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Zeitumstellung erhöht die Unfallgefahr auf den Straßen auch im Landkreis Hersfeld-Rotenburg

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Von: Mario Reymond

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Ein totes Reh liegt am Straßenrand.
Sommerzeit ist Wildunfallzeit: Ein totes Reh liegt am Straßenrand. ©  Julian Stratenschulte/ dpa-Bildfunk

Mit der Umstellung auf die Sommerzeit steigt die Gefahr von Wildunfällen, gerade in waldreichen Gegenden wie dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg.

Hersfeld-Rotenburg – Heute Nacht wird die Uhr von 2 auf 3 Uhr vorgestellt. Dann gilt wieder die Sommerzeit. Wildtiere wie Rehe und Wildschweine kennen jedoch keine Uhrzeit und sind wie gewohnt bevorzugt in der Dämmerung unterwegs. Durch die nun vorgenommene Zeitumstellung startet der morgendliche Berufsverkehr meist noch in der Dämmerung. Und dadurch steigt die Gefahr von Wildunfällen.

„Die größte Gefahr besteht dort, wo Waldstücke an Wiesen grenzen. Diese Grünflächen werden jetzt vermehrt von Rehen und auch Rotwild zum Äsen aufgesucht. Da gilt es für Kraftfahrer, besonders vorsichtig zu sein“, erklärt Wolfgang Adam, Vorsitzender der Jägervereinigung Rotenburg.

Zeitumstellung auf Sommerzeit kann Gefahr eines Wildunfalls steigern

Wer vorausschauend und mit angepasster Geschwindigkeit fährt, könne die Gefahr eines Wildunfalls deutlich verringern. „Autofahrer müssen auch wissen, dass Rehe und Wildschweine extrem kurzsichtig sind. So kommt es immer wieder vor, dass Tiere am Straßenrand stehen und Autofahrer davon ausgehen, dass diese wegen der drohenden Gefahr stehen bleiben. Das ist aber nicht der Fall. Die Tiere laufen los, da sie die Gefahr nicht richtig einschätzen“, erklärt Adam. Und Wilfried Marchewka, Vorsitzender des Kreisjagdvereins Hersfeld weist darauf hin: „Ein Reh kommt selten allein“. Wo ein Wildtier über die Straße rennt, folgen meist weitere. Von daher sei es gerade in Waldpassagen wichtig, die Geschwindigkeit zu reduzieren und mit Abstand zum Vordermann zu fahren.

„Man kann auch versuchen, das Wild durch Hupen von der Straße zu vertreiben. Das Aufblenden mit den Scheinwerfern bewirkt das Gegenteil. Das grelle Licht verwirrt die Tiere und nimmt ihnen jede Orientierungsmöglichkeit. Sie bleiben auf der Straße stehen“, teilt Wolfgang Herda, Verkehrsexperte des ADAC Hessen-Thüringen mit. Sein Tipp: Wenn der Zusammenstoß mit einem Tier unvermeidbar ist, gilt es, das Lenkrad festzuhalten und möglichst kräftig zu bremsen. Auf keinen Fall hektisch ausweichen, sonst kann es zu gefährlichen Unfällen kommen.

Nach einem Wildunfall ist die Unfallstelle abzusichern. Außerdem sind die Polizei sowie der Jagdpächter zu informieren.

Die meisten Wildunfälle im Landkreis Hersfeld-Rotenburg hat es im Jahr 2017 mit 477 gegeben. Auch 2019 und 2020 lagen sie mit 423 und 400 recht hoch. Die Zahlen aus dem Jahr 2021 werden von der Polizei erst im April veröffentlicht. (Mario Reymond)

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