1. Startseite
  2. Lokales
  3. Rotenburg / Bebra

Baden im Niederellenbacher See in Alheim soll wieder möglich gemacht werden

Erstellt:

Von: Carolin Eberth

Kommentare

Wolfgang Hahn, Käufer des Niederellenbacher Sees in Alheim
Wolfgang Hahn, Käufer des Niederellenbacher Sees in Alheim © Carolin Eberth

Der Alheimer Unternehmer Wolfgang Hahn will den Niederellenbacher See kaufen und das Baden dort wieder möglich machen. Im Interview spricht er über seine Beweggründe.

Alheim – Die Alheimer Gemeindevertretung hat am 24. Mai abgestimmt, dass der Niederellenbacher See an Wolfgang Hahn von der Heinebacher Bäder- und Heizungsbau-Firma verkauft wird, falls der Bürgerentscheid von der Arbeitsgemeinschaft (Arge) Ellenbacher See keinen Erfolg hat. Die Arge möchte einen Verkauf verhindern und betreibt aktuell Wahlkampf in allen Ortsteilen. Am 16. Oktober können die Alheimer selbst bei der Wahl über die Zukunft des Sees abstimmen. Wir sprachen mit Wolfgang Hahn, weshalb er den See kaufen möchte, und was er dann damit vorhat.

Herr Hahn, der Bürgerentscheid rückt immer näher und viele Menschen aus Alheim fragen sich, weshalb Sie den Niederellenbacher See kaufen möchten.

Ich habe den See früher selbst genutzt, mit meiner Familie zum Baden. So muss das auch wieder werden. Deshalb möchte ich den See kaufen, um ihn für alle Alheimer wieder zugänglich zu machen, zum Baden oder auch zum Entspannen. Das ist mein Ziel.

Wie kamen Sie auf die Kauf-Idee und wann war das?

Die Idee entstand mir vor circa drei Jahren. Damals hatte ich den Kontakt zum ehemaligen Rathauschef Georg Lüdtke gesucht und mich bei ihm als Käufer angeboten. Er bügelte mich jedoch in fünf Minuten ab und schmiss mich aus seinem Büro. Das war zu dem Zeitpunkt, als auch Beisheim Interesse am Kauf hatte. Danach war das Thema für mich erst mal abgeschlossen, bis ich im März dieses Jahres erfuhr, dass man ein Kaufangebot bei der Gemeinde abgeben kann. Dies tat ich dann kurzfristig am 25. März und stellte mich in der darauffolgenden Ausschusssitzung den Mitgliedern vor.

Wie hoch ist denn Ihr Kaufangebot?

Ich habe der Gemeinde Alheim 130 000 Euro für das Areal geboten. Das ist mehr als doppelt so viel, wie der Wert des Sees eingeschätzt wurde. Ich habe lange überlegt, ob ich die Summe hier nenne. Ich habe mich schließlich dafür entschieden, um dem Gerücht entgegenzuwirken, dass der See zum Spottpreis verkauft werden würde.

Sollte es zum Verkauf des Sees an Sie kommen, was haben Sie dann mit dem Gelände vor?

Mein Wunsch ist es, den See wieder öffentlich zugänglich zu machen für alle Alheimer, auch zum Baden. Um das zu ermöglichen, möchte ich gerne mit ortsansässigen Vereinen zusammenarbeiten und ihnen das Gelände verpachten. Besonders gut hat mir das Konzept der Arge Ellenbacher See gefallen.

Sie können sich also eine Zusammenarbeit mit den Vereinen vorstellen? Haben Sie bereits Kontakt aufgenommen?

Ja, ich möchte mit den Vereinen zusammenarbeiten und das habe ich auch klar kommuniziert, als ich mich bei der Ausschusssitzung Anfang April vorgestellt habe. An diesem Tag – vor der Sitzung – habe ich mich auch mit den Mitgliedern der Arge Ellenbacher See unterhalten und ihnen von meinen Plänen erzählt. Ich hatte damals das Gefühl, dass ich bei ihnen auf Begeisterung gestoßen sei und eine Zusammenarbeit klappen könnte. Verwundert war ich dann, als ich erfahren habe, dass Bürgerbegehren und Bürgerentscheid geplant sind. Danach hatten wir auch keinen Kontakt mehr, obwohl wir ja eigentlich die gleichen Ziele verfolgen und zusammenarbeiten könnten. Das ist sehr schade.

Was ist, wenn kein Verein für eine Zusammenarbeit mit Ihnen bereit wäre?

Dann kaufe ich den See trotzdem. Sollte wirklich keine Zusammenarbeit zustande kommen, dann bleibt der See ein Naturbiotop. Wobei ich eigentlich davon überzeugt bin, dass sich Menschen finden werden, die sich für den Niederellenbacher See engagieren wollen. Das Thema ist für mich auch nicht vorbei mit den Vereinen Ellenbacher See und Niederellenbacher See. Es könnte sich ja auch aus beiden Vereinen ein neuer gründen, nur als ein Beispiel.

Betreiben Sie aktuell – ähnlich wie der Verein Ellenbacher See – Wahlkampf vor dem Bürgerentscheid?

Nein, Wahlkampf betreibe ich nicht. Dazu hätte ich auch gar keine Zeit. Ich bin überzeugter Christ und denke, wenn Gott mir den See in die Hand legt, dann soll es so sein, wenn nicht, dann soll es eben nicht so sein.

Was passiert denn mit dem See, wenn der Bürgerentscheid Erfolg haben sollte?

Sollte der Bürgerentscheid genügend Stimmen erhalten, dann steht fest, dass der See für eine gewisse Zeit nicht verkauft werden darf. Das bedeutet dann aber nicht im Gegenzug, dass der See verpachtet wird. Ich gehe sogar davon aus, dass der See dann weiterhin für die Alheimer Bürger unzugänglich bleibt und nicht verpachtet wird. Denn: Die Gemeinde kommt niemals ganz aus ihren Sicherungspflichten heraus, auch wenn sie ihn beispielsweise an die Arge Ellenbacher See verpachtet. Und das ist ja genau der Punkt, den die Gemeinde seit Jahren verhindern möchte, für mögliche Unfälle am See die Haftung zu übernehmen. (Carolin Eberth)

Zur Person

Wolfgang Hahn wohnt in Heinebach und betreibt dort an der Nürnberger Straße seine Bäder- und Heizungsbau-Firma, die er 1997 gründete. In seiner Freizeit schwimmt Wolfgang Hahn gerne, „besonders gerne natürlich im Niederellenbacher See“. Mehr möchte er über sein Privatleben nicht preisgeben. (ebe)

Auch interessant

Kommentare