892 Beurkundungen beim Standesamt

Weniger Geburten im Kreis Hersfeld-Rotenburg im Jahr 2020

Nach dem leichten Aufschwung im vergangenen Jahr ist die Zahl der Geburten im Landkreis Hersfeld-Rotenburg im Jahr 2020 wieder gesunken.

Hersfeld-Rotenburg – 892 Geburten hat Matthias Heyer vom Bad Hersfelder Standesamt bis 22. Dezember beurkundet, darunter wie schon im vergangenen Jahr zwei tot geborene Kinder. Im Vorjahreszeitraum bis zum 23. Dezember 2019 waren noch 967 Geburten beurkundet worden, also 75 mehr.

Matthias Heyer

Knapp über 900 waren es im Jahr 2018 gewesen, knapp über 1000 im Jahr 2017 – und 2016 hatte es mit 1019 Geburten sogar einen Rekord gegeben. Das 1000. Baby war damals zudem just am 24. Dezember im Klinikum Bad Hersfeld zur Welt gekommen. Das Standesamt in der Kreisstadt beurkundet alle Geburten im Klinikum mit der einzig verbliebenen Geburtshilfestation im Landkreis. Es erfasst somit fast alle Neugeborenen aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg.

Zwar bringen nicht alle Mütter aus dem Landkreis ihre Kinder im hiesigen Klinikum zu Welt, aber doch ein Großteil. Hinzu kommen andererseits Eltern aus den Nachbarkreisen. Hausgeburten sind heute eher selten.

Die meisten Babys kamen laut Heyer in diesem Jahr im Juli zur Welt, nämlich 95. Die wenigsten Geburten gab es hingegen im Monat März. Da waren es 58. Mehr als die Hälfte der Neugeborenen ist männlich: 462 Jungen machen 52 Prozent aus, 430 Mädchen entsprechend 48 Prozent. 2019 waren in der Kreisstadt mehr Mädchen als Jungen zur Welt gekommen.

Seit Ende 2018 besteht nach einer das Geburtenregister betreffenden Gesetzesänderung auch die Möglichkeit, als dritte Option divers zu wählen, wenn jemand weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht eindeutig zugeordnet werden kann. Das war laut Heyers Statistik bisher aber noch nie der Fall.

Insgesamt 874 Geburten hat das Klinikum bis zum 22. Dezember 2020 gemeldet. Kleinere Differenzen zu den Zahlen des Standesamts ergeben sich jedes Jahr unter anderem durch sogenannte Überhänge des Vorjahres – denn für die Beurkundung haben Eltern drei Monate lang Zeit.

Bisher kein Baby-Boom wegen Pandemie

Die Corona-Pandemie hat vielen Menschen in diesem Jahr mehr Zeit und mehr Nähe beschert, aber auch mehr Sorgen und Unsicherheiten. Ob deshalb ein Babyboom zu erwarten ist oder gerade nicht, ist deshalb noch unklar. Sowohl für die eine als auch für die andere These finden sich Studien sowie Erfahrungsberichte. Im Bad Hersfelder Klinikum jedenfalls zeichne sich bisher kein coronabedingter Babyboom ab, wie Sprecher Werner Hampe auf Nachfrage berichtete. (Nadine Maaz)

Rubriklistenbild: © Waltraud Grubitzsch/ dpa/ Picture Alliance

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