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Tafel und Bahnhofsmission eröffnen neue Kleiderkammer in Bad Hersfeld

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Von: Jenny Breiding

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Ein neuer Kleiderladen, eine Kooperation von Tafel und Bahnhofsmission, hat in der Bad Hersfelder Innenstadt eröffnet. Unser Bild zeigt von links Dr. Thorsten Waap, Melanie Walla, Silvia Hemel und Annelie Zulauf.
Ein neuer Kleiderladen, eine Kooperation von Tafel und Bahnhofsmission, hat in der Bad Hersfelder Innenstadt eröffnet. Unser Bild zeigt von links Dr. Thorsten Waap, Melanie Walla, Silvia Hemel und Annelie Zulauf. © Jenny Breiding

In Bad Hersfeld hat ein neues Geschäft eröffnet, bei dem die Bad Hersfelder Tafel und die Bahnhofsmission zusammenarbeiten. Dort soll es um weit mehr gehen als nur günstige Kleidung.

Bad Hersfeld – Die Idee einer „anderen“ Kleiderkammer kam den Mitarbeiterinnen der Bahnhofsmission schon vor einigen Jahren. „Der Standort hier ist etwas Besonderes“, sagt Melanie Walla, die Leiterin des neuen Kleiderladens, der sich seit kurzem in der Bad Hersfelder Innenstadt neben dem Einzelhändler Tedi befindet.

Doch nicht nur Kleidung, auch Brillen, Bücher, Geschirr und jede Menge Kinderspielzeug gibt es hier zu kaufen. Die gespendete Kleidung ist in einem sehr guten Zustand, auf die Qualität der Spenden wird geachtet, sagt die Ehrenamtliche Silvia Hemel. „Wir bieten nur die Dinge an, die wir selbst auch tragen würden“, versichert sie außerdem.

Preise würden nicht im Voraus festgelegt, sondern später an der Kasse individuell bestimmt. „Es geht um das Erkennen und Versorgen von bedürftigen Menschen, hier soll kein Gewinn generiert werden“, betont Dr. Thorsten Waap, stellvertretender Geschäftsführer des Diakonischen Werkes, bei dem die Tafel angesiedelt ist. Dennoch seien die Sachen nicht kostenlos, damit sie in ihrer Wertigkeit geschätzt würden.

Den Ehrenamtlichen der Bahnhofsmission fehlte mittlerweile die Zeit, um, wie gewöhnlich, den direkten Kontakt zu hilfebedürftigen Menschen an den Zügen zu suchen. Sie seien nur noch mit der Ausgabe von Kleidung beschäftigt gewesen. Der Bedarf sei gerade in den vergangenen Monaten immens gestiegen, berichtet Hemel. Um den direkten Austausch am Bahnhof wieder aufleben zu lassen, sollte die Kleiderausgabe nun extern im Kleiderladen erfolgen.

Auch andere Anliegen sind willkommen

Doch auch Anliegen anderer Natur sind im Laden An der Obergeis jederzeit willkommen. Vielen Menschen fällt es leichter, hierher zu kommen als in die Bahnhofsmission, darüber sind sich alle einig. Deshalb sei der neue Kleiderladen anders als andere. Er soll der Vernetzung und der Begegnung dienen.

Denn nicht jeder brauche ausschließlich Kleidung – auch Gespräche, Fragen und Probleme sollen ihren Raum finden. „Es geht um den Leib und die Seele“, sagt Waap. So können mögliche Hemmungen, die die Inanspruchnahme von Hilfe oft begleiten, umgangen werden und die Menschen haben eine Anlaufstelle, um Notsituationen anzusprechen und Hilfe zu bekommen.

Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs und der angespannten wirtschaftlichen Lage vieler Länder kommen immer mehr Menschen in eine Situation, in der sie auf die Hilfe von Organisationen wie Bahnhofsmission und Tafel angewiesen sind.

Kleider-Spenden bekämen sie momentan genügend, sagt Silvia Hemel. „Wir hoffen nur auch, dass das so bleibt.“ Sie wünsche sich zudem mehr Kommunikation auf allen Ebenen. Und mehr Aufmerksamkeit für die Tätigkeiten der Tafel und der Bahnhofsmission, die in Zeiten wie diesen so wichtig sind.

Der Kleiderladen sei ein guter Anfang, um „loszulegen“ und sich stetig weiterzuentwickeln. Spenden und ehrenamtliche Mitarbeit sind vor allem während der Öffnungszeiten – dienstags 13.30 bis 16.30 und donnerstags 10 bis 14 Uhr – herzlich willkommen.

(Jenny Breiding)

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