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Bürgermeisterwahl in Bad Hersfeld: Hofmann und Vollmar in der Stichwahl

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Von: Christine Zacharias

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Anke Hofmann und Karsten Vollmar treffen am 2. Oktober bei der Stichwahl um das Bürgermeisteramt aufeinander.
Anke Hofmann und Karsten Vollmar treffen am 2. Oktober bei der Stichwahl um das Bürgermeisteramt aufeinander. © Kai Struthoff

Bad Hersfeld hat gewählt. Die unabhängige Kandidatin Anke Hofmann (45,72 Prozent) und SPD-Mann Karsten Vollmar (37,29 Prozent) gehen in die Stichwahl

+++ Aktualisiert um 20.30 Uhr: Anke Hofmann und Karsten Vollmar treten bei einer Stichwahl um das Bürgermeisteramt in Bad Hersfeld am 2. Oktober erneut gegeneinander an. Die parteilose Bewerberin erzielte bei der Wahl am Sonntag 45,2 Prozent der Stimmen, der SPD-Bewerber lag bei 37,29 Prozent.

Das Endergebnis der ersten Runde der Bürgermeisterwahl.
Das Endergebnis der ersten Runde der Bürgermeisterwahl. © Kai Struthoff

Abgeschlagen auf Platz drei landete der CDU-Kandidat Karsten Backhaus, der 16,99 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte.

Die Wahlbeteiligung in der Kreisstadt lag bei nur 43,51 Prozent.

Alle drei Kandidaten zeigten sich in einer ersten Reaktion enttäuscht über diese schwache Wahlbeteiligung. „Bei drei starken Bewerbern bin ich mit meinem Ergebnis aber sehr zufrieden“, sagte Anke Hofmann. Sie wünsche sich beim nächsten Wahlgang jedoch eine höhere Wahlbeteiligung.

Auch Karsten Vollmar zeigt sich zufrieden mit seinem Abschneiden. Die schwache Wahlbeteiligung wollte er allerdings nicht allein auf das regnerische Wetter schieben. Trotzdem blickte er optimistisch auf die Stichwahl: „Jetzt sind noch 17 Prozent CDU-Stimmen neu zu vergeben“, sagte er zuversichtlich und hoffte zugleich darauf, am 2. Oktober mehr Wähler zu mobilisieren.

Fairer Wahlverlierer: Karsten Backhaus landete auf Platz drei.
Fairer Wahlverlierer: Karsten Backhaus landete auf Platz drei. © Kai Struthoff

Karsten Backhaus zeigte sich als fairer Verlierer und gratulierte seinen Kontrahenten als einer der ersten. „Bei drei Bewerbern muss einer verlieren“, sagte Backhaus und zeigte sich allein von der Wahlbeteiligung enttäuscht. „So eine Entscheidung von oben hat immer etwas Gutes, das hat schon meine Oma immer gesagt“, kommentierte Backhaus launig.

Rund 100 Hersfelder Bürger, darunter zahlreiche Mandatsträger, aber auch Bürgermeister der Nachbargemeinden und Landrat Torsten Warnecke verfolgten in den Räumen der Stadtkasse das Einlaufen der Wahlergebnisse auf Großbildschirmen.

Insgesamt waren mehr als 22 650 Wählerinnen und Wähler dazu aufgerufen, einen neuen Bürgermeister zu Wählen. Über 250 Wahlhelferinnen und Wahlhelfer waren in 24 Wahllokalen im Einsatz. Bei der letzten Bürgermeisterwahl in Bad Hersfeld, im Rennen zwischen Thomas Fehling, Karsten Vollmar und Michael Schmidt, hatten 45,7 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. (Kai A. Struthoff)

Gespannte Stille in der Stadtkasse

Gespannt verfolgen rund 100 Zuschauer in mehreren Räumen der frisch renovierten Stadtkasse am Lullusbrunnen das Einlaufen der Wahlergebnisse auf Großbildschirmen.
Gespannt verfolgen rund 100 Zuschauer in mehreren Räumen der frisch renovierten Stadtkasse am Lullusbrunnen das Einlaufen der Wahlergebnisse auf Großbildschirmen. © Kai Struthoff

Eine gespannte Stille liegt über den rund 100 Zuschauern, die in den frisch renovierten Räumen der Stadtkasse „Am Treppchen“ auf die Großbildschirme starren. Um kurz nach 18 Uhr läuft bereits das erste Ergebnis ein: Allmershausen, Schützenhaus, 78,57 Prozent für Karten Vollmar – ein Heimspiel.

