Wochenendkolumne

Zwischen den Zeilen: Bunte Blumen, graue Wolken und Geduld

Christine Zacharias, Redakteurin Hersfelder Zeitung
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Christine Zacharias, Redakteurin Hersfelder Zeitung

Um die hübsche Bepflanzung in Bad Hersfeld, Wasserknappheit und das Warten auf den Impftermin geht es in der aktuellen Kolumne von Christine Zacharias.

Die Bad Hersfelder Stadtgärtner geben sich dieses Jahr ganz besonders viel Mühe, um die städtischen Anlagen hübsch herauszuputzen. Da werden Blumen zu kunstvollen Mustern gepflanzt, fröhlich bunte Beete angelegt und selbst bisher eher vernachlässigte Stellen herausgeputzt. An der Dippelstraße, zum Beispiel, stehen seit einiger Zeit bunt gestrichene Holzpfosten in dem schmalen Streifen zwischen Fahrbahn und Radweg.

Dort wuchs sonst das, was stark genug war, sich unter widrigen Umständen durchzusetzen – also nicht viel. Die bunten Pfähle sollen die Aufmerksamkeit der Autofahrer steigern und verhindern, dass einfach über den schmalen Streifen gefahren wird. Dort wurde erst mal dekorative Hirse ausgesät, im Frühjahr sollen dann Krokusse und Tulpen sprießen. Im unteren Teil der Dippelstraße wurde schon jetzt aufwendig gepflanzt.

Leuchtende Blütenpracht und frisches Grün ist ohnehin zurzeit der einzige Trost für alle diejenigen, denen der Dauerregen aufs Gemüt schlägt – und das sind gefühlt sehr, sehr viele Menschen. Da hilft es auch nur bedingt, sich immer wieder zu sagen, dass die Natur nach drei Dürrejahren nach wie vor dringend Wasser braucht. Der Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt zwar inzwischen auf der Karte, die die Oberflächenfeuchtigkeit und das für Pflanzen verfügbare Wasser anzeigt, viel frische Blautöne, aber in tieferen Schichten ist es auch bei uns immer noch viel zu trocken. Gerade unser Landkreis ist da tiefrot. Das heißt, dass es möglicherweise auch mit dem Grundwasser knapp werden kann. Umso mehr, als sich der Trend zum eigenen Pool im Garten vermutlich auch in diesem Sommer fortsetzen wird. Enorme Wassermengen werden da verbraucht. Also machen wir das Beste aus dem wechselhaften Wetter!

Viel Geduld und Langmut braucht auch, wer sich auf dem offiziellen Weg für eine Corona-Impfung angemeldet hat. Die Terminvergabe ist beim besten Willen nicht nachzuvollziehen. Völlig unabhängig von Alter und Prioritäten werden da offenbar Termine ausgewürfelt. Die einen kriegen innerhalb weniger Stunden Nachricht, die anderen müssen viele Wochen warten und fühlen sich zurecht veräppelt, wenn der junge Kollege schon geimpft ist und sie noch nicht einmal einen Termin bekommen haben. Wer dann allerdings einen hat, kann sich über eine wirklich freundliche und fürsorgliche Behandlung im Rotenburger Impfzentrum freuen. Die anderen wenden sich vertrauensvoll an ihren Hausarzt. (Christine Zacharias)

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