„Wahrheit in den Abgrund gestoßen“

Offener Brief von Theaterschaffenden an Bürgermeister Thomas Fehling

Holk Freytag
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Holk Freytag

Mit einem offenen Brief haben der frühere Festspiel-Intendant Holk Freytag und führende Theaterschaffende auf Aussagen von an Bürgermeister Thomas Fehling reagiert.

Mit einem offenen Brief an Bürgermeister Thomas Fehling haben der frühere Festspiel-Intendant Holk Freytag und führende Theaterschaffende, darunter auch mehrere Hersfeld-Preisträger, auf das Montagsinterview mit unserer Zeitung reagiert. Bürgermeister Fehling hatte darin gesagt, mit der von ihm vorangetriebenen Berufung von Dieter Wedel zum neuen Intendanten, die mit der Entlassung von Holk Freytag einherging, seien die Festspiele „vom Abgrund weggeführt“ worden.

Wir dokumentieren den offenen Brief an Bürgermeister Fehling, der neben Holk Freytag auch von Andrea Cleven, Marie-Thérèse Futterknecht, Maddalena Hirschal, Marie Anjes Lumpp, Markus Gertken, Stefan Reck und Stefan Schad unterzeichnet wurde.

In dem Schreiben heißt es: „Warum sagen Sie das? Sie haben vor sieben Jahren durch den von Ihnen erzwungenen Intendantenwechsel eine von Vielen geachtete Theaterarbeit abgebrochen, deren fünfjähriger Verlauf viele Persönlichkeiten aus Politik und Wissenschaft begleitet haben – von Aleida Assmann über Norbert Lammert, Jutta Limbach, Martin Schulz und Egon Bahr bis hin zu Helwig Schmidt-Glintzer, Jörn Rüsen und vielen anderen.

Eine Theaterarbeit, die Regisseure wie Kay Voges, Jean Claude Berutti, Janusc Kica, Gil Mehmert und Stefan Huber erstmals nach Bad Hersfeld gebracht hat. Ein Internationales Jugendforum versammelte bis zum Jahr 2013, als Sie es aus nicht genannten Gründen abbrachen, über 200 junge Menschen aus sechzehn europäischen Ländern, die im Dialog mit den Festspielen ihre Vorstellungen eines zukünftigen Europas vorstellten. 2012 wurde diese Arbeit mit dem ersten Preis des unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten stehenden Wettbewerbs „Deutschland – Land der Ideen“ ausgezeichnet. Sieht so ein Abgrund aus?

Eine Reihe der von Ihrer Entscheidung betroffenen Mitwirkenden der Festspiele haben in den vergangenen Jahren dennoch durch zahlreiche Auftritte in Bad Hersfeld ihre Bereitschaft bekundet, auch weiterhin zum Wohle dieser Stadt zu arbeiten. Ihre Aussage reißt alte Gräben wieder auf. Sie graben erneut in dem Abgrund, in den Sie die Wahrheit gestoßen haben. Warum tun Sie das?“ kai

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