Doch schon bald zeichnet sich ein Kopf an Kopf Rennen zwischen Vollmar und Anke Hofmann ab, bei dem die parteilose Bewerberin bald sogar die Führung übernimmt. Zwischenzeitig sieht es sogar so aus, als ob Hofmann im ersten Wahlgang triumphieren könnte, doch dann verschieben sich die Gewichte wieder ein wenig.

Anke Hofmann war in Begleitung ihrer beiden Töchter zuerst in der Stadtkasse eingetroffen – zusammen mit vielen Unterstützern. Kurz darauf erschien auch Karsten Vollmar gemeinsam mit seiner Ehefrau und im Kreise vieler Sozialdemokraten. Gebannt und mit ernstem Gesicht verfolgte er die einlaufenden Ergebnisse. Etwas später kommt Karsten Backhaus zusammen mit seiner Patchwork-Familie – doch da ist die Wahl für ihn schon gelaufen.

Als um 18.45 Uhr das Endergebnis „Stichwahl“ auf den Bildschirmen erscheint, löst sich die Stille und Applaus brandet auf. Alle drei Kandidaten schütteln sich die Hände und lächeln für Fotos, bevor sie erste Interviews geben. Auch der Erste Stadtrat, Gunter Grimm und andere Magistratsmitglieder sind vor Ort. Grimm lobt den fairen Wahlkampf aller drei Kandidaten. „Da war nichts unter der Gürtellinie, das war politisch wirklich klasse“.

Dann wird gefeiert. Die SPD zieht mit ihren Genossen in die Gaststätte Klosterbrunnen, Anke Hofmann feiert mit ihren Unterstützern bei einer privaten Wahlparty, die CDU spült ihren Frust im Krumme-Turm runter.

Nun geht der Wahlkampf weiter. Am 2. Oktober wird dann gegen 19 Uhr endgültig feststehen, wer die Geschicke der Kreisstadt für die nächsten sechs Jahre lenkt. (Kai A. Struthoff)

+++ aktualisiert um 18:45 Uhr

Blumen für Anke Hofmann. Sie hat im ersten Durchgang der Bürgermeisterwahl mit 45,72 Prozent die meisten Stimmen erreicht.
Blumen für Anke Hofmann. Sie hat im ersten Durchgang der Bürgermeisterwahl mit 45,72 Prozent die meisten Stimmen erreicht. © Kai A. Struthoff

Alle 32 Ergebnisse liegen jetzt vor. Anke Hofmann und Karsten Vollmar müssen in die Stichwahl. Hofmann hat 45,72 Prozent erreicht, Vollmar 37,29 Prozent. Karsten Backhaus erhielt 16,99 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 41,2 Prozent.

+++ aktualisiert um 18:40 Uhr

CDU-Kandidat Karsten Backhaus ist jetzt auch im Rathaus angekommen. Er liegt nach wie vor abgeschlagen bei 17,12 Prozent. 29 von 32 Ergebnissen liegen jetzt vor. Der Abstand zwischen Hofmann und Vollmar verkleinert sich. Hofmann 45,36 Prozent, Vollmar 37,51 Prozent.

+++ aktualisiert um 18:30 Uhr

Gespannte Stille herrscht im Rathaus, wo zahlreiche Menschen auf die Ergebnisse der Bürgermeisterwahl warten.
Gespannte Stille herrscht im Rathaus, wo zahlreiche Menschen auf die Ergebnisse der Bürgermeisterwahl warten. © Kai A. Struthoff

Der Vorraum im Rathaus füllt sich trotz des schlechten Wetters schnell. Etwa 100 Leute warten jetzt auf neue Ergebnisse. Es herrscht gespannte Stille, kaum jemand redet. Nach 20 von 32 Ergebnissen liegt Anke Hofmann jetzt bei 46,55 Prozent, Karsten Vollmar (SPD) bei 36,39 Prozent und Karsten Backhaus (CDU) bei 17,06 Prozent

+++ aktualisiert um 18:15 Uhr

Die Wahllokale sind geschlossen, die ersten Ergebnisse laufen ein. Derzeit liegt Anke Hofmann mit 48,22 Prozent der Stimmen vor Karsten Vollmar (34,99) und Karsten Backhaus (16,79)

Anke Hofmann und Karsten Vollmar sind vor Ort im Rathaus uns verfolgen die Ergebnisse. 8 von 32 Wahllokalen sind ausgezählt.

