Der Blick auf Heiligabend durch Kinderaugen

Weihnachten leicht gedacht: Sechsjährige erklärt die Festtage in der Corona-Zeit

Die sechsjährige Alena Beck aus Bad Hersfeld schreibt einen Wunschzettel an den Weihnachtsmann.
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Bald ist Weihnachten: Die sechsjährige Alena Beck schreibt einen Wunschzettel an den Weihnachtsmann. Ihre größte Hoffnung ist, dass Hausmaus Heino einen neuen Freund bekommt.

Weihnachten steht vor der Tür, für Erwachsene oft eine Zeit zwischen Besinnlichkeit und Stress. Kinder dagegen haben das fieberhafte Warten auf den Heiligabend noch nicht verlernt.

Wir werfen einmal einen etwas anderen Blick auf die Adventszeit – durch Kinderaugen. Die sechsjährige Alena Beck erklärt, wie sie ihren Wunschzettel zum Weihnachtsmann schickt, wo die Geschenke herkommen und was die Grundschülerin den Mann mit dem Rauschebart schon immer mal fragen wollte.

Aufgeregt hüpft Alena Beck aus Bad Hersfeld auf dem Familiensofa auf und ab. Bei der Frage, was das Beste an Weihnachten ist, sprudeln die Worte nur so aus der Sechsjährigen heraus. „Geschenke“, sagt sie dann entschieden und voller Vorfreude. „Doof ist es allerdings, wenn keine Geschenke kommen“, fügt sie mit einem Stirnrunzeln hinzu. Nur liebe Kinder bekommen Geschenke. „Ich hab aber letztes Jahr trotzdem welche gekriegt.“ Sagt sie und verpasst der Feststellung ein verschmitztes Grinsen. Sicher, vielleicht gibt es auch jemanden auf der Welt, der keine Geschenke mag, vermutet die Grundschülerin. Den kennt sie aber nicht.

Dieses Jahr ist alles anders: Ein Auftakt mit Schnee und dieses Corona

Dass dieses Weihnachten ein bisschen anders ist als andere, weiß Alena ganz genau. „Es lag schon Schnee, als es losging“, kommentiert die Sechsjährige den Auftakt am ersten Advent. Dann fällt ihr noch etwas ein. Dieses Corona. „Wenn die Leute das haben, geht es denen schlecht“, sagt Alena und lässt die Schultern hängen.

Auch die Erstklässlerin hat die Folgen der Coronakrise schon bemerkt. Als die Kindergärten und Schulen geschlossen waren, ist Alena mit ihren Eltern viel spazieren gegangen. Seit der Unterricht wieder im Klassenzimmer stattfindet, muss sie zu ihrer Erleichterung nicht mehr so viel laufen. „Ich bin fußkrank“, flunkert Alena bei der Vorstellung, die Freizeitgestaltung wiederholen zu müssen.

Außerdem braucht sie die Zeit, um über der Frage zu brüten, wo der Weihnachtsmann wohnt. „Der kommt aus dem Himmel mit dem Schlitten und bringt mir eine neue Maus“, ist Alena überzeugt. Denn Maus Heino fristet seit dem Verlust seines Freundes Hansi ein einsames Leben im Terrarium. Das muss sich ändern. Die Sechsjährige schnappt sich einen Zettel und notiert ihren Wunsch. In großen Druckbuchstaben schreibt die Erstklässlerin das Wort Maus. Auch ein kleines Aufgabenheft landet auf dem Zettel. „Aber Schokolade kommt da nicht drauf“, erklärt das Schulkind. „Sonst fallen die Füße ab.“ Das passiert, wenn man zu viel Schokolade isst und an Diabetes erkrankt. Die Warnung hat sie von ihren Eltern aufgeschnappt.

Zu alt für Geschenke? „Ich will den Weihnachtsmann da oben nicht beleidigen“

Was mit dem fertigen Wunschzettel passieren soll, hat die Grundschülerin längst geplant. „Der kommt in unseren Briefkasten, dann kann der Weihnachtsmann ihn sich da rausholen“, sagt sie selbstbewusst. Die Geschenke holt er laut Alena im Geschäft, packt sie in buntes Papier ein, wickelt eine Schleife drum und bringt sie dann direkt zu ihr nach Hause. „Und die Maus holt er in einem Mausladen.“ Ein Geschenkelager braucht der Mann mit dem Rauschebart nicht. In den großen Sack kommen nur Spielsachen und Kuscheltiere, Geschenke für Erwachsene sind nicht dabei, ist sich Alena sicher.

Bekommt der Weihnachtsmann selbst denn auch Geschenke? „Nein, dafür ist er schon zu alt“, sagt die Sechsjährige, bekommt aber sofort ein schlechtes Gewissen und rudert zurück. „Ich will den Weihnachtsmann da oben nicht beleidigen. Tut mir leid Weihnachtsmann“, beteuert sie mit einem Blick in Richtung Himmel. Ihr ist wieder eingefallen, dass nur artige Kinder Geschenke bekommen. Ihre Befürchtung: Was, wenn der Weihnachtsmann jetzt von ihrem Ausrutscher in der Zeitung liest? Aber Moment, das wäre ja Unsinn: Wie soll die schon zu ihm hoch in den Himmel kommen. So eine lange Leiter gibt es nicht mal im Baumarkt.

Ob der Weihnachtsmann wohl auch eine Maske tragen muss? Schließlich sollen seine Elfen und Rentiere ja kein Corona bekommen. Alena ist sich nicht so ganz sicher, ob die Pflicht auch für den Weihnachtsmann gilt. Das würde ja fürchterlich kitzeln unter der Maske mit dem langen Rauschebart. Wenn sie ihn etwas fragen könnte, wäre es, wie er das mit der Maske hält – und ob es auch eine Weihnachtsfrau gibt. „Der kommt ja immer erst, wenn ich schon tief und fest schlafe und von Hansi träume.“

(Von Kim Hornickel und Lea-Sophie Mollus)

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