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Zwischen den Zeilen: Über Fahrplan-Frust und Musikgenuss

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Von: Jan-Christoph Eisenberg

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Jan-Christoph Eisenberg, Redakteur Hersfelder Zeitung
Jan-Christoph Eisenberg, Redakteur Hersfelder Zeitung © Maaz, Nadine

Über eine Verbindung über Landesgrenzen hinweg, eine Höchstspannungsleitung und das Energiesparen schreibt Redakteur Jan-Christoph Eisenberg in der Kolumne Zwischen den Zeilen.

Die Öffnung der innerdeutschen Grenze liegt mittlerweile 33 Jahre zurück. Daran haben die Partnergemeinden im Werratal am Mittwoch an der Brücke der Einheit erinnert.

In vielen Bereichen ist das hessisch-thüringische Grenzgebiet längst zusammengewachsen. Seit zehn Jahren gibt es etwa die Bäderlinie, die auf direktem Weg die Kreis- und Partnerstädte Bad Hersfeld und Bad Salzungen verbindet – werktags inzwischen sogar im Stundentakt.

An Feiertagen in Thüringen, wie zuletzt dem Reformationstag, fahren die Busse allerdings nach dem Wochenendfahrplan und damit nur halb so oft. Auch auf dem Abschnitt zwischen Philippsthal und Bad Hersfeld, wo der 31. Oktober für die Fahrgäste ja ein ganz normaler Schul- und Arbeitstag ist. Der Nordhessische Verkehrsverbund führt dafür finanzielle Gründe ins Feld: Würden die Busse jede Stunde statt im Zweistundentakt verkehren, entstünden höhere Kosten, heißt es aus der Pressestelle. Bundesweit gelte deshalb auf länderübergreifenden Linien der Sonntagsfahrplan, sobald auf einer Seite der Landesgrenze ein Feiertag ist. Die Bäderlinie sei zudem nicht auf Schulzeiten ausgerichtet.

Dennoch zählen auch (Berufs-)Schüler zu den Pendlern, die an diesen Tagen nicht zur gewohnten Zeit den Unterrichtsbeginn, Arbeitsplatz oder Anschlusszug erreichen. Wer nicht aufs Auto umsteigen kann, muss zumindest lange Wartezeiten in Kauf nehmen – oder schaut sogar ganz in die Röhre.

Netzbetreiber richtet eins von zwölf Zwischenlagern bei Philippsthal ein

Der Trassenkorridor für die geplante Höchstspannungsleitung Suedlink, die in Norddeutschland aus Windkraft erzeugten Strom in den Süden der Republik bringen soll, führt östlich am Kreis Hersfeld-Rotenburg vorbei durch Thüringen. Bei der Baustellenlogistik wird unsere Region dennoch eine zentrale Rolle spielen: Auf dem Gelände des ehemaligen Kunststoffwerks Werra-Plastic in Röhrigshof richtet der Netzbetreiber TransnetBW eines von deutschlandweit acht Zwischenlagern für das Projekt ein, das in Kürze eröffnet werden soll.

Die fertigen, bis zu zwei Meter langen Kabelabschnitte treffen dort unabhängig vom Baufortschritt aus fünf Fabriken in Europa ein. Sobald sie dann auf der Suedlink-Baustelle benötigt werden, sollen Schwerlastfahrzeuge die riesigen Kabeltrommeln von Röhrigshof aus zu den Abspulstandorten in einem Radius von rund 100 Kilometern bringen.

Die Stadtkirche soll im Winter nicht beheizt werden

Energiesparen ist dieser Tage aktueller denn je. Das nehmen sich auch Kirchengemeinden zu Herzen. Die Stadtkirche in Bad Hersfeld, zum Beispiel, wird in diesem Winter gar nicht geheizt. Die Gemeinde hat Decken angeschafft und empfiehlt den Besuchern von Gottesdiensten und anderen Veranstaltungen, sich warm anzuziehen. Warm anziehen und in die Decke kuscheln funktioniert allerdings nicht bei Konzerten, weder für die Musiker noch für ihre Instrumente.

Die könnten in der Kälte Schaden nehmen. Deshalb haben sowohl der Chorverein als auch die Kantorei beschlossen, in diesem Jahr für ihre Konzerte in die Stadthalle auszuweichen. Auch das beliebte Weihnachtskonzert der Obersbergchöre wird wohl dieses Jahr in der Stadthalle stattfinden. Das sei alles einvernehmlich so besprochen worden, versichert Pfarrer Frank Nico Jaeger. Gerüchte über Konflikte und Zerwürfnisse seien wirklich nur Gerüchte. (Jan-Christoph Eisenberg)

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