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Unternehmen bieten Ferienjobs für Schüler an

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Von: Laura Hellwig

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Seit vier Jahren Aushilfe im Hotel Zum Stern: Vivien Boethe (18) aus Holzheim hat dieses Jahr Fachabitur gemacht.
Seit vier Jahren Aushilfe im Hotel Zum Stern: Vivien Boethe (18) aus Holzheim hat dieses Jahr Fachabitur gemacht. © Laura Hellwig

Sechs Wochen Sommerferien stehen den Schülerinnen und Schülern im Landkreis bevor. Verschiedene Unternehmen suchen für diese Zeit Ferien-Aushilfen und Mini-Jobber.

Hersfeld-Rotenburg – Am Montag, 25., Juli, ist der erste Ferientag. Auch die vorlesungsfreie Zeit an Hessens Universitäten beginnt Mitte Juli. Diese freie Zeit nutzen einige junge Menschen, um sich mit einem Minijob etwas dazuzuverdienen. Im Kreis Hersfeld-Rotenburg haben Schüler und Studenten gute Chancen, einen Ferienjob in den unterschiedlichsten Bereichen zu bekommen.

Vor allem dem Hotel- und Gastronomiegewerbe fehle seit der Corona-Pandemie Personal. „Wir suchen ständig Leute. Fachkräfte ebenso wie Aushilfen“, sagt Holger Reichenauer, Vorsitzender des Dehoga Kreisverbandes Waldhessen.

Schüler-Aushilfen könnten in verschiedenen Bereichen des Restaurants und der Küche arbeiten, sagt Reichenauer. Wer engagiert dabei ist, habe außerdem gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz, wirbt der Dehoga-Kreisvorsitzende.

Gute Erfahrungen mit Ferienaushilfen habe auch Vitesco Technologies in Bebra gemacht, weshalb in diesem Jahr wieder mehr als 30 Aushilfsstellen angeboten würden, erzählt Pressesprecherin Emerenz Magerl-Ziegler.

Das Unternehmen sucht aktiv nach Aushilfen in Online-Jobportalen, bekommt aber auch Initiativbewerbungen. Die Bäckerei-Kette Guter Gerlach werbe derzeit verstärkt für Ferienjobs. In einigen Filialen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg seien bereits Schüler beschäftigt, Tendenz steigend.

Schüler können bei der Bäckerei sowohl im Verkauf als auch in der Produktion tätig sein, informiert Guter Gerlach. Wichtig dabei sei dem Arbeitgeber, dass die Schule immer vorgehe.

Zu allen hessischen und thüringischen Ferien würden außerdem bei K+S im Werk Werra Ferienjobs angeboten, so Pressesprecher Marcus Janz. Für Ferienjobs gebe es zwar keine Ausschreibungen und auch kein festes Kontingent verfügbarer Stellen, diese würden aber immer individuell mit den Bewerberinnen und Bewerbern vereinbart.

Hotel- und Gastronomiebranche hat seit Corona Personal verlorgen

Seit Beginn der Corona-Pandemie hat die Hotel- und Gastronomiebranche auch im Landkreis Hersfeld-Rotenburg viel Personal verloren, sagt Holger Reichenauer, Vorsitzender des Dehoga Kreisverbandes Waldhessen.

Man sei bemüht, Mitarbeiter zu gewinnen, auch indem man attraktive Angebote und Bedingungen für Auszubildende schafft. Wer bei einem Praktikum oder Ferienjob engagiert dabei ist, habe außerdem gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz, wirbt der Dehoga-Kreisvorsitzende. „Wir kämpfen um jeden Einzelnen“, sagt er.

Eine ähnliche Situation schildert Kirsten Stehling, Direktorin im Hotel am Kurpark, das Teil der Kniese Hotels ist. Vor Beginn der Corona-Pandemie haben die Kniese Hotels in Bad Hersfeld das ganze Jahr über feste Aushilfen beschäftigt, darunter auch Schülerinnen und Schüler.

Wegen anhaltender Lockdowns mussten viele dieser Aushilfen abgemeldet werden, sagt Stehling. Jetzt ist das Personal in den Hotels dünn besetzt, Schüleraushilfen seien schwer zu bekommen. Obwohl bereits eine Stellenanzeige geschaltet worden ist, sei kaum Interesse vorhanden, die Resonanz verhalten, so Stehling.

Das Problem: Der Hotelbetrieb läuft mittlerweile wieder wie vor der Pandemie, der Personalstand ist es nicht. Über Vermittlungsagenturen versuche man deshalb, Auszubildende und Aushilfen aus dem Ausland zu beschäftigen.

Auch die Bad Hersfelder Festspiele bieten jedes Jahr einige Möglichkeiten für Schüler und Studenten, in verschiedenen Bereichen des Theaters tätig zu sein. So gibt es etwa unter den Platzanweiserinnen einige Minijobber sowie in der Kartenzentrale am Markt. Auch Praktikumsplätze seinen in unterschiedlichen Bereichen möglich, etwa in der Requisite, in der Technik oder in der Regie.

Die Thimet Bäderbetriebe beschäftigen im Sommer ebenfalls Schüler und Studenten. Im Schenklengsfelder Freibad sind etwa zehn Schüler beschäftigt, die im Bistro arbeiten. Studenten mit entsprechender Qualifikation werden darüber hinaus als Rettungsschwimmer und Aufsicht am Becken eingesetzt, informiert Kay Thimet.

Schüler-Jobs an rechtliche Vorgaben gebunden

Die Agentur für Arbeit vermittelt keine Ferienjobs. Schülerinnen und Schüler, die einen Ferienjob suchen, können in der Jobbörse bei den geringfügigen Beschäftigungen fündig werden. Sinnvoll sei es, einen Ferienjob in dem Bereich zu suchen, in dem man sich eine spätere berufliche Tätigkeit vorstellen kann, empfiehlt die Arbeitsagentur.

Grundsätzlich gilt, dass Jugendliche erst ab 15 Jahren – höchstens acht Stunden am Tag – arbeiten dürfen, informiert die Arbeitsagentur. Sind sie jünger als 15 Jahre, ist eine Beschäftigung grundsätzlich verboten. Ausnahme:

Mit Einwilligung der Eltern dürfen Schüler ab 13 Jahren grundsätzlich zwei Stunden am Tag unter altersgerechten Bedingungen arbeiten.

Sind sie noch vollzeitschulpflichtig, ist eine Beschäftigung grundsätzlich verboten. Nur mit Einwilligung der Eltern dürfen vollzeitschulpflichtige Jugendliche grundsätzlich zwei Stunden am Tag unter altersgerechten Bedingungen arbeiten. Darüber hinaus können sie während der Schulferien bis zu vier Wochen im Kalenderjahr jobben.

(Laura Hellwig)

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