13 Festnahmen in Nord-, Ost- und Mittelhessen

Zoll-Kontrolleure wurden in Heinebach und Allmershausen fündig

Das Symbolbild zeigt einen  Kontrolleur des Zolls bei einer Überprüfung auf dem Bau.
+
Baustellen in Bad Hersfeld und Alheim haben jetzt Kontrolleure des Zolls überprüft.

Der Zoll hat im Kreis Hersfeld-Rotenburg Baustellen kontrolliert. In Heinebach und Allmershausen wurden drei Arbeiter ohne Aufenthaltstitel entdeckt.

Hersfeld-Rotenburg - Bei Baustellenkontrollen in Nord-, Ost- und Mittelhessen durch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Hauptzollamtes Gießen kam es am Dienstag zu insgesamt 13 vorläufigen Festnahmen wegen illegalem Aufenthalts.

Die Mitarbeiter der Finanzkontrolle Schwarzarbeit Bad Hersfeld machten dabei folgende Entdeckungen: Auf einer Baustelle an einem Wohnhaus in Alheim-Heinebach wurden zwei serbische Arbeiter einer serbischen Firma angetroffen, die beide keinen Aufenthaltstitel vorlegen konnten, der zur Aufnahme der Tätigkeit in Deutschland berechtigt. Auf einer Baustelle im Bad Hersfelder Stadtteil Allmershausen trafen die Kontrolleure zudem auf einen albanischen Arbeitnehmer einer bulgarischen Firma, der mit Reinigungsarbeiten am Rohbau eines Einfamilienhauses beschäftigt war. Auch er hatte keinen entsprechenden Aufenthaltstitel.

Von den vier Standorten der Finanzkontrolle in Gießen, Kassel, Fulda und Bad Hersfeld waren insgesamt 83 Kontrolleure zu Überprüfungen in der weiterhin boomenden Baubranche ausgerückt. Dabei gingen ihnen in allen Landesteilen ausländische Bauarbeiter ins Netz, die keine gültigen Aufenthaltspapier und Arbeitsberechtigungen für Deutschland besaßen und sich illegal im Land aufhielten. Bei den vorläufig Festgenommenen handelt es sich um einen Ukrainer und zwölf Männer aus Südosteuropa, die Armierungs- und Schalungsarbeiten, Hilfstätigkeiten oder Maurer- und Betonierarbeiten ausübten. In den meisten Fällen konnte zunächst nicht ermittelt werden, für wen sie auf den Baustellen arbeiteten. Einer der Arbeiter war außerdem wegen eines Dokumentfälschungsdeliktes zur Aufenthaltsermittlung polizeilich ausgeschrieben. Die jeweils zuständigen Ausländerbehörden wurden eingeschaltet. Den Arbeitern droht nun die Ausweisung, heißt es.

Am Ende des Tages hatten die Schwarzarbeitsfahnder auf kleineren und größeren Baustellen die Beschäftigungsverhältnisse von insgesamt 254 Bauarbeitern überprüft. Bei 72 Bauunternehmen wurden Geschäftsunterlagenprüfungen vorgenommen oder eingeleitet.

„Hier liegt unser Augenmerk auch immer auf der Zahlung des Mindestlohnes“, so Michael Bender, Pressesprecher des Hauptzollamtes Gießen. Da für 2021 noch kein allgemeinverbindlich erklärter Tarifvertrag im Sinne des Arbeitnehmerentsendegesetzes vorliegt, gilt derzeit für die Baubranche der gesetzliche Mindestlohn von 9,50 Euro. „Wir haben daher keine Hinweise auf Mindestlohnunterschreitungen festgestellt, werden uns aber auch die Lohnzahlungen vor Januar 2021 anschauen“, so Bender. Bis zum 1. Januar 2021 galt in der Baubranche ein für alle Betriebe verbindlicher Mindestlohn (West) von 15,40 Euro.

In allen Fällen hat die Finanzkontrolle Schwarzarbeit Ermittlungen gegen die vermeintlichen Arbeitgeber wegen des Verdachtes der illegalen Ausländerbeschäftigung und des Vorenthaltens von Sozialabgaben aufgenommen. (red/nm)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.