Denkmalschutz legt Berufung gegen Gerichtsurteil ein

Vorerst kein Abriss der Zuse-Scheune in Bad Hersfeld

Das Bild zeigt die sogenannte Zuse-Scheune in Bad Hersfeld. In dem alten Gebäude soll Konrad Zuse den Computer erfunden haben.
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Bleibt vorerst stehen: Die Zuse-Scheune in Bad Hersfeld.

Der Abriss der „Zuse-Scheune“ in Bad Hersfeld wird sich vermutlich weiter verzögern. Das Landesamt für Denkmalschutz hat Berufung gegen ein Gerichtsurteil zum Abriss eingelegt.

Bad Hersfeld - Wie berichtet hatte das Verwaltungsgerichts in Kassel einem Antrag der ISB Projekt GmbH von Ingo Sauer zugestimmt und damit grünes Licht für den Abriss der alten Remise gegeben, in der Computer-Pionier Konrad Zuse den ersten Computer entwickelt haben soll.

Entsprechende Informationen unserer Zeitung bestätigte Stadtsprecher Meik Ebert auf HZ-Nachfrage. „Die Stadt wird deshalb vorerst keine Abrissgenehmigung erteilen, sondern warten, bis das Gericht über die Zulassung der Berufung entscheidet“, erklärte Ebert. Dies könne voraussichtlich bis zum Sommer dauern. Sollte die Berufung zugelassen werden, droht ein weiteres vermutlich mehrjähriges Gerichtsverfahren.

Der Magistrat hatte nach dem Urteil erklärt, nicht in Berufung gehen zu wollen, weil ein neues ergebnisoffenes Gerichtsverfahren „die städtebaulich unbefriedigende Situation am Stadtring über Jahre hinaus unverändert lassen würde“ (wir berichteten).

Bürgermeister Thomas Fehling selbst hatte sich unzufrieden mit dem Gerichtsurteil gezeigt, weil „Konrad Zuse, einem Pionier mit Weltruhm – hier nun ein angemessenes Andenken verwehrt bleibt.“ Gleichwohl hatte er die Entscheidung des Magistrats akzeptiert.

Investor Ingo Sauer wollte sich auf HZ-Anfrage nicht zu dieser neuen Wendung im Abriss-Streit um das alte Gebäude äußern.  (Kai A. Struthoff)

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