In Turnschuhen zum Neujahrsemfang

Volles Haus bei der Kreis-CDU und ihrem Ehrengast Wolfgang Bosbach

Beliebtes Fotomodell: Geduldig posierten Wolfgang Bosbach (2. von rechts) und Timo Lübeck (rechts) für Erinnerungsfotos.

Bad Hersfeld. Wolfgang Bosbach, einer der beliebtesten und bekanntesten CDU-Politiker, war Samstag Ehrengast beim Neujahrsempfang des CDU-Kreisverbands Hersfeld-Rotenburg im wortreich in Bad Hersfeld.

Rund 6000 Einladung bekommt Wolfgang Bosbach pro Jahr. Nur 400 bis 500 kann er annehmen. Dass er ausgerechnet die Einladung zum Neujahrsempfang der CDU-Hersfeld-Rotenburg angenommen hat, ist wohl das Verdienst des Kreisvorsitzenden und Bundestagskandidaten Timo Lübeck, der Bosbach bei dessen Festspiel-Besuch im vergangenen Jahr bei einem Glas Wein dazu überredet hatte.

Die Mühe hat sich gelohnt, denn das „wortreich“ war rappelvoll, denn nicht nur CDU-Mitglieder waren gekommen, um den bekannten und beliebten Talkshow-Dauergast Wolfgang Bosbach zu sehen. Der kam ganz lässig in weinroter Chino-Hose und Turnschuhen. „Ein bisschen rustikal, aber besser in Turnschuhen in Hersfeld als in Lackschuhen im Graben“, witzelte Bosbach angesichts der Wetterverhältnisse. Nach einer kurzen, kämpferischen Rede von Lübeck, in der er die Verrohung der Streit- und Debattenkultur beklagte und nachdrücklich vor der AfD warte, von der „nichts brauchbares zu erwarten“ sei, übergab Lübeck an Bosbach, den er als „klugen, wertkonservativen“ Klartextredner“ vorstellte.

Dieser Ankündigung wurde Bosbach vollends gerecht. Sein rednerischer Rundumschlag wurde nur durch viel Zwischenapplaus unterbrochen, etwa dann als Bosbach launig bemerkte, dass zwar 80 Prozent der Menschen Politiker nicht mögen, aber sich doch 90 Prozent freuen, wenn sie einen sehen. Oder als Bosbach sagte: „Ich habe keine Angst vor der Islamisierung, sondern vor der Ent-Christianisierung Deutschlands“ und warnte: „Wir sollten nicht zu denen tolerant sein, die gar nicht daran denken,zu uns tolerant zu sein.“. Fast schon büttenreif war Bosbachs Ausspruch: „So ändern sich die Zeiten: Früher waren wir froh, wenn US-Präsidenten ihre Wahlversprechen hielten, heute sind wir froh, wenn sie es nicht tun.“ Das kam an und sorgte bei den Parteifreunden – nach unzähligen Fotos und Selfies mit Bosbach – noch lange für genug Diskussionsstoff bei Bier und Brezeln.

Ein ausführliches Interview mit Wolfgang Bosbach über seinen Abschied von der politischen Bühne und seine Pläne für die Zeit danach lesen Sie am Montag in der gedruckten Ausgabe Ihrer Zeitung.

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