Festspiel-Stück ist gleichzeitig deutsche Erstaufführung

"Shakespeare in Love" feiert Premiere in Bad Hersfeld

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Freunde des Theaters: Königin Elizabeth (Brigitte Grothum, auf dem Thron) mag am liebsten Stücke mit Hund, Viola de Lesseps (Natalja Joselwitsch, rechts) schlüpft sogar in Männerkleider, um auf der Bühne stehen zu dürfen.

Bad Hersfeld. Die Premiere von „Shakespeare in Love“ ist gleichzeitig die deutsche Erstaufführung des Stücks, das auf dem gleichnamigen Film basiert.

20 Jahre ist es her, dass der Kinofilm „Shakespeare in Love“ vor allem die weiblichen Zuschauer verzückte und im Jahr darauf gleich sieben Oscars abräumte. Für die Darsteller Gwyneth Paltrow, Joseph Fiennes, Colin Firth, Geoffrey Rush und Judi Dench war der Streifen ebenfalls ein Mega-Erfolg.

Warum es dann geschlagene 16 Jahre dauerte, bis der Stoff auch als Bühnenstück verarbeitet wurde, ist deshalb kaum zu verstehen. Erst im vergangenen Jahr wurde in Wien erstmals eine deutschsprachige Fassung der Adaption von Lee Hall gespielt.

Jetzt also zum ersten Mal „Shakespeare in Love“ in Deutschland, und das bei den Bad Hersfelder Festspielen. Schon vor der heutigen Premiere steht fest, dass in der Stiftsruine kein bloßer Abklatsch des Film-Drehbuchs zu sehen sein wird.

Vielmehr wartet das Theaterstück mit dramatischer Verdichtung und neuen Wendungen der Geschichte auf, ohne das Original zu ignorieren.

Im Kern geht es natürlich immer noch um den verzweifelten Dichter Will Shakespeare, der zwischen Geldnot und Schreibblockade um die Idee für ein neues Stück ringt. Erst als er die Adelige Viola als seine neue Muse entdeckt, löst sich der Knoten, wobei Will zunächst nicht ahnt, dass die Angebetete auch in den Kleidern des leidenschaftlichen Jungschauspielers Thomas Kent steckt – Frauen haben im 16. Jahrhundert auf der Theaterbühne nichts zu suchen. Auch als das Geheimnis gelüftet ist, hat die Liebe der beiden keine Chance: Viola ist von ihrem Vater an den klammen Lord Wessex verschachert worden, der seinen Status mit der Mitgift verrechnet.

Dass im Wirrwarr des Konkurrenzkampfes in der Theaterszene, einer unmöglichen Liebe schließlich noch mit „Romeo und Julia“ das Liebesdrama schlechthin zu Papier und auf die Bretter, die die Welt bedeuten, gebracht wird – das haben sich Marc Norman und Tom Stoppard schon für den Film fein ausgedacht.

Die Vorliebe von Queen Elizabeth für Hunde auf der Bühne spielte im Kino allerdings nur eine Nebenrolle: Bei den Bad Hersfelder Festspielen musste Regisseur Antoine Uitdehaag neben einem hochkarätig besetzten menschlichen Ensemble auch dem Border-Collie „Ginger“ eine Sonderrolle einräumen. 

Mit Ausnahme von zwei Terminen mit größerer Auswahl gibt es für die Aufführungen nur noch Restkarten.

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