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Wolfsrisse bei Bad Hersfeld nun bestätigt

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Kein schöner Anblick: Die gerissenen Schafe.
Kein Schöner Anbick: Die gerissenen Schafe. © Privat

In der Nähe von Bad Hersfeld wurden Anfang Oktober zwei Schafe von einem Wolf gerissen. Das wurde nun bestätigt.

Bad Hersfeld/Neuenstein - Untersucht wurden die getöteten Tiere im wildtiergenetische Labor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung in Gelnhausen. An den Proben zweier Nutztierrisse von Anfang und Ende Oktober sei Wolfs-DNA festgestellt worden, teilte das Labor dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) mit.

Die Genotypisierung der DNA-Proben steht noch aus. Sollte diese erfolgreich sein, ließen sich darüber Rückschlüsse auf die entsprechenden Individuen ziehen. Mit den zwei neuen Fällen - ein weiterer Wolfsriss wurde in Greifenstein im Lahn-Dill-Kreis bestätigt - wurden im Jahr 2022 bisher insgesamt sieben von Wölfen verübte Nutztierschäden in Hessen dokumentiert, dabei wurden acht Nutztiere getötet.

Nach unbestätigten Informationen wurden die Schafe im Neuensteiner Ortsteil Gitterdorf gerissen. Entsprechende Fotos wurden unserer Zeitung aus der Gemeinde zugespielt.

Auch Bürgermeister Roland Urstadt hatte von dem Wolfsriss gehört, konnte aber keine offiziellen Angaben zu den Hintergründen oder dem Besitzer der gerissenen Schafe machen. Dem Vernehmen nach soll außer den zwei jetzt bestätigten Wolfsrissen einige Tage später noch ein weiteres Schaf in Untergeis gerissen worden sein.  ( kai)

Hintergrund

In Hessen oder länderübergreifend gab es im Monitoringjahr 2021/2022 fünf nachgewiesene Wolfsterritorien. In ganz Hessen ist außerdem mit durchziehenden Wölfen zu rechnen. Weidetierhalterinnen und Weidetierhalter sind daher dazu aufgerufen, ihre Tiere sachgerecht zu schützen. Zu geeigneten Herdenschutzmaßnahmen berät der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen. Informationen zu Fördermöglichkeiten gibt es bei der Landwirtschaftsverwaltung des jeweiligen Landkreises. Seit gestern, 3.11.2022, gilt in Hessen die überarbeitete Richtlinie Weidetierschutz.

Tierhalterinnen und Tierhalter können unter bestimmten Voraussetzungen für nachweislich von Wölfen verursachte Schäden an Nutztieren einen finanziellen Ausgleich erhalten. Dafür ist ein amtlicher Nachweis erforderlich. Rissverdachtsfälle sollten innerhalb von 24 Stunden an das Wolfszentrum Hessen (WZH) am HLNUG gemeldet werden. Die amtliche Wolfhotline (0641 2000 95 22) ist hierfür montags bis sonntags und an Feiertagen von 8:00 Uhr bis 16:00 Uhr erreichbar. Außerhalb der Sprechzeiten sollten die für den Landkreis zuständigen Wolfsberater und Wolfsberaterinnen kontaktiert werden, die Liste findet sich auf der Homepage des HLNUG. Die Abwicklung der Ausgleichszahlung im Schadensfall läuft über die jeweiligen Regierungspräsidien. Quelle: umwelt.hessen.de

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