Unternehmen will Gewinne künftig in Deutschland versteuern

Amazon: Bald mehr Steuern für Bad Hersfeld?

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Bad Hersfeld. Diese Nachricht sorgte Anfang der Woche für Vorfreude, aber auch für Skepsis: Der Online-Versandhändler Amazon will seine in Deutschland, Großbritannien, Spanien und Italien erzielten Gewinne künftig im jeweiligen Land versteuern. Bislang hatte Amazon seine in Europa erzielten Gewinne in Luxemburg verbucht, wo ein niedriger Steuersatz erhoben wird (wir berichteten).

Ob das allerdings hierzulande mehr Geld in die öffentlichen Kassen spült, ist noch fraglich. Die für Bad Hersfeld – mit seinen zwei Verteilzentren – steuerrelevanten Unternehmensteile von Amazon werden beim Finanzamt München für Körperschaften geführt, wie Stadt-Sprecher Meik Ebert erklärt. Von dort werden Zerlegungsbescheide beziehungsweise Gewerbesteuermessbescheide erstellt, auf deren Grundlage die Stadt gegebenenfalls Gewerbesteuern festsetzt.

Eine telefonische Anfrage vonseiten der Stadt in München hat laut Meik Ebert noch keine relevanten Informationen hervorgebracht. Dem Amt lägen bislang keine offiziellen Angaben seitens der Firma oder deren Steuerbüros vor, so dass auch noch keine Aussagen zu eventuellen Auswirkungen möglich seien.

Aus der amerikanischen Amazon-Presstelle heißt es auf Nachfrage, man wolle derzeit nicht über die Zukunft spekulieren. Die Gewinne des Unternehmens seien branchentypisch sowie wegen hoher Investionen gering. Die Körperschaftssteuer wird auf Gewinne erhoben.

Konkrete Zahlen dürfte wegen des Steuergeheimnisses auch die Stadt Bad Hersfeld nicht nennen, allein Aussagen über einen Trend sind möglich. Auch wieviel die Stadt aktuell an Amazon "verdient", ist nicht öffentlich bekannt.

Die EU-Kommission hält unterdessen an ihrem Verfahren wegen mutmaßlich unerlaubter steuerlicher Beihilfen gegen Luxemburg fest. (dpa/nm)

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