Schlussrechnung für das Landesfest 2019 liegt nun vor

Voll im Budget: Hessentag hat Bad Hersfeld 2,35 Millionen Euro gekostet

Das Bild zeigt den HR-Treff inklusive Riesenrad im Schilde-Park.
+
Der Hessentag als Gäste-Magnet: Rund 862 000 Besucher kamen nach Bad Hersfeld.

Fast genau 1,5 Jahre nach dem Hessentag in Bad Hersfeld liegt sie nun vor: die Bilanz. Aufgerundet 2,35 Millionen Euro hat das Fest die Stadt gekostet.

Bad Hersfeld - Damit liegt der Zuschussbedarf knapp 160 000 Euro unter dem geplanten, von der Stadtpolitik bereitgestellten Budget in Höhe von 2,5 Millionen Euro.

Die aus ihrer Sicht zufriedenstellende Schlussrechnung stellten Bürgermeister Thomas Fehling und Bad Hersfelds Hessentagsbeauftragte Anke Hofmann diese Woche auch den städtischen Gremien vor. In der Stadtverordnetenversammlung am 17. Dezember wird die Bilanz dann zur Kenntnisnahme auf der Tagesordnung stehen. „Wir liegen nicht nur gerade eben im Budget, sondern deutlich“, betonte Fehling auch mit Blick auf die Zweifel und die Kritik im Vorfeld des Landesfestes, das vom 7. bis 16. Juni 2019 rund 862 000 Besucher in die knapp 30 000 Einwohner kleine Kreisstadt gelockt hatte. „Das ist eine sensationelle Leistung“, so der Ratshauschef, der auch die Entscheidung der Stadt erneut bestätigt sah, das Fest bewusst „in der guten Stube und nicht auf der grünen Wiese“ auszurichten und nicht in den Wettbewerb um „höher, schneller, weiter“ einzusteigen.

Den Aufwendungen in Höhe von insgesamt rund 9,68 Millionen Euro stehen laut Stadt Erträge von rund 7,34 Millionen gegenüber, inklusive der direkten Förderung des Landes in Höhe von zwei Millionen Euro, sodass sich ein Zuschussbedarf von 2 348 559 Euro ergibt. Die drei größten Kostenblöcke waren das Veranstaltungsprogramm (rund 3,7 Mio.), die Herstellung von Flächen und Infrastrukturen (2,97 Mio.) sowie die Maßnahmen rund um Verkehr/Sicherheit (rund 1,9 Mio.). Dass man im Budget bleibe, habe sich schon bei den ersten Hochrechnungen abgezeichnet, so Hofmann.

Viel in die Sicherheit investiert

Ein bisschen Glück, gute Planung und jede Menge Arbeit stecken laut Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling hinter dem erfolgreichen Hessentag im vergangenen Jahr, und auch die Bilanz des als Defizitveranstaltung geltenden Landesfestes könne sich nun durchaus sehen lassen.

Viel investiert wurde in die Sicherheit der Besucher. Das Sicherheitskonzept des Hessentages unter der Leitung des Ersten Stadtrats Gunter Grimm war laut Bad Hersfelds Hessentagsbeauftragter Anke Hofmann 34 Seiten stark und „das Ergebnis von über zwei Jahren gemeinsamer Planung mit sehr vielen Beteiligten. Insgesamt beliefen sich die Aufwendungen für Sicherheitsmaßnahmen auf rund 982 000 Euro.“ Denn neben den zufriedenstellenden Zahlen sei natürlich eines besonders wichtig: dass es „ein sehr friedliches, großes Fest war“.

Der wetterbedingte Abbruch gleich des ersten Großkonzertes in der Arena mit den „Black Eyed Peas“ habe übrigens keine negativen Auswirkungen gehabt – dank einer entsprechenden Versicherung, wie Hofmann auf Nachfrage erläuterte.

