16-jähriger Motorradfahrer starb noch vor Ort

Vollgas trotz greller Sonne: 26-Jähriger nach tödlichem Unfall auf A4 bei Bad Hersfeld vor Gericht

Das Foto zeigt den im Frontbereich schwer beschädigten BMW kurz nach dem Unfall auf der A4 zwischen Friedewald und Bad Hersfeld. 
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Der schwere Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang für den 16 Jahre alten Fahrer eines 125er-Motorrads hat sich am 5. Mai vergangenen Jahres auf der Autobahn 4 zwischen Friedewald und Bad Hersfeld ereignet.  

Vor dem Schöffengericht am Amtsgericht in Bad Hersfeld muss sich nun ein 26 Jahre alter Autofahrer verantworten, der auf der A4 einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht hat.

Bad Hersfeld- Ein 26 Jahre alter Autofahrer aus dem Landkreis Altenkirchen muss sich seit Dienstag wegen „Alleinraserei“ (Paragraf 315 d Strafgesetzbuch) vor dem Schöffengericht am Amtsgericht in Bad Hersfeld verantworten.

Am 5. Mai vergangenen Jahres war der 26-Jährige gegen 18.35 Uhr auf dem rechten Fahrstreifen der in diesem Bereich abschüssigen Autobahn 4 zwischen Friedewald und Bad Hersfeld unterwegs. Trotz tief stehender und blendender Sonne soll er bei 208 Stundenkilometern kurz die Sonnenblende heruntergeklappt und dann das Gaspedal seines BMW 535i weiter durchgetreten haben.

An einer auch ohne Sonneneinstrahlung unübersichtlichen Stelle der Autobahn ist er dann kurz hinter der Anschlussstelle Friedewald wohl ungebremst auf das 125er-Motorrad eines 16-Jährigen aus Hohenroda aufgefahren.

Der Jugendliche sei mit einer Geschwindigkeit zwischen 110 und 130 Stundenkilometern in Richtung Bad Hersfeld unterwegs gewesen. Der Tacho des BMW soll zum Zeitpunkt des Zusammenpralls mit dem Motorrad laut der von Staatsanwältin Lambiel vorgetragenen Anklageschrift 229 Stundenkilometer angezeigt haben.

Der Jugendliche wurde durch die Wucht des Aufpralls über die Motorhaube gegen die Windschutzscheibe und die Dachschiene des BMW geschleudert. Dabei verlor der Zweiradfahrer auch seinen Helm. Der 16 Jährige erlitt ein offenes Schädel-Hirn-Trauma. Er erlag noch an der Unfallstelle seinen Verletzungen (wir berichteten damals). Richterin Christina Dern führte kurz aus, dass es sich bei diesem Unfall mit Todesfolge um einen Verbrechenstatbestand handele.

Der 26 Jahre alte Angeklagte wird sich im weiteren Verlauf des Verfahrens äußern. Das bestätigte sein Anwalt Carsten Marx auf Nachfrage Derns. „Mein Mandant wird zu seiner Verantwortung stehen. Wir werden auch nicht den Sachverständigen anzweifeln“, erklärte der Rechtsanwalt. An die Eltern des Unfallopfers, die als Nebenkläger auftreten, richtete sich Marx ebenfalls. Sein Mandant habe bisher nicht die Kraft und den richtigen Weg gefunden, sich an sie zu wenden. Er wolle dies auf jeden Fall noch tun. Es wäre aber auch zu verstehen, wenn sie dies nicht möchten. „Es bleibt im Kern ein ganz schlimmes Unglück“, so Marx.

Die Verhandlung vor dem Schöffengericht am Amtsgericht in Bad Hersfeld wird am 7. Mai fortgesetzt. (Mario Reymond)

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