Bad Hersfelder Festspiele

Musical-Darstellerin und Dozentin: Marianne Larsen ist eine Frau mit zwei Berufen

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Kernige Kneipenwirtin: Marianne Larsen spiel t die Rose Brice im Musical „Funny Girl“ bei den Bad Hersfelder Festspielen. Ihre Figur sieht sie als emanzipierte Frau, die kein Blatt vor den Mund nimmt. 

Marianne Larsen ist Musical-Darstellerin bei den Bad Hersfelder Festspielen und Dozentin an der Theaterakademie in München.

Rose Brice ist eine kernige Persönlichkeit. Davon ist Marianne Larsen überzeugt, die die Mutter der Hauptfigur im Musical „Funny Girl“ bei den Bad Hersfelder Festspielen spielt. „Diese Frau nimmt kein Blatt vor den Mund“, erklärt sie. Sie habe ihren Mann vor die Tür gesetzt und ihre Kinder alleine großgezogen, und das in den Zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Eine sehr emanzipierte Frau also.

"Bad Hersfeld ist wunderbar"

Marianne Larsen freut sich auf ihre Rolle, vor allem auf die Interaktion mit ihren Bühnenfreundinnen, mit denen sie Poker spielt. Und sie freut sich, wieder in Bad Hersfeld zu sein. 2012 spielte sie die Golde – auch eine Mutterrolle – in Anatevka. „Bad Hersfeld ist wunderbar“, findet sie und macht sich ein wenig Sorgen, dass das anbiedernd klingen könnte. Sie schwärmt von der Natur rund um die Stadt, die so schnell erreichbar ist, grün und hügelig und immer wieder überraschend – und von der Luft, die „dampft und nach Rosen und Lindenblüten duftet. Und sie genießt die Freundlichkeit und Verbindlichkeit der Menschen. Eigentlich, so stellt Marianne Larsen fest, sei sie kein Großstadtmensch. An die fünf Jahre in Kassel zu Beginn ihrer beruflichen Laufbahn erinnert sie sich besonders gerne.

Direktion im Studiengang Musical

Wenn sie nicht gerade auf der Bühne steht, lebt und arbeitet Marianne Larsen in München. Dort ist sie Professorin an der Bayerischen Theaterakademie August Everding, unterrichtet Gesang und hat die Direktion im Studiengang Musical übernommen. Einer ihrer ehemaligen Schüler, Alen Hodzovic spielt jetzt den Nick Arnstein, den Schwiegersohn von Rose Brice, und auch im Hair-Ensemble sind einige ehemalige Studenten dabei.

„Nach den Proben geht es immer an meinen staatlichen Laptop und dann erledige ich alle E-Mails, die so aufgelaufen sind“, erzählt Larsen, wie sie ihre beiden Berufe miteinander verbindet. Ein gutes Team in München ermögliche ihr, zwischendurch auch Anfragen für die Bühne anzunehmen. Etwa einmal im Jahr tut sie das.

Eigentlich hatte sie sich 2012, nach Anatevka in Bad Hersfeld, von der Bühnenlaufbahn verabschiedet, um sich voll und ganz auf die neue Aufgabe an der Theaterakademie einzulassen. Es dauerte jedoch nicht lange, bis sie merkte, dass es ihr fehlte, selbst zu singen, zu spielen und zu tanzen. Dieses Zusammenwirken vieler künstlerischer Ausdrucksformen fasziniert Marianne Larsen am Musical. „Da kommt alles zusammen: gute Musik, tanzen, spielen, singen und eine Botschaft – ein tolles Angebot für ein Publikum, das denkt und genießt.

Hunde als Leidenschaft

Eine weitere Leidenschaft der aus Dänemark stammenden Künstlerin sind Hunde. „Ich liebe es, Hunde zu trainieren“, sagt sie. Wenn die Vorstellungen laufen und sie tagsüber mehr Zeit hat, will sie ihre beiden Hunde nach Bad Hersfeld nachholen, damit sie in der Natur herumtollen können. Die beiden nicht ganz reinrassigen Tibet-Spaniels stammen aus Rumänien und sollten dort getötet werden, weil sie für den Verkauf wertlos geworden waren. Hunde zu trainieren wäre eine weitere Aufgabe, die Larsen sich vorstellen könnte.

Doch erst einmal ist sie voll ausgelastet mit ihren beiden Berufen, die für sie auch Berufung sind. „Es ist ein Geschenk, beides haben zu dürfen, die Bühne und die Akademie“, sagt sie.

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