Neubaustrecke betrifft Gemeinde direkt

Bahntrasse Fulda-Gerstungen: Ronshäuser SPD will Informationen

Fürchten um die Ronshäuser Täler: die Mitglieder des SPD-Ortsvereins, hier an der Bestandsstrecke südlich der Gemeinde. Vorn Parlamentsvorsitzender Werner Zilch, hinter ihm Ortsvereinschefin Petra Möller.
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Fürchten um die Ronshäuser Täler: die Mitglieder des SPD-Ortsvereins, hier an der Bestandsstrecke südlich der Gemeinde. Vorn Parlamentsvorsitzender Werner Zilch, hinter ihm Ortsvereinschefin Petra Möller.

Seit dem Beteiligungsforum der Bahn Anfang Oktober steht fest, dass Ronshausen bei allen verbleibenden Varianten der Neubaustrecke Fulda-Gerstungen direkt betroffen ist.

Ronshausen – Der SPD-Ortsverein fordert nun, dass die Trasse Thema im Parlament und einer Bürgerversammlung wird. „Wir wollen den Informationsstau auflösen“, sagt Werner Zilch, der auch Vorsitzender des Parlaments ist. Bisher sei Bürgermeister Markus Becker (CDU) der einzige Vertreter der Gemeinde im Beteiligungsforum gewesen. „Er ist sicherlich gut im Thema. Aber weder Bürger noch Politik wurden ausreichend informiert“, kritisiert Steffen Hildebrandt von den Sozialdemokraten. Im Parlament zuletzt ausführlich besprochen worden sei die Resolution zur Variante Bebra-Süd. Ronshausen hatten der Idee zum Satelliten-Halt mit Shuttle in die Eisenbahnerstadt im Frühjahr die Zustimmung verweigert – auch, weil die Gemeinde im Verlauf direkt betroffen gewesen wäre.

Im Juli sei die Neubaustrecke erneut Thema im Parlament gewesen, sagt dagegen Bürgermeister Becker und verweist auf die Sitzungsprotokolle. Erläutert wurden die Ergebnisse des neunten Beteiligungsforums und die „möglicherweise weitreichenden Folgen“ für Ronshausen. „Es wurde nichts ausgesessen“, sagt Becker. Am kommenden Donnerstag werde er wieder die Gemeindevertretung über das Forum vom Oktober informieren – was er auch ohne den SPD-Vorstoß getan hätte. Der aktuelle Stand des Großprojektes sei zudem im Internet unter fulda-gerstungen.de frei zugänglich.

Trasse ist an Gemeinde herangerückt

Das Beteiligungsforum der Bahn läuft seit gut drei Jahren. Derzeit vergleicht die Bahn vier 1000 Meter breite Trassenkorridore, die alle über Ronshausen führen. Das hatte sich bereits beim neunten Beteiligungsforum im Juli mit dem Aus für die Streckenverläufe im Kali-Revier abgezeichnet. Bis Oktober hatte es aber noch Varianten gegeben, die südlicher – und damit weiter weg von Ronshausen – verliefen. Diese wurden unter anderem aus Kostengründen verworfen.

Der Bürgermeister begrüßt allerdings die von Zilch als Gemeindevertretungsvorsitzendem initiierte Bürgerversammlung. „Wir müssen informieren“, ist sich der Rathauschef mit der SPD einig. Stattfinden soll sie möglichst noch in diesem Jahr im Haus des Gastes. Derzeit werde ein Termin gesucht. Auch die Bahn soll vertreten sein. Kontakt zum Unternehmen besteht laut Becker bereits.

Viele Ronshäuser seien mit Fragen zur Bahntrasse an die SPD herangetreten, betont Ortsvereinsvorsitzende Petra Möller. Befürchtet werden beim langjährigen Bau und anschließend beim Bahnbetrieb unter anderem Auswirkungen auf Einwohner, Landwirte, Jäger und den Südteil als Naherholungsgebiet, das Mikroklima sowie Wasser, Flora und Fauna. Die Gemeinde sei bereits durch die Hanglagen im Norden, die stark befahrene Landesstraße 3251 und die zweigleisige Bestandsstrecke Bebra-Gerstungen eingeschränkt, heißt es von der SPD.

Die Bahntrasse lasse sich nicht abwenden, sagt Petra Möller. „Es soll für Ronshausen aber das Bestmögliche herausgeholt werden.“ Das gehe nur, wenn alle informiert sind und parteiübergreifend an einem Strang ziehen. Oder, wie Werner Zilch es formuliert: „Das ist kein reines SPD-Ding.“ (Clemens Herwig)

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