu 2,5 Millionen Euro möglich.

Anders als in den Vorjahren wird die für jedes Gemeindeglied bei den Kirchengemeinden erhobene Kirchenkreisumlage nicht mehr nach der Größe der Kirchengemeinde gestaffelt, sondern gleichmäßig mit zwei Euro pro Person erhoben. Der Kirchenkreis verzichtet damit auf rund 100 000 Euro Einnahmen.

Zuschießen muss er mit großer Wahrscheinlichkeit beim Bad Hersfelder Weltladen, bei dem Besucherzahlen und Einnahmen coronabedingt weggebrochen sind. „Wie es mit dem Weltladen weitergehen soll, muss besprochen werden“, so Krause.

Ähnliches gelte für den Umgang mit den im Haushalt des Diakonischen Werks in den Bereichen Nichtsesshaftenhilfe sowie Jugendhilfe anfallenden Personalkostenfehlbeträgen, die unter anderem auf Reduzierungen bei der Anzahl der betreuten Familien zurückzuführen sind.

Eineinviertel neue Pfarrer für Ludwigsau

Eine frohe Botschaft hatte Dekan Dr. Frank Hofmann bei der Kreissynode für die Gemeindemitglieder des Kirchspiels Ludwigsau im Gepäck. Schon Anfang März wird die Pfarrstelle Ludwigsau 2 mit dem aus dem polnischen Lodz stammenden Pfarrer im Probedienst Dr. Michal Koktysz besetzt.

Nachdem die Pfarrstelle lange Zeit verwaist war und in zwei Ausschreibungsverfahren nicht besetzt werden konnte, hat die Landeskirche den 35-jährigen Seelsorger für die Stelle gewinnen können. Der Breitenbacher Pfarrer Wolf-Benjamin Gittermann, der noch bis Ende Februar einen Viertel-Dienstauftrag am Kreiskrankenhaus Rotenburg innehat, übernimmt zum gleichen Zeitpunkt einen Viertel-Dienstauftrag für pfarramtlichen Dienst im Kirchspiel Ludwigsau. Damit ist in Ludwigsau gemäß Pfarrstellenplan noch ein halber Dienstauftrag, der bis Sommer 2024 zur Verfügung steht, unbesetzt. Verschiedene Gespräche haben hier bislang noch nicht zu einem Ergebnis geführt.

Ausdrücklich dankte der Chef des Kirchenkreises allen, die dabei geholfen haben, die Vakanzzeiten in Ludwigsau, aber auch in Schenk-lengsfeld und Bebra, wo seit Anfang November Pfarrerin Dorothee Becker und Pfarrer Christoph Brunhorn wirken, zu überbrücken. Nachfolgerin von Pfarrerin Gerlinde Rothhardt, der in den Ruhestand getretenen Klinikpfarrerin am Rotenburger HKZ, wird ab März Pfarrerin Mareike Dorfschäfer. Sie wird mit einem halben Dienstauftrag für das Kreiskrankenhaus, das HKZ und das entstehende Hospiz zuständig sein. (Wilfried Apel)

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