Appell an Auftraggeber, Projekte fortzuführen

Baubranche fürchtet Auftragsloch durch Corona-Krise 

Nach jahrelangem Aufschwung rechnet die Baubranche in Folge der Corona-Krise mit einem Einbruch. Der Bauindustrieverband Hessen-Thüringen warnt vor einem Auftragsloch.

„Wir haben Angst, dass Bund und Länder Mittel und Aufträge streichen“, sagt Dr. Anne Fenge, Bezirksgruppenvorsitzende des Bauindustrieverbandes Hessen-Thüringen für Nordhessen. Es werde zwangsläufig Einsparungen geben, um die Hilfsprogramme für die Wirtschaft zu finanzieren. „Wir sind in großer Sorge, dass dann die Baukonjunktur abgewürgt und es einen starken Einbruch geben wird“, sagt Burkhard Siebert, Hauptgeschäftsführer des Verbandes. Besonders komme es auf die Kommunen an. Fenge und Siebert appellieren an sie, laufende Bauprojekte fortzuführen und trotz der Krise Nachfolgeprojekte auf den Weg zu bringen.

Das sieht auch Ralf Schär, Vorstandsvorsitzender der Kirchheimer Bickhardt Bau AG und neuer Vorsitzender der Bundesfachabteilung Straßenbau im Hauptverband der Deutschen Bauindustrie so. „Die Lage ist in der Tat angespannt, da 42 Prozent der öffentlichen Straßenbauausgaben auf die Kommunen entfallen. Damit sind sie der beschäftigungswirksamste Auftraggeber für die Straßenbauindustrie. Seit dem Ende des vergangenen Jahres verzeichnen wir einen Rückgang bei den Ausschreibungen. Im Januar und Februar ist der Auftragseingang im Straßenbau im Vergleich zum Vorjahr um 13,6 Prozent zurückgegangen“, berichtet Schär.

Die Branchenvertretung der Bauindustrie habe sich deshalb in einem persönlichen Schreiben an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer gewandt und gefordert, dass die geplanten Investitionen des Bundes in voller Größe erhalten bleiben. „Sie dürfen nicht für Corona bedingte Haushaltslöcher verwendet werden“, fordert Schär. Gleichzeitig habe man die Bundesregierung aufgefordert, sich auch bei den Ländern für die Bauindustrie stark zu machen und die Kommunen zu unterstützen. pgo

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

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