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Zwischen den Zeilen: Über Liebe und Wahlkampf

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Kai A. Struthoff
Kai A. Struthoff, Redaktionsleiter © HZ-Archiv

In seiner Wochenend-Kolumne „Zwischen den Zeilen“ schreibt Kai A. Struthoff unter anderem über die Debatte um die Kunstausstellung von Gabriele Schäfer und Spekulationen um eine CDU-Personalie.

Die Liebe ist ein seltsames Spiel. Das sang schon Connie Francis 1960. Und das hat vielleicht auch Festspiel-Intendant Joern Hinkel gedacht als ihn am Silvestertag vor zwei Jahren eine Lehrerin aus Marburg anrief und „dringenden Gesprächsbedarf“ hatte.

Sie sorgte sich um einen Schüler, und Hinkel hörte ihr geduldig zu, obwohl er schnell merkte, dass sich Nadja Hügle einfach verwählt hatte.

Vielleicht lag es an der schönen, warmen Stimme von Joern Hinkel und seinem geduldigen Zuhören: Es funkte. Die beiden verabredeten sich, sie verliebten sich, und Ende August wollen sie nun heiraten.

Diese schöne Geschichte über das oft seltsame Spiel der Liebe hat jetzt die Kollegin Katrin Sachse von der „Bunten“ enthüllt – und wir wollen sie auch Ihnen nicht vorenthalten. Und was lernen wir daraus: Es lohnt sich immer, miteinander zu reden, statt nur WhatsApps zu schreiben.

Kritik an der Kunstausstellung

Liebe macht zuweilen auch blind. Das zeigt uns Bürgermeister Thomas Fehling mit der leidenschaftlichen Unterstützung seiner Ehefrau, der Naturmalerin Gabriele Schäfer.

Meine Kollegin Christine Zacharias hatte vor zwei Wochen über deren Ausstellung im Kapitelsaal ausgerechnet zur besten Festspielzeit und ihr Engagement beim Smart City Forum berichtet. Fehling gefiel das gar nicht. Er warf der HZ (mal wieder) Hetze vor.

Aber wir waren mit unserer Kritik nicht allein. Auch der HR und Osthessen-News griffen die Geschichte auf. Kritik gab es aus den Reihen der Stadtpolitik. „Peinlich, unangenehm und unanständig“, sagte etwa Hans-Jürgen Schülbe, der Fehling bislang meist unterstützt hat.

Stadträtin Antje Fey-Spengler sprach treffend von einem „Geschmäckle“ – was Fehling offenbar besonders erzürnt hat, wie wir hören. Na ja, getroffene Hunde bellen. Denn auch Fehling wird insgeheim wissen, dass er sich zumindest unklug verhalten hat. Und das nicht zum ersten Mal. Lohnt es die ganze Aufregung? Eher nicht. Noch fünf Monate ...

Traum vom Landtagsmandat

Mit der Liebe ist es bei Parteifreunden oft nicht weit her. Das merkt man im Bad Hersfelder CDU-Stadtverband, der alles andere als geschlossen hinter seinem Bürgermeisterkandidaten Karsten Backhaus steht.

Das merkt man aber auch auf Kreisebene. Dort träumt offenbar der Kreisvorsitzende Andreas Börner aus Rotenburg von einem Landtagsmandat in Wiesbaden. Weil im Rotenburger Wahlkreis aber Lena Arnoldt fest im Sattel sitzt, soll er nun dem Vernehmen nach im Hersfelder Wahlkreis „aufs Schild gehoben“ werden.

Das Nachsehen hätte der redliche Bad Hersfelder CDU-Fraktionschef Andreas Rey, der allerdings schon zweimal gegen Torsten Warnecke verloren hat. Diesmal sind die Chancen besser. Warnecke ist Landrat, und der Wahlkreis ist nach dem Neuzuschnitt in Richtung Eiterfeld schwärzer geworden.

Wer auch immer nun den Kürzeren zieht, tröste sich mit dem Schlager von Siw Malmkvist: Liebeskummer lohnt sich nicht, my Darling. (Kai A. Struthoff)

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