Sie wurde mit Schwerlasttransporter angeliefert

Test in Bad Hersfeld: Spezialkran lud über 20 Tonnen schwere Kugel ab

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Verfolgten die Anlieferung der Betonkugel für das Energiepumpspeicher-Projekt im Bodensee, die Zwischenstation in Bad Hersfeld macht: Matthias Puchta (links), Projektleiter Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik, und Stephan Fromknecht, Projektleiter beim Baukonzern Hochtief.

Bad Hersfeld. Eine über 20 Tonnen schwere Betonkugel mit drei Metern Durchmesser ist am Dienstagmorgen per Spezialkran am Eichhof in Bad Hersfeld aufgestellt worden.

Sie wird dort für ein Meerespumpspeicher-Projekt des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (Iwes) getestet, das gegen Ende 2016 im Bodensee ausprobiert werden soll.

Gefördert wird das Projekt „StenSea“ vom Bundeswirtschaftsministerium.

Die hohle Betonkugel ist der größte Teil des Testsystems. Sie war bereits am späten Montagabend mit einem Tieflader-Schwerlasttransporter nach Bad Hersfeld gebracht worden. Hergestellt wurde sie im Auftrag des Iwes vom Bauunternehmen Hochtief in der Nähe von Frankfurt.

Nachdem die 21,4 Tonnen schwere Kugel am Morgen unter den wachsamen Blicken der Beteiligten sicher befestigt worden war, ging alles ganz schnell: nach einem kurzen „Flug“ in luftiger Höhe stand die Betonkugel am vorgesehen Platz vor dem Gebäude der Fraunhofer-Forscher.

Warum die Kugel ausgerechnet in Bad Hersfeld Zwischenstation macht? Wasser gibt es hier schließlich nur in der nicht besonders tiefen Fulda. Pressesprecher Uwe Krengel und Projektleiter Matthias Puchta verweisen auf die vorhandene Fläche und die gute Infrastruktur am Eichhof.

Personelle und materielle Unterstützung bekommen die Iwes-Mitarbeiter vom Landesbetrieb Landwirtschaftszentrum Eichhof.

Testweise eingebaut werden sollen nun die nötige Pumpstationeneinheit und die für den Betrieb des Systems benötigte Sensorik. Die hohle Kugel hat dafür oben ein Loch.

„Das ist schon ein sehr spannendes und innovatives Projekt, mit dem man nicht alle Tage zu tun hat“, erklärt Projektleiter Puchta den Modellversuch. „Es handelt sich um eine komplett neue Technologie, mit der zunächst grundsätzliche Erfahrungen gesammelt werden müssen.“

Dabei ist die Drei-Meter-Kugel eigentlich nur eine Miniatur-Version: Sollte so ein Kugelpumpspeicher später einmal tatsächlich im Meer zum Einsatz kommen, wäre die Kugel zehnmal so groß.

Nach einer Vorstudie wird laut Puchta seit 2013 an dem Projekt gearbeitet. Die Idee hatten zwei Physiker bereits im Jahr 2011.

Radfahrer, Spaziergänger und Besucher, die am Rande des Radweges einen Blick auf die Betonkugel werfen können, soll demnächst eventuell eine Infotafel über das Projekt informieren.

20 Tonnen schwere Betonkugel macht Station in Bad Hersfeld

Hintergrund: Hohle Betonkugeln sollen tief im Meer Energie speichern

Mehrere hundert Meter unter dem Meeresspiegel sollen hohle Betonkugeln Strom speichern und so ihren Teil zur Energiewende beitragen. Das ist die Idee hinter dem Kugelpumpspeicher. Sie geht auf die Physiker Prof. Dr. Horst Schmidt-Böcking und Dr. Gerhard Luther zurück. Der Hohlkörper wird auf dem Meeresboden installiert. Darin befindet sich eine Pumpturbine, wie bei einem Pumpspeicher-Wasserkraftwerk an Land. Wird ein Ventil an der Kugel geöffnet, strömt Wasser hinein und treibt die Turbine an. Strom wird erzeugt, was laut Pressemitteilung dem Entladen des Speichers entspricht. Beim Laden wird Wasser mit zum Beispiel überschüssigem Windstrom aus der Kugel gegen den Druck der Wassersäule herausgepumpt. Die Speicherkapazität steigt bei gleichem Volumen linear mit der Wassertiefe an. Das vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Projekt „StenSea“ wird aktuell vom Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik getestet. Im Wasser ausprobiert werden soll die Kugel dann im Bodensee.

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