Bariton Sterkel Ehrenmitglied im Dorfverein Sterkelshausen

Johannes Sterkel in Sterkelshausen: Sahnehäubchen von Seiten des Veranstalters beim Couplets-Programm „Blondinen werden bevorzugt...“ war die Überreichung einer Urkunde, mit der der 55-jährige Wiener Bariton (Zweiter von rechts) zum Ehrenmitglied des Vereins „Sterkelshausen - Unser Dorf“ ernannt wird. Mit ihm freuten sich (von links) Horst Weichgrebe, Milan Kristin, Wendeline Blazejewski und der Vereinsvorsitzende Thomas Möller. Foto: Apel

Sterkelshausen. Alte Liebe rostet nicht. Schon gar nicht bei den Sterkelshäusern und beim Wiener Bariton und Dietrich-Fischer-Dieskau-Meisterschüler Johannes Sterkel, der sich vor 17 Jahren als Mitwirkender bei den Bad Hersfelder Festspielen auf der Suche nach einem Schloss verfuhr und durch Zufall in Sterkelshausen landete.

Nach einem - wie sollte es in Alheim anders sein - umgehend arrangierten Empfang bei Bürgermeister Georg Lüdtke lernte er „sein“ Dorf kennen und lieben, und mehr als einmal begeisterte er in späteren Jahren „seine“ Sterkelshäuser mit Kabinettstückchen und Konzerten. Für den Verein „Sterkelshausen - Unser Dorf“ war es deshalb keine Frage, dass Sterkel bei der Ausgestaltung des Halbjahrhundertjubiläums des Dorfgemeinschaftshauses dabei sein muss.

Wiener Schmäh

Samt der in Berlin geborenen Blondine Wendeline Blazejewski, dem aus der Slowakei stammenden Akkordeonspieler Milan Kristin und dem Lieder-Szenen-Chansons-Couplets-Programm „Blondinen werden bevorzugt…“, in dem der Meister und seine Mitstreiterin das Publikum in die Seelenwelten von Mann und Frau blicken lassen. Er mit Wiener Schmäh, sie mit Berliner Schnauze.

Blonde und Brünette

Und so ging es am Samstagabend um Blondinen, aber auch um Brünette („Die geh’n mit jedem gleich ins Bette“) und darum, ob Männer früher „ausgehungerter“ waren. Angesichts des von Wendeline herbeigeträumten Neandertalers („Der piekt so schön beim Küssen“) muss man es annehmen.

Ein ums andere Mal warfen sich die beiden Hauptprotagonisten Bälle zu - mal rezitierend, mal singend - wobei Wendeline in besonderer Weise entzückte, als sie sich an den Vorsitzenden des Sängerbezirks Lützelstrauch, Horst Weichgrebe, „heranschmiss“: „Ach Egon, ich hab ja nur aus Liebe zu dir, ja nur aus lauter Liebe zu dir, ein Glas zu viel getrunken. Ach Egon!“

Unmöglich, all die herrlichen, von schwarzem Humor erfundenen Pointen aufzuzählen, die Lied- und Wort-Vorträge zu benennen, in denen es um Gattenmord, existentielle Frauenprobleme („Ach Benjamin, ich hab nichts anzuzieh’n“) und die Angst der Männer vor ihrer Frau ging. Sogar Angela Merkel bekam ihr Fett weg.

Das Hobellied

Zum guten Schluss begeisterte Johannes Sterkel mit dem altbekannten, die Vergänglichkeit alles Irdischen thematisierenden „Hobellied“ und weiteren Zugaben. Als Dank für seine langjährige Treue und die Förderung des kulturellen Angebots in Sterkelshausen überraschte der Vorsitzende des Vereins „Sterkelshausen - Unser Dorf“, Thomas Möller, den 55-jährigen Wiener, der eigentlich ein Dorfkind ist, mit der Mitteilung, dass er zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt worden ist. Für Wendeline Blazejewski gab’s Blumen, für Milan Kristin zwei Stracke auf einmal und für alle noch einmal viel Applaus.

Von Wilfried Apel

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