59. Hessentag: Vom Antrag bis zur Zusage

Unter dem Motto „Bad Hersfeld – faszinierend lebendig“ und mit rund 1000 Programmpunkten fand der 59. Hessentag vom 7. bis 16. Juni 2019 in Bad Hersfeld statt. Erste Anträge und Diskussionen in der Stadtverordnetenversammlung hatte es im Jahr 2015 gegeben, im Februar 2016 wurde schließlich der Beschluss für die Bewerbung gefasst, für die ein erstes Konzept vorgelegt werden musste. Im November 2016, nach der Bürgermeisterwahl, kam schließlich die Zusage vom Land. (nm)

Bis auf den letzten Cent abgerechnet sei der Hessentag zwar noch nicht. Für die letzten, noch offenen Baustellen habe man aber so großzügig gerechnet, dass keine negativen Überraschungen mehr drohten.

In Korbach im Landkreis Waldeck-Fankenberg, wo ein Jahr zuvor der 58. Hessentag stattgefunden und sich das Hersfelder Hessentagsteam einige Anregungen und Tipps geholt hatte, war das Defizit mit rund 2,5 Millionen Euro ähnlich ausgefallen. Laut Fehling und Hofmann könne man sich allerdings nur schlecht mit anderen Hessentagsstädten vergleichen, da nicht nur die Voraussetzungen überall andere seien, sondern auch die Fördersummen im Laufe der Jahre gesunken seien. Während die Stadt Bad Hersfeld für die Ausrichtung des 59. Landesfests zwei Millionen Euro erhielt, waren es in Korbach noch 2,5 Millionen Euro gewesen.

Noch mehr sparen können hätte man rückblickend wohl bei den großen Parkflächen. „Die maximale Auslastung betrug 60 Prozent“, so Fehling, der darin eine Bestätigung für das gute ÖPNV-Angebot sieht. „Wir haben für viel Geld Parkplätze geschaffen, die wir nicht gebraucht haben.“ Das sei im Nachhinein ärgerlich, aber von den beteiligten Behörden so vorgegeben worden. Dennoch sei der Hessentag wirtschaftlich ein Erfolg gewesen. Die Aussage des Landes „dauert zehn Tage und wirkt zehn Jahre“ habe ihre Berechtigung.

Von Stadionumbau bis Straßensanierung

Bad Hersfelds Hessentagsbeauftragte Anke Hofmann schätzt, dass im Zusammenhang mit dem Hessentag dank der 6,5 Millionen Euro Fördermittel des Landes, durch städtische Gelder sowie weitere Programme vor Ort, zum Beispiel der lokalen Banken, Investitionen in Höhe von etwa 15 bis 18 Millionen Euro nach Bad Hersfeld geflossen sind.

Einen langfristigen Nutzen habe die Stadt insbesondere durch folgende Projekte, die mit insgesamt 6,5 Millionen Euro unterstützt wurden:

• Investitionen rund um das Stadion An der Oberau

• Einrichtung von zwei Bike-Stationen und drei Radabstellanlagen

• Ausbau eines Verbindungsweges zu einer Rad-Direktverbindung in den Stiftsbezirk (Südtor)

• Zertifizierung des Premiumwanderwegs

• barrierefreie Gestaltung des Zugangs zur Stadthalle

• Ausweisung eines barrierefreien Teilstücks des Pilgerwegs Lutherweg 1521 (rund um den Fuldasee)

• teilweise Sanierung der Stadtmauer

• Bau einer behindertengerechten Fußgängerbrücke über die Fulda • geplanter Neubau des Stadtarchivs im Zuge des Stadtumbaus „Östliche Kernstadt“

• grundhafte Erneuerung eines Teilstücks der Friedrich-Ebert-Straße

Darüber hinaus profitiere Bad Hersfeld wie folgt:

• Zuschüsse für den Neubau der Feuerwehrgerätehäuser Asbach und Johannesberg

• mobilitätsgerechte, barrierefreie Umgestaltung des Bushalteknotenpunktes in der Breitenstraße

• Einrichtung eines Park & Ride-Platzes am Bahnhof,

• energetische Sanierung der Straßenbeleuchtung

• zinslose Darlehen aus dem Hessischen Investitionsfonds von rund 3,6 Millionen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.