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Vergewaltigungsprozess: 44-Jährigem wird Übergriff auf schlafende Frau vorgeworfen

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Von: Christine Zacharias

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Das Amtsgericht Bad Hersfeld.
Wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung muss sich zurzeit ein 44-Jähriger aus dem nördlichen Kreis vor dem Schöffengericht am Amtsgericht Bad Hersfeld verantworten.  © Carolin Eberth

Wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung muss sich zurzeit ein 44-Jähriger aus dem nördlichen Kreis vor dem Schöffengericht am Amtsgericht Bad Hersfeld verantworten.

Bad Hersfeld – Er soll, so die Anklage von Staatsanwältin Heike Meeuw-Wilken, am frühen Morgen des 17. Oktober 2020 einer 32-jährigen Freundin der Familie, die auf dem Sofa im Wohnzimmer des Angeklagten schlief, die Hand in die Hose geschoben haben und mit den Fingern in sie eingedrungen sein.

Als die Frau aufwachte und ihn aufforderte, die Hände wegzunehmen, habe der Angeklagte das zwar getan, denn jedoch unter den Pullover und den BH der Frau an ihre Brüste gegriffen. Erst auf eine zweite Aufforderung hin habe der Mann von ihr abgelassen, berichtete die Frau, die in dem Verfahren als Nebenklägerin auftritt.

Vorausgegangen war ein Spieleabend, an dem der Angeklagte, seine Frau, die 32-Jährige und ein gemeinsamer Freund teilnahmen. Später kamen noch weitere Personen dazu. Der Abend, so berichteten die 32-Jährige und der Freund übereinstimmend, sei harmonisch verlaufen. Alle hätten Alkohol getrunken, aber nicht im Übermaß. Der Angeklagte und der Freund der Familie leerten wohl gemeinsam eine Flasche Whiskey, den sie mit Cola tranken. Die Frauen hielten sich an Cocktails aus der Dose und Wein.

Weil sie sich nicht mehr fahrtüchtig fühlte, nahm die 32-Jährige das Angebot der Frau des Angeklagten an, auf dem Sofa zu übernachten. Sie sei sofort eingeschlafen und erst aufgewacht, als sie die Finger in sich bemerkte und Stöhnen hörte, berichtete sie.

Der Angeklagte machte auf Anraten seines Anwalts Artak Gaspar am ersten Verhandlungstag keine Angaben. Das könnte sich möglicherweise ändern. Nach der ausführlichen Befragung der Frau und weiterer Zeugen bat Richterin Christina Dern die prozessbeteiligten Juristen zu einem Rechtsgespräch. Dabei stellte das Gericht in Aussicht, im Falle eines umfassenden Geständnisses des Angeklagten und einer Zahlung von 5000 Euro an die Geschädigte eine verminderte Schuldfähigkeit des Angeklagten wegen seiner Alkoholisierung und einen Strafrahmen von 21 bis 24 Monaten in Betracht zu ziehen, der zur Bewährung ausgesetzt werden könnte.

Die bisherigen Befragungen ergaben keinen Anhaltspunkt dafür, dass die Frau gelogen haben könnte, wohl aber Hinweise auf weitere übergriffige Handlungen des Angeklagten. (Christine Zacharias)

Rechtsgespräch soll Verfahren beschleunigen 

Als Rechtsgespräch bezeichnet man die im Rahmen eines Gerichtsverfahrens geführte Diskussion zwischen Verteidiger, Staatsanwalt und Richter über den bisherigen Verlauf des Gerichtsverfahrens. Oftmals kommt es hierbei zu Überlegungen, wie das Verfahren unter Umständen beschleunigt werden oder eine sogenannte „Verständigung“ herbeigeführt werden könnte. Die Ergebnisse des Gesprächs wurden im vorliegenden Fall im Protokoll festgehalten. Quelle: juraforum.de

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