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Zwischen den Zeilen: Kandidaten, Konflikte und Blumendiebe

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Kai A. Struthoff
Kai A. Struthoff/Kolumne/Zwischen den Zeilen © Ludger Konopka

Wer mit wem? Um den Wahlkampf in Bad Hersfeld, das Wever-Projekt und dreiste Blumendiebe geht es in der aktuellen Kolumne von Kai A. Struthoff.

Sechs Monate vor dem Wahltermin am 18. September hat der Wahlkampf in Bad Hersfeld begonnen. Karsten Vollmar und Karsten Backhaus verteilen fleißig Ostereier und Wahlkampfkarten. Anke Hofmann indes hat bei der Bekanntgabe ihrer Kandidatur eine beeindruckende Zahl von Unterstützern aus den verschiedensten politischen und gesellschaftlichen Lagern hinter sich geschart.

Damit fängt es an, kompliziert zu werden: Wer mit wem, fragt man sich?

Was hat beispielsweise der Erste Stadtrat Gunter Grimm von der CDU bei der Kandidaten-Kür der parteilosen Anke Hofmann gemacht, wo doch die Christdemokraten einen eigenen Kandidaten haben? Mir hat Gunter Grimm gesagt, er habe aus politischem Interesse an der Veranstaltung teilgenommen. Dass Grimm und Hofmann gut miteinander können, ist ohnehin kein Geheimnis. Schließlich haben sie beide ganz wesentlich zum Gelingen des Hessentags beigetragen. In dieser Zeit ist viel Vertrauen und gegenseitige Wertschätzung entstanden.

Doch auch in der CDU selbst scheint es zu brodeln, glaubt man der Gerüchteküche. So sollen angeblich einige der älteren Parteimitglieder gar nicht glücklich darüber sein, dass die beiden jungen Stadtverbandsvorsitzenden Jan Saal und Jonas Seitz Karsten Backhaus als Kandidaten durchgesetzt haben. Der Fraktionsvorsitzende Andreas Rey indes wird Backhaus wohl lieber als Bürgermeister sehen denn als parteiinternen Mitbewerber bei einer etwaigen erneuten Kandidatur als Landtagskandidat. Backhaus selbst sieht alles gelassen. Er wäre notfalls wohl auch ohne Mandat seiner Partei angetreten. Und Karsten Vollmar lehnt sich derweil noch entspannt zurück. Sonst sind es ja oft die Sozialdemokraten, die ihre Kandidaten demontieren.

Spannend ist derweil die Frage, wie es in den sechs Monaten bis zur Wahl mit der Bad Hersfelder Stadtpolitik weitergeht. Bislang stand die Allianz aus SPD, CDU und Grünen, doch nun bröckelt dieser Zusammenhalt. Oberlehrerhaft haben die Grünen Karsten Backhaus „mangelhafte Leistungen“ für sein Verkehrskonzept bescheinigt, obwohl er darin viele grüne Kernforderungen teilt. Zudem liebäugeln die Grünen mit einer Unterstützung der unabhängigen Kandidatin Hofmann, was weder Vollmar und Backhaus freuen kann, weil beide insgeheim auf Unterstützung durch die Grünen gehofft hatten.

Wer geglaubt hat, dass nach dem Scheitern der großen Lösung für das Wever-Areal nun wenigstens die kleine Lösung in trockenen Tüchern ist, könnte bitter enttäuscht werden. Offenbar gibt es Schwierigkeiten mit den Zuwegungen auf dem Gelände, zumal auch die Topografie in diesem Bereich schwierig ist. Und erneut scheint dabei viel von den Bad Hersfelder Kleiderwerken abzuhängen.

Wie schön es derzeit in Bad Hersfeld überall blüht, hat meine Kollegin Christine Zacharias in der vergangenen Woche schon zurecht gewürdigt. Doch die Blütenpracht lockt offenbar auch Blumendiebe an, die sich ohne Schuldbewusstsein in den städtischen Anlagen einen Strauß zusammenpflücken. „Was haben denn diese Menschen für ein Verhältnis zum Eigentum anderer und der Allgemeinheit?“, fragt empört eine Leserin. Wenn im Überschwang der Frühlingsgefühle ein junger Liebhaber seiner Angebeteten ein Blümchen pflückt, mag das ja ganz romantisch sein. Aber seine Blumensträuße sollte man im Fachgeschäft kaufen, damit wir uns alle beim Osterspaziergang an der Blütenpracht erfreuen können.

Ich wünsche Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, frohe und gesunde Osterfeiertage im Kreise Ihrer Lieben!

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