Was Schmetterlinge mögen

Wahlpflichtkurs der Gesamtschule Geistal gewinnt Preise

Im Wahlpflichtunterricht an der Gesamtschule Geistal haben sich diese Schülerinnen und Schüler für das Thema Schmetterlinge entschieden. Damit die bunten Falter auch genügend Nahrung finden, werden in den Innenhöfen der Schule Beete angelegt und mit allem bepflanzt, was Schmetterlinge mögen. Unser Bild zeigt von links: Kewin, Jana, Emily, Jasmina, Martin und Tim. Es fehlt Caitlin.
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Im Wahlpflichtunterricht an der Gesamtschule Geistal haben sich diese Schülerinnen und Schüler für das Thema Schmetterlinge entschieden. Damit die bunten Falter auch genügend Nahrung finden, werden in den Innenhöfen der Schule Beete angelegt und mit allem bepflanzt, was Schmetterlinge mögen. Unser Bild zeigt von links: Kewin, Jana, Emily, Jasmina, Martin und Tim. Es fehlt Caitlin.

Sieben Jugendliche aus den zehnten Klassen der Gesamtschule Geistal nehmen an einem Wahlpflichtkurs teil, der den unspezifischen Namen „Fit for Quality“ trägt.

Bad Hersfeld - Für Kursleiter Holger Reuning und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer heißt das, gemeinsam zu überlegen, worauf sie Lust haben. In Zeiten von Artensterben und Umweltproblemen lag der Gedanke nahe, hier aktiv zu werden. „Wir haben uns informiert und dann entschieden, Schmetterlinge zum Thema zu machen“, erzählt Kewin.

Zunächst mal ging es um die Theorie. „Jeder hat eine Schmetterlingsart vorgestellt und dazu ein Plakat gemacht“, berichtet Tim. Dann haben die Jugendlichen gemeinsam entschieden, welche Arten sie züchten wollen. Das hängt zum einen von der Lage und den Wetterverhältnissen ab, zum anderen aber auch davon, was beim Züchter verfügbar ist.

Distelfalter und Schwalbenschwänze sollen nun im Sommer die Innenhöfe der Geistalschule mit buntem Leben erfüllen. Dass die Aufzucht funktioniert hat Holger Reuning im vergangenen Jahr im Kleinen ausprobiert. Denn eigentlich sollte der Kurs im vergangenen Jahr bereits laufen – doch dann kam Corona dazwischen.

Bevor jedoch bunte Falter flattern können, müssen erst einmal die Rahmenbedingungen geschaffen werden. Die Mädchen und Jungen haben zwei Innenhöfe der Schule aufgeräumt, Betonsteine bepflanzt, Hochbeete gebaut und angelegt, Blumenzwiebeln eingegraben, Schmetterlingshäuschen gebastelt und vieles mehr.

Dass ihr Projekt funktionieren könnte, merkten sie im vergangenen Sommer, als Falter aus der Nachbarschaft von ihrem neu gepflanzten Sommerflieder angezogen wurden.

Ihre eigenen Raupen wollen die Jugendlichen mit einem feinmaschigen Netz schützen, das sie über den kleineren der beiden Innenhöfe spannen wollen. „Wir wollen ja kein Fastfood-Restaurant für Vögel“, meint Jana. Später sollen die Falter dann auch freigelassen werden in der Hoffnung, dass sie sich in der Nachbarschaft verbreiten. Den Nachbarn der Schule wollen die Jugendlichen deshalb Samentütchen für Blumen schenken, die Schmetterlinge ganz besonders gerne mögen.

Mit ihrem Schmetterlingsprojekt haben die Jugendlichen schon zwei Preise gewonnen: Im Wettbewerb „Grünes Glück vor der Tür“ des hessischen Wirtschaftsministeriums landeten sie auf Platz eins und beim bundesweiten Pflanzwettbewerb „Wir tun was für Bienen“ der Stiftung für Mensch und Umwelt auf Platz zwei. Denn was gut für Schmetterlinge ist, mögen auch Bienen.

Das Preisgeld soll nun für eine automatische Bewässerungsanlage ausgegeben werden, damit die Blütenpracht auch die Ferien überlebt und die Zeit, wenn die Schmetterlingsfreunde die Schule verlassen haben.

Gemeinsam Eis essen gehen wird aber auch noch drin sein, versichert Holger Reuning, für den nicht nur wichtig ist, dass die Jugendlichen sich für Schmetterlinge starkmachen, sondern dass sie lernen, selbstständig zu arbeiten und Verantwortung zu übernehmen. Das hat schon mal funktioniert.

Von Christine Zacharias

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