Bunte Steine

Wie eine große Schnitzeljagd: Trend „Painted Rocks“ ist in Bad Hersfeld angekommen

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Bringt die Menschen zusammen: Hasibe Özaslan organisierte in Bad Hersfeld eine spontane Aktion zum Bemalen von Steinen.

Der Trend  "Painted Rocks" (bemalte Steine) ist aus den USA längst nach Deutschland übergeschwappt und nun auch in Bad Hersfeld angekommen.

„Painted Rocks“, das sind bemalte Steine, die Menschen am Wegrand platzieren, damit sie andere finden und in die weite Welt hinaustragen, vorrangig auch über soziale Netzwerke wie Facebook. 

Der Trend aus den USA ist längst in Deutschland angekommen und nachdem die „Schwälmer Steine“ und die „Rotenburger Steine“ schon an Bekanntheit zugelegt haben, ist die Kunstaktion nun auch nach Bad Hersfeld übergeschwappt.

Steine-Freunde haben sich schnell gefunden

Den Internet-Trend ins reale Leben geholt hat Hasibe Özaslan. Die Hersfelderin ist bundesweit im Netz bekannt mit ihren kreativen Handarbeiten. Doch sie möchte die Menschen nicht nur über Facebook-Gruppen zusammenbringen, sondern auch im echten Leben. „Ich bin online genauso wie offline“, sagt sie über sich. So hat sich kurzerhand und fast wie von selbst eine kleine Gruppe gefunden, die sich mit Tischen und Bänken, Stiften und Steinen auf der Oberen Frauenstraße platzierte und Steine bemalte.

Eltern mit ihren Kindern, Nachbarn, Jung und Alt kamen vorbei, um einen Stein zu verzieren und ihn anschließend irgendwo zu verstecken. „Es ist wie eine große Schnitzeljagd“, beschreibt Özaslan die Aktion. Dabei sei es egal, ob der Finder den Stein behält oder an einer anderen Stelle wieder versteckt.

Steine sollen den Findern eine Freude machen

An prominenter Stelle versteckt: Der „Feuer-Stein“ auf dem Marktplatz der Miniaturstadt am Rathaus blieb nicht lange unentdeckt.

„Die Absicht dahinter ist es, den Leuten, die den Stein finden, eine Freude zu machen“, sagt Özaslan. Das Besondere an der Aktion sei es, dass eine simple Idee die Menschen zusammenbringt. 

Wenn man einen Stein findet und mitnimmt, weiß man, dass sich einmal ein anderer Zeit genommen hat, diesen liebevoll zu gestalten – „und Zeit ist doch heute mit das Wertvollste, was man schenken kann“, so Heike Kopetschek, die auch bei der spontanen Malaktion dabei war.

Auch eine Facebook-Gruppe, „Hersfelder Steine“ heißt sie, wurde bei dem spontanen Straßenfest gegründet und verzeichnete nach nicht einmal einer Woche schon 200 Mitglieder. „Die spontane Malaktion wurde positiv von den Menschen angenommen“, freut sich Özaslan, und sie ist sich sicher, dass sich das wiederholen wird. 

Suche nach den Steinen wird gezielter

Auch zwei Besucher aus Berlin kamen vorbei und bemalten einen Stein, den sie alsbald in der Hauptstadt verstecken werden – auch eine Möglichkeit, auf sich aufmerksam zu machen. „Man muss das pflegen, was man hat“, stellt Özaslan fest und verweist auf die Festspielstadt, die ebenfalls von dem neuen Trend profitieren könne, indem gefundene Steine im Internet geteilt werden und so auf die Stadt aufmerksam machen. Ein anderer positiver Nebeneffekt, den die Hersfelderin feststellt: Die Menschen nehmen ihre Umwelt bewusster wahr, manche begeben sich sogar gezielt auf die Suche nach den bunten Steinen.

Von Laura Hellwig

Quelle: Hersfelder Zeitung

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