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Wenige Chefinnen im Kreis: Nur 24 Prozent der Führungskräfte sind weiblich

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Von: Laura Hellwig

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Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg sind laut Agentur für Arbeit 24 Prozent der Führungskräfte weiblich. Damit liegt der Landkreis unter dem hessen- und deutschlandweiten Durchschnitt.

Symbolbild - Frauenquote
Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg sind laut Agentur für Arbeit 24 Prozent der Führungskräfte weiblich. Damit liegt der Landkreis unter dem hessen- und deutschlandweiten Durchschnitt.  © Annette Riedl/dpa

Hersfeld-Rotenburg –Auf Landesebene sind 26,4 Prozent der Führungspositionen mit Frauen besetzt, auf Bundesebene sind es 27,8. Stichtag für alle Zahlen war im Dezember 2021.

Mit Blick auf die verschiedenen Wirtschaftszweige fällt auf, dass die meisten weiblichen Führungspersonen im Handel und im Gesundheits- und Sozialwesen beschäftigt sind. Am geringsten ist der Anteil im Bereich öffentliche Verwaltung, Verteidigung und Sozialversicherung. Aus der Statistik der Arbeitsagentur geht außerdem hervor, dass sich der Anteil an Frauen in Führungspositionen im Landkreis in den vergangenen fünf Jahren nicht verändert hat – im Jahr 2016 lag er bei 24,1.

„Es ist erschreckend, dass sich da nichts getan hat“, sagt Corinna Zehender vom Frauen- und Gleichstellungsbüro des Landkreises Hersfeld-Rotenburg. Zu der Frage, wieso der Anteil weiblicher Führungspersonen im Landkreis geringer ist als anderswo, kann Zehender zur Vermutungen äußern. Sie könne sich vorstellen, dass eine Ursache bei den im ländlichen Raum noch mehr verbreiteten traditionellen Rollenbildern und der Wahrnehmung von Familienaufgaben liegt. Die Möglichkeiten der Kinderbetreuung sowie die Wirtschaftsstruktur seinen außerdem Faktoren, die regionalspezifische Ursachen für die geringe Anzahl sein könnten, vernutet Zehender. Auch habe sie während ihrer Arbeit erfahren, dass sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Region von Unternehmen schlecht beraten fühlen, wenn es um Fragen rund um Elternzeit gehe.

Darüber hinaus nennt die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte weitere Hürden, die die Besetzung von Führungspositionen beeinflussen: Frauen würden ihre eigenen Kompetenzen häufig unterschätzen, sie seien in Führungshierarchien schlechter vernetzt, unflexible Arbeitsmodelle beziehungsweise Unternehmenskultur sowie das Lohngefälle.

Female Business Club und Fella

Dass Frauen weniger gut vernetzt sind, nennt Corinna Zehender als einen Grund dafür, dass weniger Führungspersonen weiblich sind. Um hier Unterstützungsmöglichkeiten zu bieten, hat sich das Frauen- und Gleichstellungsbüro für das Projekt „Fella“ (Female Leadership im ländlichen Raum) beworben. Außerdem gibt es in der Region Hersfeld-Rotenburg den „Female Business Club“, in dem sich weibliche Führungskräfte in der Region austauschen. lah

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