Logistische Herausforderung

Ventilator aus Bad Hersfeld wird nach Shanghai geliefert

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Riesig, schwer und hitzebeständig: Fertigungsleiter Torsten Kranz (links) und Gruppenleiter Lutz Waldstein vor Laufrad und Welle eines Ventilators, der demnächst in einem chinesischen Stahlwerk Dienst tut.

Bad Hersfeld. Zwei gigantische Radialventilatoren der Bad Hersfelder TLT-Turbo GmbH sollen demnächst in einem Stahlwerk in Shanghai zum Einsatz kommen.

So wie der Baumarkt Sperriges bis zur Bordsteinkante transportiert, so muss die Bad Hersfelder TLT-Turbo GmbH die beiden gigantischen Radialventilatoren für ein Stahlwerk in Shanghai jetzt „FOB“ liefern. Die Abkürzung steht für „Free on Board“ und meint in diesem Fall ein Containerschiff im Hamburger Hafen.

Bis dahin haben die Schwertransporte, die sich gestern um 22 Uhr auf den Weg machten, eine komplizierte Route vor sich: Über Landstraßen geht es zunächst in zwei nächtlichen Etappen nach Hanau, wo die Kisten auf ein Binnenschiff gehoben werden. Über Main, Rhein und das Kanalnetz werden die Ventilatoren bis nach Hamburg verschifft. Bis zum 10. Juni sollen sie dann an ihrem Bestimmungsort im zweitgrößten Stahlwerk der Welt angekommen sein.

Hochkomplizierte Logistik

Die Reise bis Hamburg ist also Sache der TLT. Vertriebsleiter Ralph Mansius spricht von einer „hochkomplizierten Logistik“. Tatsächlich muss dem Transport ein Vorauskommando den Weg bahnen. Es müssen beispielsweise Ampelmasten zur Seite gedreht und Verkehrszeichen abmontiert werden.

Auch auf dem Wasserweg waren etliche Hindernisse zu berücksichtigen. So erfordert eine Brücke die totale Absenkung des Schiffes, in einem anderen Fall schlüpfen die Ventilatoren gerade noch durch eine Schleuse, die dann wegen Bauarbeiten wochenlang geschlossen ist. „Termingerecht zu liefern ist nicht nur eine Frage von finanziellen Einbußen durch Vertragsstrafen, sondern auch wichtig für das Renommee,“ weiß Mansius.

Bestätigung für gute Arbeit

Das haben sich die Hersfelder bereits vor zwei Jahren mit einem ersten Großauftrag für die Baosteel-Gruppe erarbeitet. Die beiden weiteren Ventilatoren – Laufrad-Durchmesser 4,42 Meter, Leistung 10 200 Kilowatt, maximale Hitzebelastung 250 Grad – sind eine Bestätigung für diese gute Arbeit und schlagen in der Bilanz mit einem Volumen von knapp einer Million Euro zu Buche.

Inbegriffen sind dabei auch die weiteren Komponenten der beiden Ventilatoren, die nach TLT-Standards und -Spezifikationen vor Ort in China gebaut werden. Die Qualitätskontrolle und Endabnahme ist ebenfalls Sache der Hersfelder.

Und dann wird chinesischer Stahl mithilfe von Bad Hersfelder Technologie hergestellt.

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