Vom Glück, andere zu erfreuen

Empathie-Award der AOK für Pflegekräfte aus Bad Hersfeld

Auf dem Bild sind zwei Frauen zu sehen, die Blumen in den Händen halten und lächeln.
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Adriana Anders (links) und Jessica Matula haben den Empathie-Award der AOK im Bereich Pflege erhalten.

Den Empathie-Award Pflege der AOK Hessen, erhielten die Hersfelderinnen Adriana Anders, die im Altenzentrum Hospital tätig ist, und Jessica Matula aus der Residenz Ambiente.

Bad Hersfeld – Gesucht wurden authentische Geschichten aus dem Pflegealltag, erzählt von Pflegebedürftigen, Verwandten oder Kolleginnen und Kollegen aus der Einrichtung oder dem Pflegedienst. Geehrt werden sollen mit diesem Preis Menschen, die nicht nur ihr Handwerk verstehen, sondern darüber hinaus besondere Qualitäten besitzen. „Es gibt etliche Beispiele aus dem Pflegealltag, die sehr viel mit Menschlichkeit, mit positiven Emotionen zu tun haben“, sagt Michael Killmer, Leiter des AOK-Beratungscenters in Bad Hersfeld. Wie sehr sie ihren Beruf liebt, das hört man bei Adriana Anders schon beim ersten Satz. Sie ist gelernte Altenpflegerin und leitet mittlerweile den Bereich der Sozialen Betreuung im Altenzentrum Hospital. „Meine Aufgabe ist es, Wünsche zu erfüllen. Die Bewohner sollen sich wohlfühlen“, sagt sie. Und so wird gemeinsam gekocht, gesungen, gefeiert, werden Ausflüge unternommen oder auch mal essen gegangen – wenn nicht gerade die Corona-Pandemie alle Aktivitäten auf ein Minimum einschränkt. Deshalb habe sie auch den Wunsch, gemeinsam eine Weihnachtsgans zuzubereiten, leider nicht erfüllen können, bedauert Anders.

Ein besonderes Anliegen ist es ihr, dementiell veränderten Menschen Aufmerksamkeit und Interesse entgegenzubringen. „Man muss in ihre Welt eintauchen und auf ihre Geschichten eingehen“, sagt sie. Und mit entsprechenden Nachfragen gibt sie den Bewohnern Gelegenheit von sich und ihren Erinnerungen zu erzählen. Zu wissen, ob jemand ein Instrument spielt oder wo er gearbeitet hat gibt ihr Ansatzmöglichkeiten, den alten Menschen eine Freude zu machen.

Sie erzählt von einem chronisch grummeligen alten Herrn, der sich nie an Gemeinschaftsaktivitäten beteiligt hat. Als sie ihn in seinem Zimmer besuchte, fing er an zu reden und holte schließlich seine Mundharmonika hervor, um ihr etwas vorzuspielen. „Seitdem hat er immer mit den anderen mitgesungen“, sagt Anders. Das sind Momente, die sie glücklich machen.

Gerne erinnert sie sich auch an eine Urlaubsreise, die sie und andere Pflegekräfte mit Senioren und Angehörigen unternahmen. Und sie ist dankbar, dass die Heimleitung auch ungewöhnliche Aktivitäten unterstützt.

Einen besonders guten Draht zu Senioren hat auch Jessica Matula, die neben ihrer Arbeit in der Residenz Ambiente auch Geschichte studiert. Ihr historisches Wissen macht sie zu einer geschätzten Gesprächspartnerin für die betagten Bewohner, zum Beispiel für einen 95-Jährigen, der lange mit ihr über seine Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg sprach.

Beliebt bei den alten Menschen ist auch Jessica Matulas Hündin Flora, die zum Beispiel einer motorisch eingeschränkten Frau zu mehr Freude im Alltag verholfen hat. Ob Matula die Altenpflege zu ihrem Beruf machen will, weiß sie noch nicht, aber die Arbeit fasziniert sie.

Von Christine Zacharias

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