Ausgeschlafene Wahlhelfer: Zu sehen sind von links: Klaus Bechtel, Andrea Zietz, Jessica Röhn und Wolfram Rosenger.
Ausgeschlafene Wahlhelfer: Zu sehen sind von links: Klaus Bechtel, Andrea Zietz, Jessica Röhn und Wolfram Rosenger. Das Foto entstand im Wahlbezirk 10 in der Geistalschule. © Christine Zacharias

+++ Aktualisiert um 17.15 Uhr: Noch 45 Minuten haben die Wählerinnen und Wähler Zeit, ihre Stimme bei der Bürgermeisterwahl abzugeben. Die Wahlbeteiligung bleibt offenbar unter dem Wert der letzten Wahl zurück. Damals, im Rennen zwischen Thomas Fehling, Karsten Vollmar und Michael Schmidt, hatten insgesamt 45,7 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Hochrechnungen zur Bürgermeisterwahl gibt es auf der Homepage der Stadt ab 18 Uhr.

+++ Aktualisiert um 15.20 Uhr: Das regnerische Wetter macht sich offenbar auch bei der Wahlbeteiligung bemerkbar. Bis 15 Uhr hatten nach Auskunft des Wahlleiters Fabian Claus 34,2 Prozent der Wähler ihre Stimme abgegeben. Beim letzten Urnengang vor sechs Jahren lag die Wahlbeteiligung um diese Zeit deutlich höher bei fast 45 Prozent. Der Wahlsonntag verläuft aber weiterhin ohne Probleme.

Wegen des Regenwetters wird die Übertragung der Wahlergebnisse allerdings nicht wie geplant „Open Air“ am „Treppchen“, sondern eben dort, aber drinnen in den Räumen der Stadtkasse stattfinden. Wegen eines Umzugs innerhalb der Stadtverwaltung stehen die dortigen Büroräume derzeit leer.

+++ Aktualisiert um 11.15 Uhr: Die Wahlbeteiligung bei der Bürgermeisterwahl in Bad Hersfeld lag um 11 Uhr bei 23,9 Prozent. Diese Zahl enthält bereits die Briefwähler. Nach Auskunft von Wahlleiter Fabian Claus verläuft die Wahl bislang reibungslos und ohne besondere Vorkommnisse.

Bad Hersfeld - Die parteilose Anke Hofmann, Karsten Backhaus von der CDU und Karsten Vollmar von der SPD stellen sich heute der Wahl der Bürger von Bad Hersfeld. Das Interesse an der Bürgermeisterwahl ist riesengroß. Etwa ein Viertel der Wahlberechtigten hat bereits Briefwahl gemacht. Die Ergebnisse des Urnengangs sind ab 18 Uhr live „Am Treppchen“ am Lullusbrunnen beim Rathaus auf einer Großleinwand zu verfolgen. Alle drei Kandidaten werden persönlich vor Ort sein.

Der Wahlleiter rechnet damit, dass das Wahlergebnis gegen 18.45 Uhr nach Auszählung der 24 Wahllokale und der acht Briefwahlbezirke vorliegen wird. Sollte am Sonntag kein Bewerber die absolute Mehrheit erreichen, gibt es in zwei Wochen, am 2. Oktober, eine Stichwahl.

Die HZ berichtet online ab 18 Uhr über den Wahlausgang. Aktuelle Hochrechnungen zur Bürgermeisterwahl gibt es auf der Homepage der Stadt am Sonntag ab 18 Uhr.

