Abberufung und Kündigung stehen auf der Tagesordnung der Aufsichtsratssitzung

„wortreich“-Chefin Karina Gutzeit will um ihren Job kämpfen

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Kämpft um ihren Job: Karina Gutzeit.

Bad Hersfeld. Karina Gutzeit, Geschäftsführerin in der Bad Hersfelder Wissens- und Erlebniswelt „wortreich“, will um ihren Job kämpfen. 

Vor der Sitzung des Aufsichtsrates, bei der am morgigen Freitag ihre Abberufung und Kündigung auf der Tagesordnung stehen, fordert Gutzeit eine neutrale Bewertung der Vorwürfe, die die Anschaffung ihres Dienstwagens und die Geschäftspolitik im „wortreich“ betreffen.

Es wäre „eine Leichtigkeit gewesen, das mit dem Dienstwagen aufzuklären“, erklärte Gutzeit (43) im Gespräch mit unserer Zeitung. Der Pkw sei ihr im Übrigen genehmigt worden. Doch seit August vergangenen Jahres werde sie systematisch ausgegrenzt, denunziert und von Sitzungen ausgeschlossen. Alle strittigen Punkte seien heilbar, erklärte sie nach einem Telefonat mit dem Wirtschaftsprüfer, der die Buchführung im „wortreich“ begutachtet hatte (unsere Zeitung berichtete).

„Das Ergebnis wird nicht neutral behandelt,“ sagt Gutzeit, denn der eigens eingesetzte Personalausschuss sei ausschließlich mit Mitgliedern des Aufsichtsrates besetzt. Die Gesellschafterversammlung, die in dieser Personalfrage das letzte Wort hat, bestehe allein aus ihrem Mit-Geschäftsführer Bürgermeister Thomas Fehling und dem Geschäftsführer der städtischen Wirtschaftsbetriebe, Johannes van Horrick. „Die versuchen mich zu entsorgen“, vermutet Gutzeit und betont ihr „hohes Anliegen“, ihre im Juli 2014 begonnene Arbeit in Bad Hersfeld fortzusetzen.

Nach Informationen unserer Zeitung geht es bei den Unstimmigkeiten auch um die Gemeinnützigkeit der wortreich gGmbH und damit um die Balance zwischen Ausstellung, Seminarbetrieb und Tourist-Information. Gutzeit behauptet, stets darauf geachtet zu haben, dass kein steuerlich relevantes Ungleichgewicht entsteht. 

Das sagt der Aufsichtsrat

Fairness sei „oberstes Gebot“, erklärte Günter Exner, Vorsitzender des Aufsichtsrates der wortreich gGmbH, im Vorfeld der Sitzung zur Personalie Gutzeit. Bereits in der vergangenen Woche hatte Exner mit Blick auf das Gutachten des Wirtschaftsprüfers erklärt, man sei hier lediglich der Kontrollpflicht des Gremiums nachgekommen. 

Die beauftragte Sonderprüfung habe untersucht, ob die Geschäftsführung gegen Gesetze und Rechtsvorschriften verstoßen hat. Dies sei ergebnisoffen erfolgt. Eine Vorverurteilung der Geschäftsführerin habe nicht stattgefunden, sagte Exner.

 Bürgermeister Thomas Fehling teilte auf Anfrage mit, er werde sich zu laufenden Verfahren in Sachen „wortreich“ nicht äußern.

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