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Viele Baustellen: Bad Hersfelds Bürgermeister warnt vor Verkehrskollaps

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Das Bild zeigt eine Absperrung im Vordergrund und auf der A 4 durch die Baustelle fahrende Fahrzeuge dahinter.
Stop and go oder Stau: Seit auf der A 4 die Vorbereitungen für den Ausbau der Autobahn laufen, staut sich dort häufig der Verkehr in Richtung Kirchheim. Deshalb umfahren viele dieses Teilstück. © Kai A. Struthoff

Der Ausbau der A 4, der Neubau der Hochbrücke, der geplante Neubau der Schnellbahnstrecke und der Ausbau des Klinikums: Droht in Bad Hersfeld der Verkehrskollaps?

Bad Hersfeld - Gleich mehrere langwierige und aufwendige Bauprojekte stehen in Bad Hersfeld bevor und werden Einwohner und Pendler extrem belasten. „Da können wir uns auf einiges gefasst machen“, warnte Bürgermeister Thomas Fehling am Mittwochabend im Ausschuss für Stadtplanung, Umwelt und Klima.

Gleichzeitig übte der Bürgermeister scharfe Kritik an dem laufenenden Ausbau der A 4, der seit Wochen zu einem Dauerstau auf der Autobahn in Richtung Kirchheim und zu erhöhter Verkehrsbelastung durch „Umfahrer“ in Bad Hersfeld und den Nachbargemeinden sorgt. Obwohl die Stadt „intensiv interveniert“ habe, sei man bei der zuständigen Autobahn GmbH nicht auf die Einwände von Bad Hersfeld eingegangen. „Man wollte offenbar Fakten schaffen“, vermutet Fehling. Er warf der Autobahn Gmbh vor, „unvollständig und nachlässig“ geplant zu haben. „Das ist alles nicht richtig durchdacht von den vermeintlichen Profis“, sagte Fehling.

Rückendeckung erhielt Fehling von Michael Barth (FWG), der als Ortsvorsteher von Kathus mit Sorge beobachtet, dass viele Autofahrer in Friedewald die A 4 verlassen und dann durch Sorga und Bad Hersfeld nach Neuenstein fahren. Andere Stau-Umfahrer nutzten noch die Hochbrücke. „Ich sehe erhebliche Probleme für den innerstädtischen Verkehr, wenn dort auch noch gebaut wird“, warnte Barth auch mit Blick auf das Klinikum und die Arbeit der Rettungsdienste. Hinter vorgehaltener Hand äußern viele Stadt- und Kreispolitiker sowie die Verantwortlichen der betroffenen Institutionen ähnliche Sorgen. Auch der Lärmschutzbeirat hatte bereits auf mögliche Probleme hingewiesen (wir berichten). Für etwas Klarheit könnte möglicherweise der geplante Workshop für den Masterplan Mobilität und Verkehr sorgen, bei dem am kommenden Dienstag Verbände und Interessenvertreter in der Stadthalle in Bad Hersfeld zusammenkommen wollen. Zudem ist Bad Hersfeld auch eine von zwei Städten in Deutschland, die für ein vom Bund gefördertes Modellprojekt „Motus“ zur Verkehrswende ausgewählt wurde (wir berichteten).

Dabei geht es darum, wie ein städtisches Verkehrssystem nachhaltiger, robuster und widerstandsfähiger gemacht werden kann, wenn große Störfaktoren wie etwa eine Pandemie oder eben große Infrastrukturprojekte anstehen.

Autobahn GmbH: Keine nennenswerten Stauereignisse auf A4

Die Autobahn GmbH betont auf Anfrage unserer Zeitung, dass bereits am 3. November 2020 bei einer öffentlichen Veranstaltung über das Bauprojekt informiert wurde. Weitere Informationen folgten. „Die einstreifige Verkehrsführung ist aufgrund zu geringer Fahrbahnbreiten und gesetzlich vorgegebenen Sicherheitsabständen zum fließenden Verkehr nicht anders umsetzbar“, erklärt die Autobahn GmbH. „Die Einwände der Beteiligten wurden aus unserer Sicht bewertet und wenn möglich auch berücksichtigt.“ So gebe es spezielle LED-Anzeigen mit dem Schriftzug „Umleitung überlastet“. Am verkehrsstarken Osterwochenende sei es zu Staus gekommen. „Trotz einer durchschnittlichen täglichen Verkehrsmenge von rund 40 000 Kfz auf der A 4 in diesem Bereich ist die verkehrliche Situation seitdem moderat“, teilt die Behörde mit. Eine dauerhafte Überlastung gebe es nicht. „Die Auswertung der Stauanlage ergab, dass es seit dem 27. April keine nennenswerten Stauereignisse mehr gegeben hat.“  (Kai A. Struthoff)

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