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Jungen drangsalieren Bad Hersfelder Ruderer auf der Fulda

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Von: Mario Reymond

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Versperrt: Das Tor zur Anlegestelle des Rudervereins Amicitia an der Fulda ist jüngst von zwei Jungen zweimal mit Holzkeilen blockiert worden. Dr. Johannes Flicker, zweiter Vorsitzender des Vereins, hat zweimal die Hindernisse entfernt.
Versperrt: Das Tor zur Anlegestelle des Rudervereins Amicitia an der Fulda ist jüngst von zwei Jungen zweimal mit Holzkeilen blockiert worden. Dr. Johannes Flicker, zweiter Vorsitzender des Vereins, hat zweimal die Hindernisse entfernt. © Mario Reymond

Zwei Ruderer aus Bad Hersfeld sind kürzlich von zwei Jungen attackiert worden. Ein Mann wurde bespuckt, eine Frau auf dem Wasser mit Steinen beworfen.

Bad Hersfeld – Zwei Ruderern sind in der jüngeren Vergangenheit zwei Jungen – beide wohl noch nicht 14 Jahre alt und damit schuldunfähig sowie strafunmündig – im Bereich der Fulda zwischen der alten Fußgängerbrücke und der B 62-Brücke unangenehm aufgefallen. Mehr noch, die Ruderer sind auf dem Wasser Opfer fieser Attacken geworden.

Während sich Dr. Johannes Flicker bei einer seiner Trainingsfahrten in seinem Renn-Einer einer Spuckattacke von der alten Fußgängerbrücke ausgesetzt sah, traf es eine Vereinskollegin am Sonntagnachmittag, 23. Oktober, im wahrsten Sinne des Wortes wesentlich härter. Sie wurde von der B 62-Brücke mit Steinen beworfen. Einer davon schlug heftig an ihrem Hinterkopf ein.

„Glücklicherweise hat sie nicht das Bewusstsein verloren. Denn wenn das Boot kentert, hat sie keine Chance mehr alleine aus dem Wasser zu kommen“, erklärt Flicker. Denn in einem Renn-Einer sind die Füße in montierten Schuhen festgeschnallt. Die Schlaufen der Schuhe werden beim Kentern mit einem Zug an einer Sicherheitsschlaufe geöffnet und der Ruderer gelangt so wieder an die Wasseroberfläche.

„Wer jedoch besinnungslos ist, der ertrinkt, weil er sich nicht befreien kann“, weiß der zweite Vorsitzende des Ruderclubs Amicitia. Abgesehen von den Gefahren für die Menschen in den Booten scheinen die beiden jungen Angreifer sicherlich nicht zu bedenken, dass es sich bei den Booten um hochwertige Sportgeräte handelt.

Der Renn-Einer von Flicker hat einen Wert von 12 000 Euro. Und Renn-Vierer, von denen zwei im Amicitia-Bootshaus stehen, sind noch weitaus kostspieliger. „Ein faustgroßes Loch in meinem Einer zu reparieren, kostet 2000 Euro“, rechnet der Mediziner vor.

Statt sich frech und aggressiv mit den Ruderern anzulegen, empfiehlt Flicker den beiden Jungen, ihre überschüssige Energie sinnvoll einzusetzen: „Leute, lasst euch doch lieber das Rudern beibringen, als mit Steinen zu werfen. Ich zeige euch, wie es geht“, appelliert er an die beiden.

Von dieser Idee ist auch seine jüngst malträtierte Vereinskollegin begeistert: „Eine solche Erfolgsstory wäre gut“.

Betroffene sucht das Gespräch

Auf jeden Fall möchte sie, wenn die beiden Übeltäter geschnappt sind – eine Strafanzeige wegen Körperverletzung hat sie bei der Polizei gestellt – ein Gespräch mit diesen und ihren Eltern führen, um die Vorfälle aufzuarbeiten. „Sie sollen doch einfach ihre überschüssigen Kräfte in Zukunft sinnvoll einsetzen“.

Dann müsste sich auf dem Wasser auch niemand mehr vor Angriffen fürchten. Denn nach den Steinwürfen auf sie war am Sonntag noch lange nicht Schluss. Die beiden Jungen seien auf ihren Rädern noch eine ganze Weile am Ufer neben der Ruderin hergeradelt und hätten sie auch verbal beleidigt und bedroht.

„Das war schon sehr beunruhigend. Erst als ich ihnen mit der Polizei gedroht habe, sind sie weg“. Aber wohl nicht, ohne zum wiederholten Male das Tor an der Anlegestelle mit Holzkeilen zu versperren.

Wieder zurück im Bootshaus berichtete sie ihrem ebenfalls anwesenden Vereinskollegen Flicker von den Vorfällen. Und auf dem Weg nach Hause traf dieser auf die beiden Jungen. „Als ich ihnen erzählt habe, dass sie die Frau vorhin mit einem Stein am Kopf getroffen haben, ist der eine ganz schön blass geworden. Die haben nun hoffentlich verstanden, was da alles passieren kann“, sagt Flicker. (Mario Reymond)

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