Traditioneller Start ist Palmsonntag

Das Problem ist die Feier: Viele Kirchengemeinden verschieben die Konfirmation

Konfer mit Kerze und Computer: Die Konfirmandenzeit in der Pandemie ist für die Jugendlichen schwierig. Unser Foto zeigt Leticia Altenburg beim erledigen ihrer Aufgaben.
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Konfer mit Kerze und Computer: Die Konfirmandenzeit in der Pandemie ist für die Jugendlichen schwierig. Unser Foto zeigt Leticia Altenburg beim erledigen ihrer Aufgaben.

In vielen evangelischen Kirchengemeinden in Hersfeld-Rotenburg ist noch unsicher, wann und wie die Konfirmationen 2021 stattfinden sollen. Die meisten haben die Termine verschoben.

Das geht aus den Antworten hervor, die unsere Zeitung auf eine Anfrage bei den Pfarrern im Kirchenkreis erhalten hat. Traditionell würden am Palmsonntag die Einsegnungsgottesdienste beginnen und bis in den Mai hinein dauern.

In den meisten Gemeinden wurden die Termine jedoch verschoben. Die Konfirmationen sollen überwiegend in der Zeit von Juni bis September stattfinden. „Das Problem“, so macht Pfarrer Thomas Funk aus Neukirchen deutlich, „ist nicht der Gottesdienst, sondern die Feier“. Der Gottesdienst könne auch in kleineren Gruppen gefeiert werden, auf ihr Fest mit der ganzen Verwandtschaft wollten die Jugendlichen aber nicht verzichten. Das sei ihnen wichtig.

In Obersuhl wurde die Konfirmation auf Anfang Juli verschoben in der Hoffnung, so Pfarrerin Juliane Schmidt-Wecken, dass die Großeltern dann alle geimpft sind und bei hoffentlich schönem Wetter draußen gefeiert werden kann.

Die Gottesdienste sollen in mehreren kleinen Gruppen stattfinden

Die Gottesdienste sollen in den meisten Gemeinden in mehreren kleineren Gruppen stattfinden. Den Jugendlichen aus Obersuhl und ihren Eltern ist es wichtig, dass alle an einem Wochenende konfirmiert werden. Auch der Abendmahlsgottesdienst soll gemeinsam im engsten Kreis gefeiert werden. Teilweise wird, zum Beispiel in Lispenhausen oder in Saasen, über Open-Air-Gottesdienste nachgedacht. In Niederaula setzt man, wie im vergangenen Jahr, auf weit geöffnete Kirchenfenster im Juli. In Wippershain finden am 25. April Einzelkonfirmationen im Garten statt.

Das Gemeinschaftserlebnis der Konfirmandenstunden war in diesem Corona-Jahr nur eingeschränkt möglich. Das haben sowohl Jugendliche, sondern auch Pfarrer vermisst. Je nach Größe der Gruppe und räumlichen Möglichkeiten fand aber zumindest teilweise Präsenzunterricht statt. In einigen Gruppen gab es Video-Unterricht, in anderen Arbeitspapiere per Mail

Konfirmandenzeit in der Pandemie ist schwierig für Jugendliche

Konfirmationen sind große Feiern, die üblicherweise schon viele Monate im Voraus geplant werden. Die Familie wird eingeladen, entfernte Verwandte brauchen Übernachtungsquartiere, ein Lokal fürs Mittagessen muss reserviert oder ein Catering-Service organisiert werden. In diesem Jahr ist das alles, wie schon im vergangenen Jahr, schwierig. Denn in den Gemeinden wird kurzfristig entschieden, je nach Corona-Lage. Eine Übersicht:

Die Konfirmandeneltern der Matthäuskirche in Bad Hersfeld haben zum Beispiel erst am Mittwochabend festgelegt, dass die für den 2. Mai geplante Konfirmation auf Anfang September verschoben wird. Die Konfirmanden seien in diesem Jahr mit besonderem Ernst, großer Zuverlässigkeit und Verbindlichkeit bei der Sache gewesen, hat Pfarrer Rainer Bätzing festgestellt. Er freut sich zudem über sehr persönliche, tiefsinnige Texte, mit denen die Jugendlichen ihren Gottesdienst gestalteten.

Mit Konfirmationen zum geplanten Termin wird derzeit noch in Unterhaun (18. April) , in der Stadtkirche Bad Hersfeld (25. April), in Wippershain (Einzelkonfirmationen im Garten (25. April) und Ransbach (2. Mai) geplant. Ein weiterer Termin für Stadtkirche und Johannesberg ist der 11. Juli.

Alheim: Die Konfirmationen wurden um sechs Wochen in den Juni und Juli verschoben. Derzeit werde über eine Verschiebung auf die Zeit nach den Sommerferien diskutiert, sagt Pfarrer Dirk Kroker.

Neuenstein: Die Konfirmationen wurden auf den Juni Juli und September verschoben. Mühlbach 20. Juni, Saasen und Raboldshausen 4. Juli. Groß ist die Enttäuschung, dass der für morgen geplante Vorstellungsgottesdienst zum Thema „Offen für Vielfalt – geschlossen gegen Ausgrenzung“ im Beisein der Bischöfin nicht stattfinden kann.

Haunetal: Hier wird noch über Alternativtermine kurz vor oder nach den Sommerferien nachgedacht.

Lispenhausen: Die Konfirmation soll nun am 11. Juli stattfinden, und zwar in zwei Gottesdiensten. Je nach Wetter und Infektionslage wird kurzfristig entschieden, ob in der Kirche oder im Freien.

Philippsthal und Heimboldshausen: Die Konfirmation wurde verschoben, der neue Termin steht noch nicht fest, wohl aber, dass in mehreren Kleingruppen Gottesdienst gefeiert wird.

Niederaula: In Niederaula und Kerspenhausen wird im Juli konfirmiert. In der Gemeinde bereichern die Konfirmanden das digitale Angebot, indem Gottesdienste auf YouTube online gestellt werden.

Kirchspiel Schenklengsfeld: In Wippershain soll außer den Einzelkonfirmationen im Garten eine weitere Konfirmation am 4. Juli vor der Kirche stattfinden. Ausbach hat auf den 27. Juni verlegt, Schenklengsfeld und Hilmes planen die Konfirmation im Pfarrgarten Hilmes am 11. Juli.

Kirchspiel Rockensüß: Die drei Konfirmationsgottesdienste wurden auf Juni verschoben. Pfarrerin Gundula Eckert freut sich, dass sich ein Konfirmand ans Orgelspiel gewagt hat und nun die Gottesdienste gekonnt begleitet.

Heringen: Die Konfirmationen wurden von März auf Juli verschoben. Es gibt vier Gottesdienste mit je sechs Konfirmanden.

„Für die Jugendlichen ist das ein ganz schwieriges Jahr“, sagt Pfarrerin Imke Leipold, die für Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Die Konfirmandenzeit sei eigentlich eine Zeit der Begegnung, während der darüber nachgedacht werde, was wichtig sei im Leben. Das sei auf Distanz nicht so gut möglich. (Christine Zacharias)

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