Wiederaufnahme bei den Bad Hersfelder Festspielen

"Hexenjagd": Ein starkes Stück jetzt noch eindringlicher

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Hexenjagd bei der Bad Hersfelder Festspielen

Bad Hersfeld. Seit der umjubelten Festspiel-Premiere vor einem Jahr hat Dieter Wedels „Hexenjagd“ viel unfreiwillige Werbung bekommen. 

US-Präsident Donald Trump sieht sich selbst als Opfer einer Hexenjagd und spricht gern von Fake-News. Dabei bräuchte das zeitlos-aktuelle Drama von Arthur Miller derart zweifelhafte Werbung aus dem Weißen Haus gar nicht, denn das Stück ist auch so relevant wie nie.

In der Wiederaufnahme der Hexenjagd widersteht Intendant Dieter Wedel der Versuchung, nur plump auf die neuen politischen Parallelen einzugehen. Statt dessen wird mit geschickten, kleinen Veränderungen in den Dialogen der aktuelle Bezug noch deutlicher herausarbeitet. Dennoch fällt an keiner Stelle das Wort „Fake-News“, statt von alternativen Fakten spricht man im Festspiel-Salem von „Vortäuschung“ – und davon gibt es wirklich jede Menge. 

Brillant wie im Vorjahr agiert das inzwischen perfekt aufeinander eingespielte, durchweg hochkarätige Ensemble um Christian Nickel (John Proctor). Es ringt hin- und hergerissen zwischen den beiden tollen Frauen Elisabeth Lanz (Eliszabeth Proctor) und Corinna Pohlmann (Abigail Williams) mit seinen Gefühlen und der Wahrhaftigkeit. Auch die neu besetzten Schauspieler fügen sich gut in das starke Schauspieler-Team ein. 

Mit feinen und gekonnten Retuschen ist es Dieter Wedel gelungen, ein ohnehin schon starkes Festspiel-Stück noch etwas eindringlicher zu machen. Das Premieren-Publikum spendete am Freitagabend rund sieben Minuten hochverdienten, begeisterten Beifall.

Mehr über die Hexenjagd und die Bad Hersfelder Festspiele lesen Sie am Montag in der gedruckten Ausgabe. 

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