Vorschuss soll künftig für Kinder bis 18 Jahre gezahlt werden

Unterhaltspflicht: Kreis Hersfeld-Rotenburg erwartet höhere Kosten

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Der Kreis steht für Unterhaltszahlungen ein.

Hersfeld-Rotenburg. Für den Unterhalt von 542 Kindern im Landkreis musste der Staat im vergangenen Jahr einspringen. Dafür zahlte der Kreis knapp 380 000 Euro – ein Drittel der Gesamtkosten. Eine geplante Gesetzesänderung könnte zu erheblichen Mehrkosten führen.

Bislang wurden laut Unterhaltsvorschussgesetz (UVG) Kinder bis 12 Jahre finanziell unterstützt. Die Kosten teilen sich zu je einem Drittel Bund, Land und Kreis. Geplant ist nun, dass die Zahlungen bis zum Ende des 18. Lebensjahr geleistet werden sollen. Der Bund will seinen Anteil auf 40 Prozent erhöhen. Einzelheiten sind noch nicht bekannt, Für Sozialdezernentin Elke Künholz und die Leiterin des zuständigen Jugendamtes, Anette Kranz, ist die Verlängerung dieser Vorschussleistung grundsätzlich akzeptabel, weil Heranwachsende sehr viel Geld kosten. Derzeit versucht man sich im Landratsamt an einer Vorhersage der erwarteten Fallzahlensteigerung.

Der Unterhaltsvorschuss wird immer dann gezahlt, wenn einer der beiden Elternteile den Unterhalt für die Kinder nicht zahlen kann oder – sich schlechtestenfalls vor einer Zahlung drückt. „Vorschuss“ heißt nicht umsonst so. Man bemüht sich, das Geld von den Schuldnern zurückzuholen. Die Erfolgsquote lag laut Künholz im vergangenen Jahr bei 23 Prozent. 2015 waren es 24 Prozent. Hessenweit lag der Kreis Hersfeld-Rotenburg damit auf Platz 9 von 33.

So viele Zahlen – dahinter stecken jedoch Schicksale von Alleinerziehenden und vor allem von Kindern. Es geht um Armut, macht auch Frauenbeauftragte Ute Boersch klar.

Vielen unwilligen Unterhaltszahlungspflichtigen sei nicht klar, dass das Geld für ihre Kinder bestimmt sei. In zerrütteten Beziehungen glaubten manche, sie könnten durch das Nichtzahlen ihre inzwischen ungeliebte Partnerin treffen. Doch die sei häufig ohnehin von Armut bedroht.

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