„Es tut einfach gut zu helfen“

Unternehmen aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg waren zum Helfen im Hochwassergebiet an der Ahr

Die Helfer aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg sitzen gemeinsam an einem Tisch beim Bier.
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Am Ende eines langen Tages: Die Helfer aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg – körperlich fix und fertig, aber mit dem guten Gefühl, geholfen zu haben.

Ein Hilfskonvoi mit Baumaschinen und Fachleuten aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg war am Wochenende zu einem Hochwasserhilfseinsatz in der Region um Ahrweiler.

Bad Hersfeld/Bebra – Elf Lastwagen und 13 Helfer, allesamt von örtlichen Unternehmen, zumeist aus dem Bausektor, waren an dem Einsatz beteiligt, der von Stefan Döring von der Firma Mäusgeier & Döring KG initiiert worden war.

Mit dabei war auch der Autohändler Friedrich Maier aus Bebra, der auch Kontakt mit der unserer Zeitung hielt.

Die Helfer aus Hersfeld-Rotenburg waren in Dernau, einem Nachbarort von Ahrweiler eingesetzt. „Wir haben vor allem verseuchte Erde abgetragen, Schutt abgefahren und Wege wieder befahrbar gemacht“, berichtet Maier. Übernachtet wurde vor Ort in einem Bus und in den Lastwagen. Die Bundeswehr und das THW versorgten die Hilfsfahrzeuge mit Dieseltreibstoff. Inzwischen gibt es vor Ort auch mobile Duschen und Toiletten, die für die vielen Helfer provisorisch errichtet wurden.

„Man kann sich das Ausmaß der Zerstörung gar nicht richtig vorstellen, wenn man es nicht selbst gesehen hat“, erzählt Friedrich Maier, der gemeinsam mit seinem Bruder bereits mehrfach im Hochwassergebiet geholfen hat. Den Helfern böten sich wahre „Schreckensbilder“, hinzu komme der Gestank von fauligem Wasser, Fäkalien und altem Öl. Überall türmten sich enorme Müllberge. „Das ist ein tödlicher Mischmasch aus allen möglichen, zum Teil kontaminierten Stoffen, die Entsorgung ist ein echtes Problem“, sagt Maier.

Die Dankbarkeit der Menschen vor Ort für die Hilfe sei hingegen überwältigend und entschädige für alle Strapazen. Allerdings hätten viele Bewohner der Hochwasserregion Angst, dass die große Hilfsbereitschaft irgendwann nachlässt. Dabei ist noch so viel zu tun, denn viele Haushalte sind weiterhin ohne Strom, Heizung oder Wasser. Und der Winter steht bevor. Im Moment seien vor Ort daher vor allem Fachleute mit geeignetem Werkzeug und schweren Gerät gefragt – eben solche, wie die Männer vom Hilfskonvoi aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg.

Friedrich Maier und seine Mitstreiter, von denen die meisten gar nicht namentlich genannt werden wollen, obwohl sie viel Zeit und Geld in ihre Hilfsaktion investiert haben, planen auch noch weitere Einsätze im Hochwassergebiet. Dabei seien auch andere Helfer aus dem Kreisgebiet willkommen, vor allem Fachleute mit handwerklichen Fähigkeiten werden dringend gebraucht. „Es tut einfach gut zu helfen“, berichtet Maier über die Motivation der Hochwasser-Helfer. „Am Ende des Tages ist man körperlich zwar fix und fertig – aber seelisch wird man dadurch aufgebaut.“ (Kai A. Struthoff)

Mit schwerem Gerät zum Hochwasser-Einsatz: Die Lastwagen und Baumaschinen des Hersfelder-Hilfskonvois auf der Anfahrt ins Katastrophengebiet und bei der Arbeit.

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