Drei starke Bewerber für das Amt des Bürgermeisters

Anke Hofmann wurde 1967 in Eschwege geboren und ist in Herleshausen aufgewachsen. Bei der Oberfinanzdirektion in Frankfurt/Main hat sie ein duales Studium zur Diplomfinanzwirtin absolviert. Danach sammelte sie erste berufliche Erfahrungen im Rechenzentrum der Frankfurter Finanzverwaltung und später in Eschwege im Bereich Stadtplanung, wo sie für die Altstadtsanierung zuständig war. 1995 wechselte Hofman als Standesbeamtin nach Bad Hersfeld. Nach einer achtjährigen Erziehungszeit kehrte sie in die Kämmerei zurück und begleitete dort unter anderem die Einführung der Doppik. Später wurde sie Leiterin des Fachbereichs Immobilien und übernahm dann zusätzlich die Organisation des Hessentags. Seit März 2020 leitet sie nun den Doppelbereich Finanzen und Immobilien mit 35 Mitarbeitern. Anke Hofmann hat zwei erwachsene Töchter und lebt von ihrem Ehemann getrennt. In Ihrer Freizeit singt sie in der Kantorei, engagiert sich im Kirchenvorstand und bei SMOG und treibt viel Sport, unter anderem Joggen, Schwimmen und Skifahren. Sie lebt im oberen Kurparkviertel in Bad Hersfeld.

Karsten Backhaus wurde 1967 in Bad Hersfeld geboren und ist in Gittersdorf (Neuenstein) aufgewachsen. Nach dem Abitur an der Modellschule Obersberg absolvierte er eine Ausbildung zum Industriekaufmann in der Nähe von Köln und arbeitete auch in diesem Beruf. Danach hat er Wirtschaftspädagogik an der Universität in Kassel studiert. Nach dem Referendariat an den Beruflichen Schulen Bebra kehrte Backhaus zurück an die Modellschule Obersberg. Im Jahr 2003 wurde er stellvertretender Schulleiter, seit 2011 leitet er die MSO, eine der größten Schulen des Landkreises Hersfeld-Rotenburg. Backhaus verfügt über mehr als 30 Jahre kommunalpolitischer Erfahrung und hat zudem diverse Ehrenämter inne. Er lebt in einer Patchwork-Familie und hat zwei Töchter, Mia (18) und Emmi (13). Seine Partnerin hat ebenfalls zwei Kinder.

Karsten Vollmar ist 1978 in Bad Hersfeld geboren und in Allmershausen aufgewachsen. Er hat 1997 sein Abitur an der Modellschule Obersberg abgelegt und danach an der Universität Kassel die Fächer Geschichte, Politik und Wirtschaft studiert. Nach dem Staatsexamen absolvierte er sein Referendariat an der MSO. Berufsbegleitend studierte Vollmar außerdem noch Ethik und Philosophie. 2008 wurde er Ausbilder für Referendare am Studienseminar für Gymnasien in Fulda, an welches er 2010 fest als Fachleiter wechselte. Nach fünf Jahren kehrte Vollmar zurück nach Bad Hersfeld und ist seither stellvertretender Schulleiter der Gesamtschule Geistal. 2015 übernahm der en Vorsitz der Bad Hersfelder SPD und wurde 2016 in die Stadtverordnetenversammlung gewählt. Im gleichen Jahr verlor Vollmar die Bürgermeisterwahlen knapp, führte aber die SPD-Fraktion von der Opposition in ein Mehrheitsbündnis. Vollmar ist verheiratet und hat zwei Söhne. Er ist Fußball-Schiedsrichter und arbeitet als Imke mit 15 Bienenvölkern. Zudem ist er in vielen Vereinen, Initiativen und der Gewerkschaft aktiv.

Was die Bürgermeister-Kandidaten zur Zukunft der Festspiele planen, welche Ideen und Vorhaben sie in Sachen Sicherheit, Sauberkeit und Infrastruktur in der Stadt planen und was sie für die Jugend tun wollen, dabei haben Karsten Backhaus, Karsten Vollmar und Anke Hofmann kein Blatt vor den Mund genommen. Persönlich wurde es bei der Fragerunde rund um das Lieblingsessen, den Lieblingsautor und die wahren Wünsche der Bürgermeister-Kandidaten. (Kai Struthoff und Christine Zacharias)

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